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Imst | Sport | 29. Oktober 2019 | Klara Fritz

Mythos Weltcup – jetzt beginnt der Winter

Die Sölderin Franziska Gritsch – von einem Sölden-Kid zur Top-Athletin des ÖSV. Rang sieben und der Mythos Weltcup lebt. RS-Foto: Hirsch
Die Sölden-Kids mit Skiclub-Obmann Sigi Grüner vor der Fanparade. „Als oberstes Ziel sehen wir es an, unserer Jugend die Möglichkeiten zum Skisport zu bieten“, so Obmann Grüner. RS-Foto: Hirsch
Seit 2012 bei der Fanparade dabei. Der Ted Ligety Fanclub aus dem Erzgebirge. 600 Kilometer haben die 20 Fans zurückgelegt, um „ihren“ Athleten zu unterstützen. RS-Foto: Hirsch
Besonderes Highlight für die Sölden-Kids, die Startnummernübergabe an die Sportler. Im Bild Manuel Feller, der letztlich als bester Österreicher mit der Startnummer zwölf, Rang zwölf belegte. RS-Foto: Hirsch
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Beste Läuferin im ÖSV-Kader: Franziska Gritsch auf gutem Rang sieben


Traditionsgemäß startet der Alpine Skiweltcup in Sölden in die Saison 2019/2020. Bei echtem Kaiserwetter eröffneten die Top-Damen der Skiszene den FIS Skiweltcup mit dem Riesentorlauf am Rettenbachgletscher. Am Ende des Tages kann der Skiclub Sölden auf ein historisches Ergebnis blicken. Die Sölderin Franziska Gritsch schwang sich auf den siebten Platz. Sigi Grüner, Obmann Skiclub Sölden, über Weltcup, Teamarbeit, den Hang und Fanclubs.


Von Friederike Hirsch


Sölden präsentierte sich am Wochenende von seiner schönsten Seite. Bei Kaiserwetter startete der Alpine Skiweltcup in die Saison 2019/20. Die „Weltveranstaltung auf 3000 Metern“, wie sie Skiclub-Obmann Sigi Grüner nennt, macht bei potenziellen Urlaubsgästen via TV-Übertragungen wieder gehörig Lust auf’s Skilaufen. Jährlich zieht der Startschuss zum alpinen Weltcup-Winter tausende Besucher nach Sölden. Heuer meinte es der Wettergott auch mit den Herren gut. Ein einwandfreier Riesentorlauf der Herren bei besten Bedingungen konnte gefahren werden. Spannende Wettkämpfe, eine Top-Organisation, ein buntes Rahmenprogramm und treue Fanclubs –das sind die Zutaten für den Alpinen Skiweltcup in Sölden. Der Skiclub Sölden veranstaltet das Großereignis im Auftrag der FIS und des ÖSV seit 1993.



Schiclub Sölden

Der Skisport in Sölden und speziell der Skiclub hat eine bereits über 90-jährige Geschichte aufzuweisen. Der 13. November 1922 war die Geburtsstunde des Skiclubs, als der Skiclub durch Isidor Riml gegründet wurde. Bis heute werden Weltcup- und Europacup-rennen, FIS-, Bezirkscup-, Skiclub- und Vereinsrennen veranstaltet. Seit 2007 ist Sigi Grüner, fünfmaliger Tiefschneeweltmeister, Hotelier und Schafbauer, Obmann des Clubs. „Natürlich könnte der Skiclub Sölden den jährlichen Weltcup nicht allein ausrichten. Dazu braucht es einfach mehr helfende und kompetente Hände. Der Bezirksskiverband und mehrere 100 Leute aus den Bezirken unterstützen uns tatkräftig. Dafür muss ich einmal mal ganz herzlich Vergelt’s Gott sagen“, meint Grüner. Für alle Helfer, ob im Tal oder auf dem Hang, gilt dabei: „Die Stunden werden nicht gezählt. Das Ergebnis muss stimmen.“ Und das Ergebnis stimmt jedes Jahr. Zauberwort bei der Durchführung des Weltcups ist Teamarbeit. „Am Ende zählt die gute Zusammenarbeit mit allen Vereinen, den Rettungskräften, der Exekutive und der Bevölkerung“, ist sich Grüner sicher.




