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Imst | Sport | 8. März 2021 | Albert Unterpirker

„Fußball ist nicht das Wichtigste der Welt“

„Fußball ist nicht das Wichtigste der Welt“
Auch für Silz/Mötz (gelb, hier mit Daniel Strickner) heißt es weiter: Bitte
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Nachwuchsfußball darf öffnen – Erwachsenen-Meisterschaft (noch) nicht

Nach den zuletzt verkündeten Maßnahmen seitens der Bundesregierung gehen im Tiroler Oberland und unter den Sportverantwortlichen die Wogen hoch, das Land scheint mittlerweile noch mehr gespalten zu sein als bisher. Sorgte schon der Bezirk Schwaz und dessen Nicht-Abschottung bei vielen Oberländern für Kopfschütteln, stoßen jetzt die neuesten Informationen bezüglich „Sport-Lockerungen“ sauer auf. Aber auch in diesem Fall teilen sich mitunter die Meinungen.
Von Albert Unterpirker

Es wird unter der Bevölkerung immer schwieriger. Während in Vorarlberg aufgrund der niedrigen Corona-Zahlen demnächst so etwas wie eine kleine Normalität im Alltags- und auch Sportgeschehen einziehen soll, driften im Tiroler Oberland die Meinungen hinsichtlich der hier geltenden Maßnahmen noch weiter auseinander. Dabei steigen die Infektionszahlen mittlerweile auch im Bezirk Imst und im Bezirk Landeck wieder (stark) an – was auch für eine zukünftige Beurteilung für einen Start der Fußball-Ligen nicht unwesentlich ist. Zudem hadert man im Oberland teilweise enorm mit den „verpassten“ Lockerungen. Einzig der Nachwuchs soll im Sport- beziehungsweise Fußballbereich von den neuen Maßnahmen profitieren. Kindern und Jugendlichen will die Bundesregierung als allererstes helfen. Ab Mitte März soll hier Sport betreiben wieder erlaubt sein. Hart ins Gericht geht indessen der Imster ASVÖ-Bezirksobmann Max Heinz mit den jüngsten Verlautbarungen von Bundeskanzler Kurz und Bundesminister Anschober: „Das kann es nicht sein, das ist alles unausgegoren! Ich frage mich, welche Wertigkeit der Sport für die Regierung hat? Offensichtlich haben die damit nichts am Hut! In meinen Augen ist das nicht nachvollziehbar und unverständlich!“ Am liebsten würde er demonstrieren gehen, „aber das bringt uns alle nicht weiter“, so der Bezirksobmann. Gemeint ist von dieser Kritik vor allem, dass der Erwachsenen-Fußball beziehungsweise Sport im März wohl noch nicht öffnen kann. Mit Ausnahme von Kinder- und Jugendsport. „Besser als nichts“, konstatiert Heinz, „aber das ist in meinen Augen eine Alibihandlung.“ Jedenfalls: „Die Stimmung ist am Boden. Im Nachwuchs kommen uns die Kinder abhanden.“ Was soll zuerst aufmachen, Gastro, Sport oder Kultur – oder alles gleichzeitig? „Klar, wir müssen uns schon an den Zahlen orientieren, aber die Entwicklung in den Intensivstationen ist seit Monaten konstant.“ Ob er übereinstimme mit Meldungen, wonach viele Kinder und Jugendliche aufgrund verschiedener Pandemie-Maßnahmen mittlerweile an depressiver Symptomatik leiden? „Das finde ich übertrieben.“ Vielleicht sei es in den Städten so, aber nicht am Land. Er selbst kenne kein einziges Kind mit einer solchen Symptomatik. Wie wird es seiner Ansicht nach mit dem Tiroler Fußball-Unterhaus weitergehen? Heinz: „Bis Ende März wird wohl nichts sein!“ Man solle aber versuchen, zumindest die Herbstspiele abzuschließen. „Wenn wir vor April nicht anfangen können zu trainieren – wie willst du dann in rund zwei Monaten 15 Spiele durchbringen?“ Und was ist seine Meinung bezüglich der „Causa Bezirk Schwaz“? „Das habe ich als Fehler empfunden, dass man da zu lange gewartet hat! Wenn sowas gemacht wird, dann sofort – und nicht drei Tage warten!“

