In Zirl feilt man an einem Mobilitätskonzept

Informierten: V.l. GR Alfred Stecher, Krista Sommer, Bgm. Thomas Öfner, DI Ursula Faix, GR Georg Kapferer, Stefan Tischler. RS-Foto: Schnöll

Auch die Dorfbewohner können mit Fragebögen und Dialogkarten ihre Wünsche und Anregungen einbringen

Das Thema Verkehr ist in Zirl ein Dauerbrenner. Seit vergangenem Jahr feilt man, begleitet von Experten, an einem Mobilitätskonzept, das in den nächsten Jahren unter Mithilfe der Bevölkerung sukzessive umgesetzt werden soll. „Wir brauchen viel weitergehende Konzepte zur Verkehrsreduktion“, ist Bürgermeister Thomas Öfner überzeugt. 

„Unsere Nachbargemeinden wie Reith, Seefeld, Scharnitz, Kematen, Völs leiden ebenfalls unter derselben Verkehrsbelastung. Gemeindeübergreifendes Arbeiten an Verkehrslösungen für die Menschen ist ein Gebot der Stunde“, so der Zirler Bürgermeister weiter, der vergangenen Freitag gemeinsam mit den Projektbegleitern Krista Sommer, Leiterin des Projektteams, Architektin DI Ursula Faix, Stefan Tischler, Verkehrswissenschaftler an der Uni Innsbruck,  Mobilitätsausschuss-Obmann Georg Kapferer und Alfred Stecher, Ausschussobmann für Wohnen und Zentrumsentwicklung, den Weg hin zu einem funktionellen Mobilitätskonzept vorstellte. Ursula Faix erklärte: „Vieles hängt von unserer persönlichen Einstellung ab,  das Auto stehen zu lassen. Ein große Rolle spielen dabei aber auch die  zur Verfügung stehenden Alternativen (z.B. gibt es für den Weg überhaupt eine regelmäßige öffentliche Busverbindung). Deswegen entwickeln wir unter Einbeziehung der Zirler Bevölkerung ein neues Mobilitätskonzept!“ Vorerst geht es um die Beantwortung der Fragen: Wie bewegt sich Zirl? Wie sieht die räumliche Verteilung der Aktivitäten und der Wege der Zirler aus? Womit bewegen sich die Zirler?  Anhaltspunkte dazu sind in bereits durchgeführten Mobilitätserhebungen zu finden, detaillierte Informationen liefern allerdings eine Vielzahl an Einzelgesprächen mit allen Generationen der Bevölkerung. Im Dezember fand der erste Mobilitäts-Dialog statt. Mitten in Zirl verteilte das Projektteam Dialogkarten und sprach mit Dorfbewohnern über deren Bedürfnisse und Wünsche zur Mobilität in Zirl. Krista Sommer freut sich über den informativen Austausch: „Busse, Autos und Fahrräder als Kekse der Bäckerei Rainer verteilten wir dann als Belohnung für die Gedanken und Ideen.“

RÜCKGRAT. Architektin DI Ursula Faix, die sich seit Jahren mit Begegnungszonen befasst, kann sich vorstellen, die Begegnungszone vor dem B4 in Richtung Kirchstraße bis zum Marktplatz im Dorfzentrum zu verlängern. „Die Kirchstraße ist das Rückgrat des sozialen Lebens im Dorf. Eine Begegnungszone in der Kirchstraße würde sowohl die Fußgängerfrequenz als auch die Kundenfrequenz in den Geschäften steigern“, so die Architektin. Im April ist in der Kirchstraße für Geschäftsleute und Anrainer ein Workshop geplant. Auf Fragebögen und in Geschäften aufgelegten Dialogkarten können Zirler ihre Ideen zum Mobilitätskonzept festhalten, die ausgewertet werden und an denen sich die Experten für kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen orientieren. Info: zirlmobil.info, Anregungen: info@zirlmobil.info