Insbesondere „Kleine“ profitieren

Hannes Parth: „Prinzipiell haben sich fast alle Skigebietszusammenschlüsse in den Regionen sehr positiv dargestellt.“ Foto: Silvretta Seilbahn AG

Die Seilbahnen im Bezirk setzten über 200 Millionen Euro um

 

Einen guten Winter mit zweistelligem Ersteintritts- und -Umsatzplus hat die Seilbahnbranche hinter sich. Für Hannes Parth sind die Seilbahnen der „Lebensmotor des ländlichen Raums“ – der von Skigebietszusammenschlüssen profitieren könnte.

 

Von Daniel Haueis

 

Es war eine gute Wintersaison für die Seilbahnen – tirolweit haben sie bei den Ersteintritten eine Steigerung von 11 Prozent und ein Umsatzplus von 14 Prozent verzeichnet. Der Umsatz (2017) betrug 760 Millionen Euro, allein im Bezirk Landeck wurden 210 bis 220 Millionen Euro umgesetzt, weiß Mag. Josef Ölhafen von der Abteilung für Verkehrspolitik der Wirtschaftskammer Tirol – das sind reine Beförderungs-Millionen, ohne Gastronomie u.ä. Heuer haben auch die „Kleineren“ profitiert: „Besonders erfreulich ist dabei, dass aufgrund der hervorragenden Schneelage auch kleinere Gebiete und solche, die nicht durch eine hohe Lage generell bevorzugt sind, im heurigen Winter überdurchschnittlich profitieren konnten“, berichtete Mag. Hannes Parth, Vorstand der Silvretta Seilbahn AG und stellvertretender Obmann des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen, vor mehr als 200 Seilbahnern beim Gesamttiroler Seilbahntag am 11. April in Bozen.

 

VON ZUSAMMENSCHLÜSSEN PROFITIEREN. Das eingenommene Geld können die Seilbahnen gut brauchen – einen Lift zu bauen kostet: „Ab 8 Millionen bist du dabei“, sagt Parth. Und es sollte ja der eine oder andere Skigebietszusammenschluss finanziert werden. „Prinzipiell haben sich fast alle Skigebietszusammenschlüsse in den Regionen sehr positiv dargestellt“, sagt Parth. Es hätten insbesondere die kleineren Gebiete profitiert – Parth glaubt daher auch, dass „Kappl“ von „Kappl-St. Anton“ profitieren wird. „Da würden sicherlich beide profitieren“, sagt Parth über „Langtaufers-Kaunertal“ – er hat sich erst vor Kurzem im Südtiroler Tal umgesehen. Und „Ischgl-Serfaus“, das als Idee schon mal genannt wurde? „Da würden beide 1:1 profitieren“, so Parth – Nachsatz: „Am meisten würde wohl Samnaun profitieren.“ Diese Idee ist derzeit aber nicht umsetzbar und daher auch nicht aktuell.

 

1300 BESCHÄFTIGTE. Eines ist für den österreichischen Seilbahn-Vizechef eine unumstößliche Tatsache: „Die Seilbahnen sind der Lebensmotor des ländlichen Raums und sichern Arbeit und damit die Existenz vieler Menschen in unseren Regionen. Daher braucht es auch weiterhin Investitionen in Beschneiung, Komfort, Sicherheit und moderne Infrastrukturen genauso wie sinnvolle und nachhaltig wirksame Zusammenschlüsse … Hier ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht.“ 5000 Beschäftigte haben die Tiroler Seilbahnen im Winter, rund 1300 davon sind Arbeitsplätze im Bezirk Landeck. Und aus jedem Seilbahn-Euro werden etliche Euro in anderen Branchen: Ein Seilbahn-Euro wird zu 6 in Handel & Co., berichtet Ölhafen. Laut Hannes Parth betrug dieses Verhältnis im Bezirk Landeck bereits 1:10, aktuell wohl 1:8.