Seit 2012 bei der Fanparade dabei. Der Ted Ligety Fanclub aus dem Erzgebirge. 600 Kilometer haben die 20 Fans zurückgelegt, um „ihren“ Athleten zu unterstützen. RS-Foto: Hirsch

Hauptdarsteller ist der Hang

Der Riesentorlauf zum Auftakt der Alpinen Skisaison wäre wohl nicht so legendär, gäbe es den Hang nicht. Alljährlich zeigt der Hang ein anderes Gesicht. Eine Herausforderung für die Pistenpräpariere, die Rennläufer und das Organisationskomitee. Unterhalb der Strecke befindet sich Gletschereis und das verändert den Hang stetig. Der Hang wird im unteren Bereich von Jahr zu Jahr etwas steiler. Als ob die Neigung von 65 Prozent noch nicht genug wäre. Selbst Sigi Grüner, der fast schon mit den Skiern am Fuß auf die Welt gekommen ist, hat vor diesem Hang Respekt: „Der Hang ist anspruchsvoll. Ich selbst habe ihn maximal rutschend bezwungen. Gerade der Steilhang ist in seiner Länge extrem schwierig.“ Glaubt man den Rennläufern, so lautet die Devise für die perfekte Fahrt: „Im oberen flachen Bereich in den Rhythmus kommen, bevor es im Steilhang gilt, die Linie zu halten und möglichst aktiv zu fahren, um dann die Geschwindigkeit mit ins Ziel zu nehmen.“ Hört man sich im Lager der Rennläuferinnen um, so wird das Rennen in Sölden nach wie vor als das schwierigste der Saison beschrieben. Kein leichtes Unterfangen für die Damen und Herrn zum Auftakt der Saison. Aber gerade deshalb ist der Riesentorlauf am Rettenbachgletscher ein guter Stimmungsbarometer für den Gesamtweltcup.



Legendäre Fans und Sölden-Kids

Die Kuhglocken und Schellen der Fans sind bis zum Starthaus hinauf zu hören. Die optischen und akustischen Einlagen der Fans im Zielgelände treiben die Fahrer zu Höchstleistungen an. Seit Beginn der Weltcup-Geschichte im Ötztal tragen die Zuschauer und Fanclubs wesentlich zur einzigartigen Stimmung bei. Als ein echter Publikumsmagnet hat sich dabei die Fanclub-Parade herausgestellt. Alljährlich ziehen alle Fanclubs gemeinsam durch das Dorf in Richtung Postplatz, um den Auftakt in die neue Weltcup-Saison gebührend zu feiern. Ob bayrische Blasmusik, Schweizer Kuhglocken oder französische Chansons – hauptsache laut, amüsant und farbenfroh. Die Sölden-Kids, die kleinsten im Skiclub Sölden, eröffnen dabei die Parade. Besonders stolz sind die Kleinen, wenn sie anschließend die Startnummern an die Herrn vergeben dürfen. Auch Franziska Gritsch, die heuer auf den sensationellen siebten Platz geschwungen ist, war schon als sechsjährige dabei. Von der Fanparade, zur Startnummernübergabe und von der Vorläuferin zu einer Top-Athletin des ÖSV. Das ist der Mythos Weltcup in Sölden.




Die Sölden-Kids mit Skiclub-Obmann Sigi Grüner vor der Fanparade. „Als oberstes Ziel sehen wir es an, unserer Jugend die Möglichkeiten zum Skisport zu bieten“, so Obmann Grüner. RS-Foto: Hirsch


Besonderes Highlight für die Sölden-Kids, die Startnummernübergabe an die Sportler. Im Bild Manuel Feller, der letztlich als bester Österreicher mit der Startnummer zwölf, Rang zwölf belegte. RS-Foto: Hirsch
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