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Imst | Wirtschaft | 7. Dezember 2020 | Barbara Heiss

„Wir haben die Zeit genutzt und nicht gejammert“

„Wir haben die Zeit genutzt und nicht gejammert“
Marco und Philipp Walser (v.l.): Vater und Sohn versuchen, mit neuen Ideen ihr Unternehmen „Marco Reisen“ sicher durch die Krise zu manövrieren. Foto: Dieter Pammer/Globeair
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Marco und Philipp Walser über die Lage ihres Reiseunternehmens in Zeiten von Corona

Die Corona-Krise trifft vor allem eine Branche sehr hart: Die heimischen Reisebüros und -veranstalter haben bereits schwierige Monate hinter sich und blicken nun in eine ungewisse Zukunft. Die RUNDSCHAU sprach mit Marco und Philipp Walser vom Reisebüro „Marco Reisen“ über die Corona-Krise und ihre Ideen, wie sie diese Zeit am besten überstehen können.
Von Barbara Heiss

Es sind raue Fahrwasser, durch die Unternehmer Marco Walser das familiengeführte Unternehmen „Marco Reisen“ gemeinsam mit seinem Sohn Philipp momentan steuern muss. Diese bislang nie dagewesene Krise trifft touristische Unternehmen hart. Oberste Priorität sei es aber von Beginn an gewesen, die Sicherheit und Zufriedenheit der Gäste zu garantieren. „Mit Anstand, Fairness und Besonnenheit. Deshalb waren wir damals im Mätz auch sehr froh, nachdem eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen wurde, dass es uns in wenigen Tagen gelungen ist, all unsere Gäste nach Österreich zurückzuholen“, so Inhaber Marco Walser. Im nächsten Schritt seien dann alle bereits getätigten Buchungen für dieses Jahr Monat für Monat storniert worden. Man habe auch in kürzester Zeit alle bereits geleisteten Zahlungen an die Gäste retournieren können. 

ARBEITSPLÄTZE SICHERN. Ein besonderes Augenmerk legten Vater und Sohn auch darauf, die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter zu sichern. „Wir haben heute noch vier Mitarbeiter in Kurzarbeit und freuen uns, im Frühjahr wieder mit fast unserer gesamten früheren Mannschaft arbeiten zu können“, freut sich Walser. Um dies auch weiterhin zu gewährleisten, haben sie sich für die Zukunft einige neue Ideen überlegt, um die Firma gut durch diese Krise zu bringen, wie Philipp Walser erklärt: „Wir haben nie aufgegeben und werden sogar noch stärker aus dieser Krise hervorkommen.“ Sie haben die ruhige Zeit genutzt, um Projekte, die die beiden schon länger beschäftigen, nun endlich zu
realisieren.

NEUE IDEEN FÜR EINE UNGEWISSE ZUKUNFT. Ab sofort verbindet das Unternehmen auf ihrer neuen Plattform www.onlinereisen.at das beste aus der Offline- und Online-Welt. „Unsere Gäste und Kunden können nun sowohl Pauschalreisen aller Reiseveranstalter, nur Hotelunterkünfte, Wellness-Hotels, nur Flüge, Kreuzfahrten, Mietwagen, Tagesausflüge, Touren, Transfers und viele weitere Leistungen weltweit günstig online buchen und genießen dabei trotzdem die Sicherheit und Unterstützung unseres Reisebüros“, erklärt Juniorchef Philipp Walser. Des Weiteren habe man die Inoming-Agentur „LUXTirol“ gegründet. Hier organisieren sie maßgeschneiderte Reisen in Tirol. Philipp Walser habe die Zeit zudem genutzt, alle Prüfungen für ein Taxigewerbe zu erledigen. Auch sein Vater und ein weiterer Mitarbeiter haben diese Prüfung gemacht. Damit sei es ihnen dann möglich, ab Jänner ausländischen Gästen „das schöne Tirol zu zeigen“. So könne man dann auch für Gäste von „Marco Reisen“ Flughafentransfers selbst durchzuführen. „Dank des Vertrauens unserer heimischen Bank war dies alles möglich. So werden wir diese Krise auch noch weiter durchstehen, werden mit weiteren Innovationsprozessen starten und sind schon gespannt, welche Ideen sich am Ende durchsetzen werden. Momentan sind wir dabei, auch ein Tool für Videoberatungen fertigzustellen“, so Walser. Somit sind ab Jänner auch Video-Calls möglich, damit Gäste, denen es nicht möglich ist nach Imst zu kommen, trotzdem zielführend beratet werden können.

„REISELUST WÄRE DA“. Auch wenn es momentan nicht möglich ist zu reisen, die Reiselust in der Bevölkerung wäre auf jeden Fall gegeben, erklärt der Inhaber. „Der Tourismus wird sich mit Sicherheit ändern. Vom Massentourismus werden wir uns mit Sicherheit in den nächsten Jahren verabschieden und der Trend wird in Richtung kleinerer Hotels und in die Natur gehen“, ist sich Walser sicher. Auch der Sicherheitsaspekt werde mehr im Vordergrund stehen. Die Unternehmer hoffen zudem, dass Reisen in Zukunft an Wert gewinnen wird. „Wir sehen hier unsere Chance. So bieten wir in Zukunft eine große Auswahl an Kleingruppenreisen und Aktivreisen weltweit mit maximal zwölf Gästen sowie einer Durchführungsgarantie ab bereits zwei Personen an“, erklärt Philipp Walser. 

ZAHLREICHE FAKTOREN. Ob ein baldiges Reisen wieder möglich sein wird, hänge von vielen verschiedenen Faktoren ab. „Wann hebt der österreichische Staat endgültig wieder seine weltweiten Reisewarnungen auf? Welche Länder nehmen wann ihre verschärften Einreisebestimmungen zurück? Wie entwickeln sich die Flugpläne und Kapazitäten der Fluggesellschaften? Welche Fluggesellschaften und welche Reiseveranstalter werden die Krise wo möglich nicht überleben?“, so Marco Walser. Er glaube aber, dass sich die Reisesituation insgesamt zunächst in Österreich und in Deutschland und danach in der EU normalisieren wird, und dann erst nach und nach weltweit. „Auf alle Fälle freue ich mich heute schon, dass ich hoffentlich schon bald wieder mit meinem Sohn Philipp und unserer wirklich guten Mannschaft gemeinsam arbeiten kann. Wir geben nicht auf und werden noch stärker aus dieser Krise hervorkommen“, sieht der Inhaber zuversichtlich in Zukunft. 
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