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Imst | Sport | 22. März 2021 | Mel Burger

Stopp im Reitsport durch Pferdevirus

Stopp im Reitsport durch Pferdevirus
Auch die diplomierte Tierärztin Tanja Kroer von der mobilen Pferdepraxis Dr. Lorenz empfiehlt jährlich zwei Gesundheitschecks und die erforderlichen Impfungen. RS-Foto: Burger
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Nach Corona-Stopp bremst nun zusätzlich das Herpesvirus den Wettbewerbsbetrieb

Mit dem Hoffen vieler Sportler auf Erleichterungen im Wettbewerbsbetrieb fingen auch die Reiter am Anfang des Jahres wieder an zu trainieren, um zumindest die Freiluftsaison spätestens im Mai zu eröffnen. Aktuell grassiert jedoch das Herpesvirus unter den Pferden: In ganz Österreich werden Fälle bekannt und derzeit wurden alle Turniere gestoppt.
Von Mel Burger

Eigentlich freuten sich Profi- und Amateurreiter auf die kommende Saison, da man schon im Vorjahr wie alle anderen Sportarten von der Pandemie betroffen war und viele Veranstaltungen zum größten Teil auch abgesagt werden mussten. Aktuell kommt zu den derzeitigen Corona-Auflagen nun auch der Ausbruch des hochgradig ansteckenden Herpesvirus für Pferde hinzu und die Internationale Dachorganisation des Pferdesportverbandes sah sich gezwungen, alle internationalen wie nationalen Turniere vorläufig bis Mitte April auszusetzen. Das Virus wird von den meisten Tieren ein Leben lang in sich getragen, wobei die Krankheit selbst oftmals im Frühling angesichts von Wetterschwankungen, dem üblichen Fellwechsel oder auch Stress ausbricht – dazu meist noch unbemerkt.

VERANSTALTUNGEN. Manchmal sind nur einzelne Ställe betroffen – durch den Stressfaktor auf Turnieren kann die Krankheit jedoch gerade bei Veranstaltungen im Frühjahr direkt ausbrechen, wobei sich das hochansteckende Virus dann auch rasend schnell verbreiten kann, wie beispielsweise dieses Jahr im Februar auf je einem Turnier in Spanien und in Italien, an denen auch Berufsreiter aus Österreich teilnahmen. Schon in den ersten Tagen wurden einige Fälle registriert und so gut wie möglich die infizierten von den gesunden Tieren getrennt. Dennoch verstarben Tiere – und bis heute sind manche Reiter noch immer vor Ort, um die Genesung ihrer Tiere abzuwarten. Die Symptome der Krankheit sind derweil vielfältig, reichen von Atemwegsproblemen über starke Fieberschübe bis hin zu neurologischen Ausfallerscheinungen. In den schlimmsten Fällen muss ein Tier über Tage hinweg mit einem Tragegurt aufgehängt werden, um es am Leben halten zu können. Ähnlich wie im ganzen Land verzeichnete auch die bekannte Reitanlage Schindlhof der Familie Haim-Swarovski mehrere Infektionsfälle – binnen kürzester Zeit waren trotz jährlich vorgenommener, vollständiger Durchimpfung 20 der 40 Tiere betroffen, wobei bisher drei Infektionen mit dem Tod endeten. Seine Tiere hätten sich allerdings nicht beim Turnier in Spanien angesteckt, erklärt Klaus Haim-Swarovski, ebenso Präsident des Tiroler Pferdesportverbandes. Betroffen ist auch die bekannte Vorarlberger Springreiterin Katharina Rhomberg, deren Tiere sich in Italien angesteckt hätten.

MAßNAHMEN. Dr. Rainer Lorenz, Veterinär aus Inzing, empfiehlt die Impfung, schütze sie zwar nicht vor der Infektion, führe jedoch zu einem milderen Verlauf, sofern alle Tiere eines Stalls geimpft werden. Zudem würden viele Veranstalter auf die Impfung bestehen, die nach einer Grundimmunisierung jedes Jahr aufgefrischt werden muss. Auch hohe Hygienestandards würden zur Eindämmung beitragen, können doch neue Einsteller und auch Menschen das Virus von Stall zu Stall tragen. 

KNAPPER IMPFSTOFF. Dass nicht nur der Turniersport betroffen ist, bestätigt Pferdezüchter Lothar Zebisch aus dem Bezirk Imst. Er sei dementsprechend froh, alle seine Tiere geimpft zu haben, und empfiehlt diese Vorsichtsmaßnahme auch seinen Kollegen. Da der Impfstoff in Österreich aber derzeit als vergriffen gilt, ist vorsichtiges Ausharren geboten, wobei die Ställe untereinander zum Teil ein Besucher- und Umsiedelverbot ausgesprochen haben. Bleibt zu hoffen, dass alle Fälle glimpflich verlaufen und weitere Ansteckungen ausbleiben.
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