Foto: Archiv Chronik Haiming
Wie in vielen anderen Gemeinden standen in den Nachkriegsjahren auch in Sautens viele Investitionen in die Infrastruktur auf der Agenda. Mit Mitteln aus dem Marshall-Plan (ERP – European Recovery Program) und eigenen Arbeitsleistungen wurden Schulen gebaut, Straßennetze erweitert und die Wasserversorgung modernisiert. Im Bild sehen wir die Baumaßnahme zur Entschärfung des „Roans“, des ehemaligen steilen Anstiegs zwischen Unterrain und Vorderrain. Vorne rechts ist die Sautner Volksschule erkennbar (heute steht dort das Gemeindehaus), ehemals das „Stamser Widum“ zur neuen Kirche. Links davon ist das „Bader“-Haus erkennbar – hier residierte der Wundarzt aus der Familie Oberhofer, die mit Hugo Oberhofer sen. und jun. zwei Bürgermeister stellte. Oberhalb dieser zwei Häuser thront das Anwesen des Anton Pohl „Joselas“ (später „Sautner Hof“). Ganz rechts im Bild die Haushälfte der Familie Franz Strigl („Färbers“). Vor dieser Straßenbaumaßnahme wurde bereits die neue Straßenbrücke über die Ache und die Zufahrtsstraße (1954) in das Dorf errichtet. Die Tiroler Nachrichten berichteten am 23. Juni 1955: „Die neue Brücke über die Ötzer Ache und die herrliche Zufahrtsstraße nach Sautens locken bereits viele Besucher in das idyllische Bergdörfchen und zum Piburger See. Die Straße trägt bis in die Dorfmitte ihren festen Asphaltbelag und in wenigen Tagen wird auch das Brückengeländer und die moderne Wegbeleuchtung fertig sein. Das kleine Bergdorf mit seinen 800 Einwohnern hat übrigens rund 60 Motorräder und 20 Autos.“
Text: Mag. DDr. Hans Santer
Text: Mag. DDr. Hans Santer