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Imst | Sport | 29. November 2022 | Albert Unterpirker

„Wenn es den Verein da noch gibt“

„Wenn es den Verein da noch gibt“<br />
Die älteste Rodelbahn der Welt im Imster Putzenwald ist (sehr) in die Jahre gekommen, außerdem müssen zum Beispiel bei zu warmer Witterung die Rennen abgesagt werden. Gestartet wird nur ab der Mitte der Bahn. RS-Foto: Unterpirker
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RV Imst: Bei fehlender Bahn-Unterstützung könnte das Damoklesschwert fallen

Während der sportliche Weg beim Rodelverein Imst steil nach oben zeigt – die Nachwuchsarbeit trägt bereits (seit längerem) zahlreiche Früchte – beschäftigt den Verein momentan ein anderes Dilemma: Die Finanzierung einer neuen, zeitgerechten Bahn. Nicht alle Player scheinen diesbezüglich an einem Strang zu ziehen.
„Herausragend waren natürlich die Erfolge unserer fünf Sportler, die Zimmermann-Mädls (Lara, Lena und Lisa, Anm.) sowie Fabio (Zauser) und Riccardo (Schöpf)“, sagt Obmann Peter Schmid zur vergangenen Saison. Auch die Abwicklung der – je nach Witterung – jährlich stattfindenden internationalen Rennen auf der Putzenwaldbahn habe bestens geklappt. „Ich kann mich nur bei den ganzen Mitarbeitern bedanken – wir haben 26 Bahnarbeiter, das gibt es wahrscheinlich nirgendwo!“ Derzeit hat der RV Imst 219 Mitglieder, mit Tendenz nach oben. Änderungen würden nächstes Jahr im Vorstand anstehen, „wenn es unseren Verein da noch gibt“, so Schmid. Dazu aber später. Indessen laufe das Training bei den drei Imster ÖRV-Aushängeschildern Fabio Zauser (Junio-ren-Vize-Europameister, Gesamt-Weltcupsieg in Jugend A, Einzel), Riccardo Schöpf (Doppelsitzer, Allgemeine Klasse, gute Weltcup-Platzierungen), und Lisa Zimmermann (Gesamt-Weltcupsieg in Jugend A, Doppelsitzer) ziemlich gut. „Bei mir ist es noch schwer zu sagen, wir müssen noch viel Material testen, aber formmäßig soll es an mir nicht scheitern“, sagt Zauser.

KOSTEN. Neben den zahlreichen sportlichen Highlights fand mit der Stadt- und Vereinsmeisterschaft in Hoch-Imst wieder ein sehenswerter Event statt. „110 Starter ist einfach super, das muss man sagen“, blickt Schmid zurück, „da sieht man den Zusammenhalt bei den Leuten.“ Einen absoluten Meilenstein stellte freilich das 70-Jahre-Jubiläum dar – inklusive (vorangegangenem) Konzert „mit über 1.000 Besuchern“ am Rathausplatz. Bei der eigentlichen stimmungsvollen 70-Jahres-Feier im Schützenheim „waren alle FIL- und ÖRV-Größen“ vor Ort. Ziemlich auf die Stimmung drückt beim Verein allerdings das Thema „Bahn“. Bund und Land hätten bezüglich der Errichtung eines neuen, modernen Eiskanals im Putzenwald die Finanzierung zugesagt. Die Kosten dafür würden rund 5 Millionen Euro  betragen. „Es gibt eine Drittelfinanzierung (Bund, Land, Stadt), zur Zeit liegt es nur mehr an der Stadt“, sagt der Obmann. Dabei würde die Stadt sein Drittel ebenfalls beisteuern. Spießen könnte es sich bezüglich der Erhaltungskosten. „Die liegen zwischen 50.000 und 100.000 Euro pro Jahr, wobei die Stadt gerne möchte, dass davon der ÖRV 90% übernimmt.“

NACHWUCHS. Das würde aber laut Schmid der ÖRV wiederum nicht wollen. Ein Dilemma, das nun seit längerer Zeit an Allen im Verein nagt, und die Zukunft des Vereins quasi am seidenen Faden hängen lässt. „Wir stellen heuer (für die internationalen Rennen im Jänner, Anm.) die Bahn nochmals auf (u.a. händisches Eineisen/Aufmatschen des kurzen, unteren Bereichs, Anm.), aber bis zum März (2023) will ich nun wirklich wissen, was Sache ist! Ob es weitergeht, oder nicht.“ Er sei von verschiedenen Seiten in den vergangenen zwei Jahren immer wieder vertröstet worden. Fix ist: „Die Bahn ist am Ende.“ Gibt es die Bahn nicht mehr, stirbt zum Schluss auch der Nachwuchs. „Es liegt nicht an mir oder an uns“, sagt Schmid, „und es braucht eine Entscheidung.“ Die Bahn soll im Zuge dieses Projekts komplett abgerisschen und neu gebaut werden – und zwar von ganz oben (von der Rodelhütte weg). „Du könntest hier dann Sommer wie Winter fahren, mit Skeleton und Rodel.“ Die Bahn samt Rodelhütte habe man als Verein bis 2035 in Pacht (Gemeinde). Die Uhr tickt, Schmid: „Es geht um den Nachwuchs.“ Und der fährt weit vorne (in der Weltspitze) mit.
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