Internationale Beteiligung beim 6. Eisspeedway auf neuer Bahn in Weißenbach

Der Start ist gelungen. RS-Foto: Chauvin

Wetterkapriolen galt es durchzustehen – von heftigem Schneetreiben bis Sonnenschein

Was braucht ein Motorsportclub, der bei eisigen Temperaturen eine Open-Air-Veranstaltung machen möchte? Nun, erst einmal unerschrockene, vom Eissport besessene Sportler, die vor keinem Unbill der Natur zurückschrecken und fanatische Zuschauer, denen kalte Nasen und Füße bei dem drei Stunden dauernden Event einerlei sind und die ihr Augenmerk nurmehr auf die 350m lange Strecke, einem Oval, und die dahinrasenden Motorräder richten. 

Der Rennstreckenbau begann nach jahrelanger Planung im Herbst 2012 am Sportplatzareal in Weißenbach. Schon 2013 wurde auf dieser, in allen Punkten dem FIM Reglement (MotorradWeltverband) entsprechenden Bahn, das erste Rennen gefahren. Schön ist, dass die gesamte Bahn von allen Seiten her ungehindert eingesehen werden kann. So kann sich jeder Besucher seinen bevorzugten Beobachtungsplatz suchen.
In diesem Jahr waren Rennfahrer aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Tschechien am Start. Bevor die Fahrer ihre Maschinen im Rennen starten dürfen, werden diese genau „unter die Lupe“ genommen. Das Wichtigste beim Eisspeedway-Rennen sind natürlich die Spikes, 28mm lang, etwa 100 Stück auf dem Vorderrad und ca. 200 Stück hinten. Der Motor hat 500ccm, ist ein 4-Takter, fährt mit reinem Methanol und wird mit Rizinusöl geschmiert, ist also umweltschonend. Das Motorrad ist mit zwei Gängen ausgestattet und hat keine Bremse. Auf den beiden Geraden können durchaus Geschwindigkeiten von bis zu 125km/h erreicht werden. Von der Austrian Motorsport Federation (AMF) waren Sportkommissär/Referee Oliver Özelt und Schiedsrichterin Susanne Hüttinger aus Wien angereist, die das Renngeschehen genauestens beobachteten und Entscheidungen trafen. Der MSC konnte wieder Thomas Schiffner als Sprecher verpflichten, der schnell und kompetent die Zuschauer über das Geschehen auf dem Eis informierte.
Die 20 Läufe, genannt Heats, wurden von 17 Fahrern absolviert. Jeder fuhr gegen jeden. Spannend und aufregend gestalteten sich schon viele Vorrunden. Zweimal gingen Aufschreie durch die Zuschauerränge, als sich Motorräder touchierten und die Fahrer zu Fall kamen. Doch alle konnten selbst vom Eis gehen, also verliefen die Unfälle glimpflich und das Rettungsteam der vor Ort stationierten Ambulance Tirol musste nicht einschreiten.
Der MSC Weißenbach, mit Obmann Hans-Peter Forcher an der Spitze, bedankte sich recht herzlich bei allen Beteiligten, Behörden und ganz besonders bei der Gemeinde Weißenbach mit Bürgermeister Hans Dreier, die zur Realisierung dieses Projekts beigetragen haben sowie den  über 40 Sponsoren für deren großzügige Unterstützung. Ohne diese Hilfe wäre eine Veranstaltung in dieser Größenordnung nicht machbar. Sein aufrichtiger Dank galt auch allen Mitgliedern und freiwilligen Helfern, die im vergangenen Herbst in kürzester Zeit das dringend benötigte Gebäude neben der Eisbahn errichteten. Nun können die vielen Besucher und Teilnehmer sich während und nach der Veranstaltung im Warmen aufhalten und bekommen keine nassen Füße mehr, wie das vorher bei dem temporär erstellten Zelt der Fall war. Viele MSC‘ler sind überdies für den reibungslosen Ablauf zuständig, als da sind Rennleiter, Streckenposten, Gerätewart, Küchenleitung mit jeweils ihren Stellvertretern, Fahrersprecher und die netten „Schirm-Mädels“, die am Start den Rennfahrern die Plätze weisen.

Von Claudia Chauvin

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