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Imst | Sport | 26. August 2022 | Martin Grüneis

Ein Event mit vielen schönen Momenten

Ein Event mit vielen schönen Momenten<br />
Bei ihrer Familie in Imsterberg konnte sich Katharina Schiechtl (l.) ein wenig erholen. Foto: privat
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Imst  Martin Grüneis
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Ein Event mit vielen schönen Momenten

In England fand unlängst die Fußball-Europameisterschaft der Frauen statt. In einem sehenswerten Finale konnte sich das Team von der Insel gegen die DFB-Frauen durchsetzen. Auch dem ÖFB-Team gelang es, mit einer beherzten Leistung das Publikum in den Stadien sowie vor den Bildschirmen zu begeistern. Beinahe 69.000 Menschen befanden sich beim Eröffnungsspiel zwischen England und Österreich im Old Trafford. Endstation war für die ÖFB-Frauen im Viertelfinale. Mit Katharina Schiechtl nahm auch eine Kickerin aus dem Bezirk Imst an der Europameisterschaft teil.
Rundschau: Wie war die Vorbereitung auf die Europameisterschaft in England? Was für ein Ziel habt ihr euch gesetzt?
Katharina Schiechtl: Die Vorbereitung war gut und intensiv. Sie war in zwei Blöcke geteilt, wobei der erste athletische Aspekte beinhaltete und der zweite technisch-taktische. Mit Dänemark und Belgien hatten wir zwei super Gradmesser als Testspielgegner. In erster Linie wollten wir unser Herz am Platz lassen und gut performen.

RS: Wie war die Stimmung im ÖFB-Team während der EM?
Schiechtl: Die Stimmung im Team war sehr gut. Zwar hatten wir immer wieder mit kleinen Rückschlägen zu kämpfen, wie Verletzungen oder Corona-Erkrankungen, aber das hat die Stimmung nicht beeinträchtigt und wir sind als Team zusammengerückt. Dieser Zusammenhalt und Teamspirit zeichnet uns aus – wir fühlen uns alle wohl im Team.

RS: Ihr durftet das Eröffnungsspiel im Old Trafford bestreiten. Wie sehr habt ihr euch darüber gefreut?
Schiechtl: Die Freude, das Eröffnungsspiel bestreiten zu dürfen, war riesig. Vor einer solchen Kulisse zu spielen, das war etwas sehr Besonderes, zumal man nicht oft die Chance bekommt, ein Eröffnungsspiel bei einem großen Turnier zu spielen – es war ein absoluter Gänsehaut-Moment.

RS: Wie hat es sich generell angefühlt, an einer Europameisterschaft im Heimatland des Fußballs teilnehmen zu dürfen?
Schiechtl: Man hat beim Turnier die Begeisterung und Euphorie des Landes gespürt. Die Liebe zum Fußball hat sich von den Rängen auf den Platz übertragen und hat für diese einmalige Kulisse gesorgt.

RS: Wie würdest du das Rundherum beschreiben? Wie stark war die österreichische Fan-Szene vertreten?
Schiechtl: Die österreichischen Fans waren großartig und haben uns live Vorort wirklich toll supportet. Diesen Rückhalt hat man im Stadion immer gespürt. Auch Familie, Freunde und Bekannte haben mich im Stadion unterstützt – dafür bin ich sehr dankbar. Es war schön, diese Momente mit ihnen zu teilen und mich nach den Spielen mit ihnen auszutauschen.

RS: War die Begeisterung für die EM auch außerhalb der Stadien deutlich spürbar? Bist du mit einigen Fußballfans in Kontakt gekommen?
Schiechtl: Die Europameisterschaft war an den Spielorten wirklich sehr präsent. Die Städte haben mit Plakaten gute Werbung und das Ereignis sichtbar gemacht. Die Stimmung auf den Fanfesten war anscheinend auch sehr gut. Vor den Spielen wurden wir durch zahlreiche Fans am Stadion empfangen und nach den Spielen hatte man viel Kontakt zu den Fans, hat Autogramme verteilt und Fotos gemacht. Speziell war auch das gemeinsame Singen von „I am from Austria“.

