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Imst | Wirtschaft | 20. Dezember 2021 | Agnes Dorn

Lebensmittel retten und nicht wegwerfen

Lebensmittel retten und nicht wegwerfen
Thomas Seelos vom Adeg-Laden in Roppen freut sich über den sichtbaren Erfolg des Anti-Wegwerf-Projekts. RS-Foto: Dorn
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Initiative „To good to go“ hat auch den Bezirk Imst erreicht

Unsere Wohlstandsgesellschaft bringt es mit sich, dass laufend Überschüsse produziert werden, was gerade bei Lebensmitteln mit Mindesthaltbarkeitsdatum ein Problem ist. Die ursprünglich aus Dänemark stammende Initiative „To good to go“ hat es sich zum Ziel gemacht, unkompliziert überschüssige Lebensmittel zu einem Drittel des Originalpreises über eine App an den Verbraucher zu bringen. Neben Restaurants, bäuerlichen Betrieben und Hotels sind inzwischen auch Lebensmittelhändler mit an Bord. Der Adeg-Laden in Roppen ist der jüngste Partnerbetrieb, der bereits nach wenigen Tagen eine Erfolgsbilanz vorweisen kann.
Von Agnes Dorn

Die Idee ist so simpel wie genial: Ein bäuerlicher Betrieb, ein Lebensmittelhändler oder ein Restaurant produziert fast unausweichlich eine bestimmte Anzahl an Lebensmitteln, die am Ende eines Tages ihr Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht haben. Statt dieses durchaus noch genießbare Essen in den Müll werfen zu müssen, bietet der Betrieb es schließlich auf einer App an. Kunden, die diese App heruntergeladen haben, können diese Produkte schließlich kurz vor Ladenschluss zu einem sehr günstigen Preis abholen. Bezahlt wird direkt über die App mittels Kreditkarte oder Sofortüberweisung. Was österreichweit in Wien gestartet ist und sich im Mai vergangenen Jahres von Innsbruck auch über Tirol ausgebreitet hat, entwickelte sich inzwischen zu einem Erfolgsmodell gegen den Wegwerfwahnsinn unserer Gesellschaft. 

ABFALLREDUKTION. „Das Projekt hat eigentlich mit Restaurants begonnen und lange Zeit waren Hotels und Lebensmittelproduzenten unsere Hauptpartner“, erzählt Pressesprecherin Stefanie Krenn vom Start des Unternehmens. Inzwischen sind im Bezirk Imst zahlreiche Betriebe mit dabei, darunter auch die Bäckereien Rudigier, Ruetz und Baguette, die Sparmärkte, Neurauter Frisch in Ötztal-Bahnhof und der Adeg-Laden in Roppen. Auch das Alpenresort Schwarz ist Partner der App. Zufrieden mit der Zusammenarbeit zeigt sich Thomas Seelos, der mit seinem Adeg-Laden im Herzen von Roppen seit Mitte November dabei ist: „Offensichtlich haben die Menschen genau auf sowas gewartet. Geschäft ist es für mich zwar keines, aber die Sachen, die ich am nächsten Tag nicht mehr verkaufen kann, finden so noch einen Käufer“, freut sich der Händler darüber, seinen Müllberg reduzieren zu können. Allein in den ersten zwei Wochen seit seiner Teilnahme an der App konnte er über zehn Überraschungssackerln an Kunden bringen. Enthalten kann so ein Sack je nachdem, was unter dem Tag anfällt, Fleisch, Obst, Gemüse oder Trockenprodukte wie Zucker und Mehl. Die Produkte im Wert von ursprünglich mindestens 15 Euro werden dann in der letzten halben Stunde vor Ladenschluss um ein Drittel des Preises angeboten. Über die App erfahren die Kunden, in welchem der Geschäfte es gerade eines der Sackerln gibt und bezahlen auch über diese. 

BEDIENERFREUNDLICH. Pro Sack verbleiben 1,19 Euro bei der Plattform, den Rest erhält der Händler am Ende des Jahres oder vierteljährlich. „Ich hab eigentlich keine Mehrarbeit damit und auch wenn es kein großes Geschäft ist, ist es doch eine gute Werbung. Die App vermittelt mir vor allem Neukunden“, freut sich Seelos über den Win-win-Effekt der Initiative. Etwas reservierter bewertet Ferdinand Rudigier von der gleichnamigen Bäckerei die App. Die Sackerln, die die Bäckerei ins Netz stelle, wären zwar immer gleich vergeben, aber: „Uns wäre es lieber, es würde nichts übrig bleiben. Wegen des Geldes rentiert es sich nicht“, so der Bäckermeister. Seit nunmehr drei Monaten ist Rudigier bei der Aktion „To good to go“ dabei und bringt täglich rund drei Sackerln in seinen drei Filialen vergünstigt an die Kunden weiter. Bedienungsfreundlich ist die App „To good to go“ allemal und mit wenigen Klicks ist die Anmeldung möglich. Vom eingegebenen Standort aus werden dann jeweils die aktuellen Angebote angezeigt, die dann auch sogleich reserviert werden können. Zu günstigen Preisen lassen sich so Lebensmittel vor der Tonne retten.
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