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Imst | Wirtschaft | 3. November 2020 | Manuel Matt

„Eine ziemliche Katastrophe“ – und ihre Lösung

„Eine ziemliche Katastrophe“ – und ihre Lösung
Nur eine der Prantl-Baustellen in Bayern: Ein Blick in die Ludwigstraße, eine der Prachtboulevards in der Münchner Innenstadt, wo das heimische Bauunternehmen im Auftrag der Stadtwerke die Tiefbauarbeiten für die Verlegung von Fernkälte-Leitungen erledigt. Foto: Prantl Roppen
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Die bayerischen Corona-Regeln beim Grenzübertritt und die Auswirkungen, am Beispiel eines Bauunternehmens im Bezirk

Wer aus einem Risikogebiet wie Tirol zu Berufs- oder Bildungszwecken mindestens einmal wöchtentlich nach Bayern einreisen möchte, muss den zuständigen Behörden regelmäßige Corona-Tests vorlegen. Das stellt gerade Betriebe vor Herausforderungen – wie das Unternehmen Prantl Roppen Erd- und Leitungsbau GmbH, das momentan an der Entstehung mehrerer Projekte im Freistaat und im ganzen süddeutschen Raum beteiligt ist.
Von Manuel Matt

Seit 23. Oktober gilt in Bayern die Testpflicht für Berufs- und Bildungspendler aus Risikogebieten. Die Verordnung überraschte die heimische Politik – und auch heimische Unternehmen wie die in Roppen ansässigen Firma Prantl, die sich auf Erd- und Leitungsbau spezialisiert hat. Gearbeitet werde momentan in ganz Süddeutschland, „von Ulm bis Berchtesgaden“, informiert die kaufmännische Geschäftsführerin Andrea Prantl auf RS-Nachfrage – und allein in Bayern sei man auf sieben, acht Baustellen vertreten, unter anderem in der Hauptstadt München. Dementsprechend sei die Ankündigung aus Bayern nur wenige Tage vor Erlass der Verordnung „natürlich eine ziemliche Katastrophe“ gewesen, sagt sie – „und hat bei uns zuerst kurzzeitig Panik ausgelöst.“ Immerhin wollten am Montag nach der Verordnung 47 Mitarbeiter über die bayerische Grenze gebracht werden, „und zusätzliche sieben Mitarbeiter weiter nach Ulm in Baden-Württemberg“, erzählt die Geschäftsführerin des rund 75 Mitarbeiter zählenden Bauunternehmens, dessen Aufträge bis zu etwa 80 Prozent in Süddeutschland abgewickelt werden: „Das war schon eine echte Herausforderung, das zu organisieren!“

HAFEN BRINGT NIX, LIEBER ZUM HAUSARZT. „Wir haben uns natürlich vor Ort in München erkundigt. Da war eine Testung von nicht-deutschen Bürgern nicht möglich“, erinnert sich Prantl. Anschließend wandte sich das Unternehmen an die heimische Wirtschaftskammer. „Dort war man aber im ersten Moment gleich überfordert wie wir“, sagt die Geschäftsführerin: „Logischerweise, weil’s ja null Vorbereitungszeit gab.“ Zwar gebe es einzelne Testmöglichkeiten in Tirol, wie am Innsbrucker Hafen, „was uns aber überhaupt nichts nützt, weil dort von Montag bis Freitag bis 11 Uhr getestet wird. Da befinden sich unsere Mitarbeiter noch in Deutschland“, sagt Prantl, die aber dennoch erleichtert ist: „Wir haben Gott sei Dank derweil eine Lösung gefunden mit unserem Hausarzt, der uns die Tests abnimmt – in Zusammenarbeit mit einem Labor in Zams, das uns die Tests auch zeitgerecht auswertet.“ So hätten nun alle Mitarbeiter ordnungsgemäß die Grenze passieren können – „und nun gibt’s in Deutschland die Möglichkeit, dass sich Berufspendler gratis testen lassen können.“ Die private Aktion habe dennoch um die 7.000 Euro gekostet, erklärt Prantl, die sich froh zeigt, dass es bei einer einmaligen Durchtestung geblieben ist: „Sonst wären das bis Jahresende rund 40.000 Euro an Kosten.“
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