Inzing feierte neue Trinkwasseranlagen

Keine Taufe für Bürgermeister Josef Walch, sondern die Segnung der neuen Anlagen durch Pfarrer Daniel. RS-Foto: Schnöll

5,2 Millionen Euro wurden in das Projekt investiert – Trinkwasserkraftwerk wird sich in zwölf Jahren amortisiert haben

Samstag und Sonntag wurden in Inzing mit einem dichten Programm die „Tage des Wassers“ gefeiert. Grund dafür waren der abgeschlossene Ausbau und die Sanierung der Trinkwasserversorgung, die Neufassung von Quellen, die neue Druckleitung vom Almgebiet ins Dorf und das Trinkwasserkraftwerk, das sich nachhaltig auf die Gemeindekasse auswirken soll. Sonntag gab es im Mühltal einen Gottesdienst und anschließend einen bestens besuchten Festakt mit Segnung und einem Platzkonzert.

Die Inzinger interessieren sich offenbar sehr dafür, woher das Trinkwasser in ihrem Dorf kommt. Rund 60 Dorfbewohner besichtigten am Samstag im Almgebiet die neuen und sanierten Anlagen, dutzende Inzinger waren am Sonntag zum Hochbehälter, der sozusagen die Schaltzentrale für das Trinkwasser-Leitungssystem aus dem Almgebiet, die Wasseraufbereitung und das Trinkwasserkraftwerk ist,  gekommen, um an der Messe, zelebriert von Pfarrer Daniel und musikalisch umrahmt von der Musikkapelle, sowie am Festakt teilzunehmen.  „Trinkwasser ist wohl das wichtigste Lebensmittel, das es gibt. Über  frisches und sauberes Trinkwasser zu  verfügen, ist in weiten Teilen der Welt keine Selbstverständlichkeit. Wir in Inzing leben diesbezüglich in einem privilegierten Land und sind im Speziellen mit ausreichenden Quellen im Gemeindegebiet gesegnet. Bereits seit mehr als 100 Jahren werden die Quellen im Hundstal genutzt“, wies Bürgermeister Sepp Walch beim Festakt auf den Wert des Wassers hin. DI Thomas Exenberger, der in Inzing ein Ingenieurbüro betreibt, und beim Großprojekt die Planung und Bauaufsicht inne hatte, gab mit Zahlen und Fakten Einblicke in das neue und 5,2 Millionen Euro teure Trinkwassersystem, das in den vergangenen fünf Jahren mehr als nur eine Herausforderung war. So wurden zum Beispiel unter teils schwierigsten geologischen Bedingungen vom Almgebiet ins Tal (Höhenunterschied 900 Meter) 9.000 Laufmeter Trinkwasserleitungen und Kabelschutzleitungen verlegt, 11.000 Laufmeter Kabel eingezogen, 20.000 Kubikmeter Material, davon waren 3.000 Kubikmeter Fels) bewegt und rund 6.000 Kubikmeter Deckmaterial vor Ort gesiebt. Herzstück der neuen Anlagen ist das Trinkwasserkraftwerk mit einer Jahresleistung von 1,5 Millionen Kilowattstunden. „Der Ökostrom wird ins Netz der TINETZ eingespeist. In zwölf Jahren soll sich diese Zusatz-investition amortisiert haben, danach trägt das Trinkwasserkraftwerk zu den Gemeindeeinnahmen bei“, schilderte Exenberger.

BEKENNTNIS ZUM LÄNDLICHEN RAUM. 750.000 Euro haben Bund und Land bei den Projektkosten beigesteuert. Von Landesseite nahm LA Florian Riedl am Festakt teil. Er sprach von einem mutigen Schritt, den man in Inzing gesetzt hatte und er betonte: „Die finanzielle Unterstützung ist ein klares Bekenntnis des Landes Tirol zur Nachhaltigkeit und dem ländlichen Raum!“

DI Thomas Exenberger (hinten rechts) erklärte im Almgebiet die neuen und sanierten Anlagen. Foto: KameraKlub Inzing
Mal schauen, was es da unten zu entdecken gibt. Für die Interessierten flossen an beiden „Tagen des Wassers“ viele Informationen über das Inzinger Trinkwasser. Foto: KameraKlub Inzing