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Imst | Wirtschaft | 3. März 2020 | Manuel Matt

Früher Fabrikshalle, heute kreativer Kraftplatz

Wo Musik entsteht: Ein Blick ins Innere der Aufnahmestudios Foto: Lighthouse Europe/Wilderness Studios
Ein „Fünf-Sterne-Ressort“ für Musikschaffende – die „Wilderness Studios“ in Nassereith. RS-Foto: Grüneis
Die Herren über eine mittlerweile abgeschlossene Baustelle: Florian Fellier (l.) und Felix Brunhuber (r.), gemeinsam das produzierende Songwriter-Duo „Wild Culture“ und Inhaber der „Wilderness Studios“ RS-Foto: Matt
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Heimisches Songwriter- und Produzentenduo eröffnet „Wilderness Studios“ in Nassereither Kastner-Fabrik


Dank langer Geschichte und reizvoller Umgebung ist die alte Textilfabrik in Nassereith alles andere als ein gewöhnliches Gebäude. Dementsprechend außergewöhnlich ist auch das Konzept von Florian Fellier und Felix Brunhuber, die in den stillgelegten Hallen ihr eigenes Tonstudio realisiert haben.


Von Manuel Matt


Wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung am vergangenen Wochenende waren es beim RUNDSCHAU-Besuch nur mehr einige letzte Handgriffe, die noch getan werden wollten. Das durch großzügige Panoramafenster freundlich hereinblinzelnde Tageslicht und der Ausblick auf die umliegende Bergwelt unterstreicht aber jedenfalls schon in der abschließenden Bauphase das Alleinstellungsmerkmal der Nassereither „Wilderness Studios“. Immerhin seien die meisten Studios – selbst die ganz großen – weltweit zumeist im Keller untergebracht, weiß Florian Fellier: „Uns geht’s aber auch um’s Flair!“



Anders als Anderswo

Der 30-jährige Imster kann dafür jedenfalls auf handfeste Erfahrung bauen, hat er doch gemeinsam als Songwriter- und Produzentenduo „Wild Culture“ mit seinem Geschäfts- und Kreativpartner Felix Brunhuber (28) unzählige Akustiktempel von innen gesehen – beispielsweise auch in Los Angeles, wo Popstar Katy Perry aufzunehmen pflegt. Eigentlich als DJ-Duo begonnen, können Fellier und Brunhuber übrigens mittlerweile auf 80 Millionen Streams auf den gängigen Internetplattformen in den letzten Jahren verweisen. Zuletzt arbeiteten die Songwriter für Peter Maffay – und sicherten sich dabei mit „Kopf hoch“ auch eine Goldene Schallplatte.




Ein „Fünf-Sterne-Ressort“ für Musikschaffende – die „Wilderness Studios“ in Nassereith. RS-Foto: Grüneis

Ein Luxus-Ressort für Musikschaffende

Gemütlich ist es in den „Wilderness Studios“ mit seinen vielen Sitzecken allemal. „Sein soll es ein Fünf-Sterne-Ressort für Musikschaffende“, sagt Fellier. Das Herzstück sind aber freilich die Aufnahmestudios selbst – drei futurisch anmutende, würfelähnliche Gebilde in schickem Schwarz, das lediglich von einem weißen Band aus Licht durchschnitten wird. „Akustisch entkoppelbar und technisch auf Weltniveau“, freut sich Brunhuber als studierter Tontechniker und Hauptverantwortlicher in technischen Belangen. Fellier zählt nach entsprechendem Studium unter anderem Marketing zu seinen Aufgaben und hat ebenso gut lachen: „Wir haben schon viele internationale Anfragen. Das Interesse ist groß.“



Miteinander

Kennengelernt hat sich das Duo in Bludenz, der Heimatstadt Brunhubers. Neun Jahre später und nach mehreren Radiohits können „Wild Culture“ auf ein weltweites Netzwerk an Kontakten bauen. „Selbst haben wir alles schwer lernen müssen“, blickt Fellier zurück. Auch deshalb sollen die „Wilderness Studios“ nicht nur den ganz Großen der Branche vorbehalten sein, sondern auch vielversprechenden Künstlern aus der Region, von denen es „extrem viele“ gebe. „Jeder ist willkommen, da braucht’s keine Hemmschwellen“, betont der Imster und verspricht Hilfe beim Aufbau für aufstrebende Talente – weil: „Miteinander isch schianer!“ Diesen Gedankengang verfolgt das Duo auch im Kulinarischen – dank Vereinbarungen mit heimischen Bauern und Betrieben werden kreative Geister in den „Wilderness Studios“ mit regionalen Produkten verköstigt.




Die Herren über eine mittlerweile abgeschlossene Baustelle: Florian Fellier (l.) und Felix Brunhuber (r.), gemeinsam das produzierende Songwriter-Duo „Wild Culture“ und Inhaber der „Wilderness Studios“ RS-Foto: Matt

Vorfreude

Dennoch sind es keine kleine Brötchen, die „Wild Culture“ backen möchte. Ziel ist vielmehr das Schaffen eines Mekkas für Musikschaffende, „ein neues Nashville im Gurgltal“, verrät Fellier in Anspielung auf die Hauptstadt des US-Bundesstaats Tennessee, die auch abseits der Countrymusik als musikalischer Nexus gilt. Um diesem Anspruch nahe zu kommen, widmeten sich Fellier und Brunhuber gemeinsam mit einem Architekten ein halbes Jahr der Planung, ehe im vergangenen August mit den Arbeiten begonnen wurde. Der Traum wusste bald zu überzeugen – beispielsweise auch das Regionalmanagement, das eine Förderung des Projekts durch Gelder der Europäischen Union ermöglichte. Für die Zukunft haben Fellier und Brunhuber reizvolle Events wie intime Konzertereignisse in Planung – nach vielen schlaflosen Nächten sowie der erfolgreichen Eröffnung am vergangenen Wochenende mit Weggefährten aus aller Welt und einem darauffolgenden Tag der offenen Tür haben „Wild Culture“ vor allem eine Beschäftigung im Sinn, die in den letzten Monaten sowieso viel zu kurz gekommen ist: Musik machen. „Wir können’s kaum erwarten“, schließen die frischgebackenen Inhaber eines Studios, das gewiss noch von sich hören lassen wird.

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