Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Politik | 1. März 2022 | Agnes Dorn

Wollte starke Wirtschaftsliste im Gemeinderat

Wollte starke Wirtschaftsliste im Gemeinderat
Nach zwölf Jahren an der Gemeindespitze wird Hermann Föger nicht mehr zur Gemeinderatswahl in Obsteig kandidieren. RS-Foto: Dorn
Feedback geben
REDAKTION
Imst  Agnes Dorn
TAGS
Ausgabe Imst Obsteig Hermann Föger
Artikel teilen
Artikel teilen >

Nach zwölf Jahren als Obsteiger Bürgermeister geht Hermann Föger in den wohlverdienten Ruhestand

Ebenso lange wie als Bürgermeister hat Hermann Föger seiner Heimatgemeinde Obsteig als Tourismusverbandsobmann gedient. Die Fusion mit dem TVB Innsbruck, der Rückbau der Bundesstraße inklusive Errichtung eines Geh- und Radwegs, der Neubau der Feuerwehrhalle, der Grünbergalm und zweier Hochbehälter, die Errichtung zahlreicher Wohnungen oder die Sanierung von Schneggenhausen und dem Lehnberghaus fallen in seine Amtszeit. Nach zwölf Jahren sieht er nun die Zeit gekommen, das Amt an einen Nachfolger zu übergeben, denn auch ein Bürgermeister habe „ein Ablaufdatum“, wie der 68-jährige schmunzelnd bemerkt. Seine Liste habe er in gute Hände übergeben. Im RUNDSCHAU-Interview hält er Rückblick auf zwei Legislaturperioden in der 1400-Seelen-Gemeinde am Sonnenplateau.
Von Agnes Dorn

„Als TVB-Obmann wollte ich damals eine starke Wirtschaftsliste im Gemeinderat und anfangs selbst eigentlich auf einen hinteren Listenplatz. Eher um die anderen zu motivieren, hab ich dann angeboten, mich als Bürgermeisterkandidaten aufzustellen“, erinnert sich Hermann Föger an die Zeit vor seiner Kandidatur zum Bürgermeister. Da sich niemand anderer fand, ließ doch er sich aufstellen und wurde prompt gewählt. Seine „Liste Für Obsteig“ erreichte auf Anhieb drei Mandate und koppelte mit der Liste-Obsteig von Marlies Witsch, die vier der damals insgesamt elf Gemeinderäte stellte. Inzwischen hat der Obsteiger Gemeinderat 13 Sitze, von denen Fögers Liste vier besetzt. Nun, wo Fögers Rückzug aus der Gemeindepolitik beschlossen ist, hat sich Elmar Partner, ebenfalls Gastwirt wie Föger, als dessen Nachfolger zur Verfügung gestellt. 

TVB-FUSION. In Fögers erste Zeit als Bürgermeister fiel die Fusion des Tourismusverbands Mieminger Plateau mit jenem von Innsbruck und Tirol Mitte. „Unsere Region war auf Dauer zu klein, um sich in der globalen Welt behaupten zu können. Wichtig war uns aber auch, die Untermarke Mieminger Plateau  beizubehalten“, erzählt der langjährige TVB-Obmann vom damaligen Zusammenschluss. Im eigenen Tourismusbetrieb – dem Landhotel Stern – bekam Föger bereits 2005 Unterstützung von seinem Sohn René, der schließlich 2017 das Haus  ganz übernahm. Dass er auch als Dorfchef verstärkt Augenmerk auf den Tourismus gelegt hat, ist für den Touristiker klar: „Die Gemeinde Obsteig hat ihren Schwerpunkt im Tourismus und in der Landwirtschaft. Das ist auch im Raumordnungskonzept so festgelegt.“ So wurde in Fögers Amtszeit auch das Lehnberghaus generalsaniert sowie die Grünbergalm abgerissen und neu gebaut. Für die eigene Bevölkerung wurden mit der Wohnanlage Walderried und der Neuen Heimat 48 Wohneinheiten geschaffen und die Wohnanlage „Die drei Sonnen“ befindet sich derzeit in Bau.

FESTE FEIERN. Eine besondere Feier war für Föger die Eröffnung der neuen Feuerwehrhalle, zu der er auch Landeshauptmann Günther Platter begrüßen konnte. Neben Ingrid Felipe und Herwig van Staa war noch zahlreiche weitere Prominenz in Obsteig zu Besuch, wie Föger aufzählt: Neben Schauspieler Harald Krassnitzer waren es vor allem Musiker, die bei der – von der Gemeinde gemeinsam mit den Schennachs neu aufgestellten Neujahrsgala – oder in der Tyrolhalle spielten. So unter anderem Christine Stürmer, Nik P., die Kastelruther Spatzen oder Jazz Gitti. Auch Profisportler kommen seit Jahren gerne nach Obsteig, um hier zu nächtigen. Die von der Gemeinde seit zehn Jahren mit den Vereinen veranstaltete Weihnachtsstraße wird von Einheimischen und Gästen gleichermaßen gern besucht.

BAUPROJEKTE. Durch das Projekt Straßenrückbau konnten zeitgleich auch Gas- und LWL-Leitungen mitverlegt werden. Um alle möglichen Förderungen für den Glasfaserausbau lukrieren zu können, muss das 1,8 Millionen Euro teure Projekt bis spätestens 2024 abgeschlossen sein. Auch bei der Verschmälerung der Bundesstraße und der Errichtung von Fuß- und Radweg befindet man sich gut im Zeitplan und hat bereits zwei Drittel der Baumaßnahmen durchgeführt. Im April wird man westlich vom Gemeindeamt beginnend weiterarbeiten, nächstes Jahr folgen dann die Anbindungen der Mooswald-Siedlung. Für die Umsetzung des Straßenrückbaus musste Föger indes ein anderes wichtiges Projekt in die Zukunft verschieben: Mit dem Neubau des Kindergartens sowie der 30er-Geschwindigkeitsbeschränkung wird sich der neue Gemeinderat beschäftigen müssen. Der scheidende Dorfchef freut sich indes auf einen Urlaub mit seiner Frau Norys in Kuba.
Feedback geben

Weitere Artikel zu diesem Thema

Die OBERLÄNDER RUNDSCHAU

Die führende Wochenzeitung im Oberland und Außerfern!
Über 92.000 Haushalte erhalten wöchentlich die aktuellsten News!
Gegründet wurde das Familienunternehmen im Jahr 1978.
 jobs.rundschau.at

jobs.rundschau.at

DIE Jobplattform im Tiroler Oberland und Außerfern Helle Köpfe aufgepasst!
Tag cloud
Anton Mattle Ausgabe Telfs Ausgabe Imst Werner Friedle So war es früher bühne.oberperfuss medienfrische Zirl zerstört Villa Schindler Über die Alpen: Entdecken. Schätzen. Leben! Rundgang Telfs Andreas Einberger Mieming Zams Paul Flora rauschender Wildbach Seefeld Ötztaler Wasserkraft GmbH Ausgabe Reutte Landeck ÖFB-Cup Wirtschaftsbund Haiming
Nach oben