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Imst | Politik | 6. April 2021 | Agnes Dorn

Will keine Schonfrist

Will keine Schonfrist
Nach 17 Jahren an der Spitze der Stamser Gemeindeführung übergab der scheidende Bürgermeister Franz Gallop (l.) nun offiziell die Leitung an seinen Nachfolger Markus Rinner (r.). Die RUNDSCHAU sprach mit dem neuen Dorfchef über seine zukünftige Aufgabe.
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Mit Markus Rinner hat Stams einen neuen Bürgermeister

Nachdem Franz Gallop am 15. März nach 17 Jahren als Dorfchef offiziell seinen Rücktritt einreichte, wurde sein Wunschkandidat Markus Rinner in der nächsten Gemeinderatssitzung am 30. März mit neun von 13 Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Um sich voll und ganz seiner neuen Arbeit widmen zu können, hat sich der studierte Psychologe und langjährige Rot-Kreuz-Mitarbeiter von seinem bisherigen Arbeitgeber karenzieren lassen. Sollte er nächstes Jahr als Bürgermeister bei der Gemeinderatswahl bestätigt werden, würde er Stams auch weiterhin als Vollzeit-Dorfchef vorstehen.
Von Agnes Dorn

Führungs- und Teamkompetenz kann man dem neuen Stamser Bürgermeister wohl schwer absprechen, inhaltlich muss er sich dagegen noch beweisen: Mit Markus Rinner hat Stams nun einen Dorfchef, der sich schon im Studium auf Arbeits- und Organisationspsychologie spezialisiert hat. Seine Laufbahn beim Roten Kreuz startet er als Jugendlicher bei der Ortsstelle Mötz und beim Bundesheer konnte er sein Wissen in der Sanitätslehrkompanie weiter vertiefen. An der Klinik Innsbruck absolvierte er die Ausbildung zum diplomierten Krankenpfleger und arbeitete zehn Jahre als Mentor in der Pflegeausbildung. 2003 übernahm er bis zur nun erfolgten Karenzierung das Ausbildungsreferat beim Roten Kreuz. Auf den Weg zum Bürgermeistersessel hat ihn schlussendlich Franz Gallop gebracht, der ihn als Wunschkandidat „einschulte“. Die letzten Monate hatte Markus Rinner seinen nunmehrigen Vorgänger und jetzigen Altbürgermeister Franz Gallop häufig bei seiner Amtsausübung begleitet, um sich auf sein Amt vorzubereiten. Die investierte Zeit hatte sich dann auch gelohnt und mit überwiegender Mehrheit (sein Gegenkandidat Peter Thaler hatte vier Stimmen erhalten) wurde Rinner vom Gemeinderat zum neuen Dorfchef gewählt. Bei seiner Antrittsrede vor dem Stamser Gemeinderat fand er dann auch klare Worte für sein gerade angetretenes Amt: „Als Bürgermeister muss man für alles herhalten und in allem Spezialist, sozusagen eine eierlegende Wollmilchsau sein. Ich werde mein Bestes geben und mein Bestes versuchen. Ich will auch keine Schonfrist, denn die Zeit haben wir nicht. Die Liste für dieses Jahr ist lang.“
Will keine Schonfrist
Das Bürgermeisteramt wird Markus Rinner wie schon sein Vorgänger als Vollzeitjob ausüben. RS-Foto: Dorn
SOZIALE INTEGRATION. Um sich seinem neuen Amt voll und ganz widmen zu können, hat er sich als Leiter des Ausbildungsreferats beim Roten Kreuz bis zum 31. März nächsten Jahres karenzieren lassen. Dann wird sich entschieden haben, ob er weiterhin als Gemeindechef arbeiten kann oder zurück in seinen bisherigen Beruf kehren wird. Seiner Heimatgemeinde Stams ist er indes bereits auf vielerlei Weise verbunden: Ob aktiv bei der Schützenkompanie und der Schützengilde, dem Verein Staudacher Kirchtag, den Haslacher Keglern oder als Mitglied des Kameradschaftsbunds – Rinner ist Vereinsmeier durch und durch. Auch in die Kommunalpolitik ist er seit 21 Jahren involviert, die erste Periode als Ersatzgemeinderat, seit 2016 als Gemeinderatsvorstand und Mitglied der verschiedene Ausschüsse. „Die Gemeinsamkeit ist die wichtigste Säule der Gemeinde, die soziale Integration. Gute Kommunikation ist auch das Um und Auf in der Gemeindearbeit. Jede Fraktion will immer das Beste für die Gemeinde, nur die Wege und die Blickwinkel sind manchmal verschieden“, sieht Rinner der Arbeit im Gemeinderat gelassen entgegen. Er wolle auch einen anderen Zugang zu seinen Kollegen im Dorfparlament finden als sein Vorgänger und zeitgemäßer, digitaler interagieren, so der neue Dorfchef. Am Vereinsleben wird er dagegen auch als Dorfchef nicht viel mehr teilnehmen müssen als schon bisher: „Ich muss mich nicht verstellen im Wahlkampf, weil ich war mit meiner Familie (seiner Frau Angelika und seinen drei Söhnen, Anm.) im dörflichen Leben immer dabei.“

NOCH KEIN WAHLKAMPF. Wahlprogramm wolle er noch keines bekanntgeben, gibt sich Rinner bedeckt. Doch Ansichten hat er trotzdem und mit einer gewissen Vorsicht macht er manche auch publik. So zum Beispiel zum Thema Wohnbau: „Stams ist in den letzten zehn, elf Jahren um circa 15 Prozent gewachsen. Zuzug ist schon wichtig, aber immer in Hinblick auf die Infrastruktur.“ So werde man sich beim anstehenden Kindergartenzubau eine nachhaltige Lösung überlegen müssen. Auch ein Angebot an betreubaren Wohnungen von Seiten der Gemeinde zu schaffen, sei zu überlegen, so Rinner. Und beim Gewerbe? „Es stehen einige Betriebe schon vor der Tür. Aber wir müssen da behutsam und sensibel vorgehen. Es muss für die Gemeinde passen“, will Rinner den Rat seines Vorgängers Gallop ernst nehmen und zukünftig bedächtig entscheiden. Auch ökologische Vorgaben könne er sich diesbezüglich vorstellen, denn jeder einzelne könne etwas zum Klimaschutz beitragen, so der neue Dorfchef weiter. Ins e5-Programm habe er sich bisher aber noch nicht einarbeiten können, gesteht er ein. Aber da seien gute Leute in Stams involviert, auf die man sich verlassen könne, gibt Rinner den Stab weiter. Dass ihm mit dem Bürgermeistersessel auch ein Sitz im Freundeskreis Stift Stams zugeteilt wird, liegt für ihn in der Natur der Sache: „Stams ist Stift und Stift ist Stams. Ich hab schon als Ministrant das Stift kennengelernt. Ohne das Stift und das Schigymnasium hätte Stams nie den Bekanntheitsgrad, den es heute hat.“
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