RS: Wie groß war die mediale Aufmerksamkeit?
Schiechtl: Das Interesse der Medien war deutlich spürbar. Es hat uns gefreut, dass so viel über uns berichtet wurde.

RS: Wie zufrieden warst du mit den Rahmenbedingungen?
Schiechtl: Die Rahmenbedingungen waren sehr gut. Wir konnten uns gut vorbereiten und uns auf die Aufgaben konzentrieren.

RS: Im St. Mary’s Stadium gelang es dir, gegen Nordirland den Führungstreffer zu erzielen – wie fühlte sich dieses Erlebnis an?
Schiechtl: Das Gefühl war überwältigend und wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Ein EM-Tor zu schießen ist etwas Besonderes und es hat mich sehr gefreut, dass ich dem Team damit helfen konnte.

RS: Ein Spiel gegen die DFB-Elf ist natürlich auch immer etwas Besonderes – war das ÖFB-Team ob der Niederlage im EM-Viertelfinale sehr enttäuscht?
Schiechtl: Die Enttäuschung war nach dem Spiel schon groß, mit etwas mehr Glück wäre an diesem Tag mehr drin gewesen. Wir haben gegen Deutschland gut mitgehalten und sind unserem Spiel treu geblieben. Mit etwas Abstand bleibt dann aber doch der Stolz. Wir haben uns in allen Spielen gut präsentiert, konnten begeistern und andere Nationen überraschen. Wir sind mit erhobenem Haupt aus dem Turnier ausgeschieden.

RS: Was wird dir von dieser Europameisterschaft in Erinnerung bleiben?
Schiechtl: Es gab viele unvergessliche Momente. Es war eine tolle Reise mit wundervollen Menschen.

RS: Wie zufrieden warst du mit deiner Leistung und dem Auftreten der Mannschaft?
Schiechtl: Ich habe – wie alle im Team – versucht mein Bestes für die Mannschaft zu geben – im Training und am Spieltag. Dass es bei meinem Einsatz so gut funktioniert hat, freut mich sehr. Jede Spielerin hat sich zu 100 Prozent dem Team untergeordnet, das zeichnet uns aus und dadurch treten wir als geschlossene Einheit auf.

RS: Wie hat sich der Frauenfußball deiner Meinung nach entwickelt? Inwieweit hat dieses Großevent zu einer positiven Wahrnehmung beigetragen?
Schiechtl: Dieses Event war ein großer Schritt in die richtige Richtung. Es geht nicht um Männer oder Frauen. Es geht um Fußball. Die Spiele waren technisch sowie taktisch auf hohem Niveau und die Mannschaften sind athletisch sehr gut ausgebildet. Die Spiele waren attraktiv und die EM hat gezeigt, dass unser Fußball in gleicher Weise Menschen begeistern kann.

RS: Welche Unterschiede gibt es noch im Vergleich zum Männerfußball, die es dringend zu beheben gilt?
Schiechtl: In erster Linie müssen die Rahmenbedingungen bei den Vereinen angeglichen werden. Wir wollen die Chance, unter gleichen Bedingungen trainieren zu können. Da gibt es noch zu große Unterschiede.

RS: Hattest du diesen Sommer auch ein wenig Zeit, dich vom ganzen Trubel zu erholen?
Schiechtl: Ich hatte ein paar schöne Tage bei meiner Familie in Imsterberg. Das war sehr erholsam.

RS: Was sind deine Ziele mit Werder Bremen für die neue Saison in der Bundesliga?
Schiechtl: Wir wollen wieder den Klassenerhalt sichern, uns fußballerisch weiterentwickeln und mutig auftreten.
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