WEITERE SCHRITTE. In dieselbe Kerbe schlägt Manuel Westreicher, Obmann vom SC Sparkasse Imst: „Das ist eine absolut schwierige Situation für uns alle. Wenn ein Verein keinen Spielbetrieb hat, hat er auch keinen Nutzen für die Gesellschaft – und somit auch keine Existenzberechtigung. Wir überlegen uns Mittel und Wege, um den Weg fortzuführen. Wir überlegen uns weitere Schritte.“ Sein Statement zur Erlaubnis beim Nachwuchsfußball: „Das ist eines der wichtigen Sachen. Aber: Wenn die Kinder die Möglichkeit haben, dann ist das auch für den kompletten Breitensport möglich!“ Wie sieht seine Gefühlslage nun wegen der Meisterschaft aus? „Das höchste der Gefühle wird wohl sein, dass man die Herbstmeisterschaft zu Ende spielt. Wir hoffen, dass wir auch noch ÖFB-Cup spielen können – aber eigentlich ist das alles Kaffeesudleserei.“ Und: „Ohne Zuschauer kein Fußball!“ Das Playoff in der Regionalliga Tirol sieht Westreicher also quasi bereits den Inn hinunter rinnen. Ein Danke möchte er an Nachwuchsleiter Rene Grüner aussprechen. „Er wurde mit dem Nachwuchstraining bezüglich ‚Zoom’ aktiv – das hat gut funktioniert!“ PS: Imst hätte noch drei Herbst-Meisterschaftsspiele in der Regionalliga Tirol zu absolvieren.

SOZIALER KONTAKT. Etwas anderer Meinung bezüglich der Maßnahmen ist Silz/Mötz-Obmann Christian Kranebitter: „Die Nummer eins ist die Gesundheit der Bevölkerung! Wir haben kein großes Problem damit, dass die Erwachsenen mal Pause haben.“ Aber: „Ein Konzept für die Kinder ist nun extrem wichtig, dass man zum Beispiel Lauftraining hat. Ein Spiel ist jetzt nicht mal so wichtig. Es geht darum, dass die Kinder jetzt Bewegung und sozialen Kontakt haben oder Technik üben können.“ Es seien zwar nur Gerüchte, „aber man hört, dass durch die lange Zeit (des Lockdowns) der Bezug zu unserer Sportart verloren geht“. Und bezüglich Tiroler Liga oder Regionalliga (die SGP spielt um einen Aufstiegsplatz): „Wir müssen jetzt nicht so übermotiviert sein, Fußball ist nicht das Wichtigste der Welt. Trotzdem würde ich mich freuen, wenn der Verband die Wertung nach 15 Runden machen würde.“ Silz-/Mötz (Tirol Liga) hätte noch zwei Nachtragsspiele der Herbstmeisterschaft zu absolvieren. „Wenn diese zwei noch gespielt werden würden, dann wäre das schon gescheit, dann hätten wir eine Wertung.“ Zumindest wäre zum momentanen Zeitpunkt das die gerechteste (der schlechtesten) Variante(n). Sollte es heuer pandemiebedingt keinen Aufsteiger geben, „dann versuchen wir es halt im nächsten Jahr wieder“.

AUFGESTOSSEN. Differenziert sieht die neuen Maßnahmen auch ASKÖ-Vizepräsident Oberland Herbert Frank aus Zams: „Wir hoffen schon, dass im Nachwuchsbereich was passiert, und dass das jetzt umgesetzt wird. Für viele unserer Mitglieder ist es nicht verständlich, dass die Kinder in die Schule gehen können, aber Sport dürfen sie nicht betreiben.“ Zudem wäre man „froh, wenn man ein Konzept hätte, auf was man sich zumindest im Außenbereich einstellen kann“, so Frank, der anfügt: „Man könnte auch Hygienekonzepte umsetzen. Natürlich wäre es auch für die Erwachsenen wichtig, aber das Allerwichtigste ist, dass man den Kindern jetzt Sport ermöglicht – die wollen sich ja wieder mit Gleichgesinnten treffen.“ Allerdings müsse man nun erst schauen, welche genauen Verordnungen kommen. Apropos: Auch Frank sieht bezüglich der „Causa Bezirk Schwaz“ gewisse Versäumnisse. „Eine Abriegelung dieses Bezirkes hätte wesentlich früher passieren müssen. Das war für viele von uns nicht nachvollziehbar, und hat vielen Tiroler Mitbürgern aufgestoßen. Den Rest Österreichs schützt man vor Tirol, aber die anderen Tiroler nicht? Nach dem Motto: Ihr haltet das schon aus? Es gab ja Leute, die auf Hundert sind, wenn sie nur ein Schwazer Kennzeichen (hier im Oberland) sehen.“ Zudem gäbe es im Sport viele Verknüpfungspunkte zwischen dem Ober- und Unterland. „Wenn so was (wie ein Virus) im Hintergrund schwelt, wäre es wohl unverantwortlich, wenn dort aufgemacht würde.“
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