Inzing hilft Hatting mit Trinkwasser aus

Anstoßen auf Trinkwasser aus Inzing: V.l. der Hattinger Wassermeister Georg Wild, die Hattinger Dorfchefs Bernhard Bröz und Dietmar Schöpf und die Inzinger Gemeindechefs Josef Walch und Hartwig Oberforcher mit ihrem Wassermeister David Eiterer. RS-Foto: Schnöll

Gemeindegrenzenübergreifende Kooperation sichert der Nachbargemeinde den Trink- und Löschwasserbedarf ab

Die Gemeinde Inzing hilft nun der Nachbargemeinde Hatting mit Trink- und Löschwasser aus. Das Gemeinschaftsprojekt wurde vergangenen Freitag im Weiler Toblaten von den Bürgermeistern Josef Walch und Dietmar Schöpf vorgestellt. 

„Die Gemeinde Hatting ist mit frischem Quellwasser nicht gerade gesegnet. Deshalb laufen schon lange Überlegungen, wie wir den Bedarf absichern können. Derzeit wird ein neuer Hochbehälter gebaut, und es werden am Hattingerberg auch zwei neue Quellen gefasst. Um die Trinkwasser- und Löschwassersicherheit im Dorf gewährleisten zu können, müssen wir in das Trinkwassersystem auch Grundwasser einspeisen. Mit der Kooperation, die wir mit der Gemeinde Inzing eingegangen sind, soll das nun anders werden.  Inzing speist das Überwasser in unser Netz ein, damit entlasten wir die Grundwasserpumpen und sparen viel Energie“, schilderte der Hattinger Bürgermeister Dietmar Schöpf am Freitag beim Lokalaugenschein im Weiler Toblaten, der zwischen Inzing und Hatting liegt und zum Großteil zu Inzing gehört.

KEINE LANGEN DISKUSSIONEN. Bis Hatting sind es etwa 600 Meter Luftlinie. Die Trinkwassersysteme von Toblaten und Hatting wurden nun mit einer Versorgungsleitung zusammengeschlossen. „Inzing hat in den vergangenen Jahren viel in die Trinkwasserversorgung investiert. Außer im Monat März sind wir mit frischem Quellwasser bestens versorgt. Bis zu 40 Sekundenliter schütten die Quellen im Almgebiet aus“, berichtete der Inzinger Dorfchef Josef Walch. Als im Gemeindeamt Inzing aus Hatting die Anfrage um die Einspeisung von Trink- und Löschwasser eingetroffen ist, habe es keine langen Diskussionen gegeben. „Wir haben das nachbarschaftlich durchdiskutiert und einen Schlüssel ausgearbeitet. 40 Cent bezahlt Hatting für einen Kubikmeter Überwasser“, so Walch.  Sein Hattinger Amtskollege Dietmar Schöpf fügte hinzu: „Mit dem Gemeinschaftsprojekt haben wir bei der Trink- und Löschwasserversorgung ein nachhaltiges drittes Standbein geschaffen. Derzeit investieren wir 1,5 Millionen Euro in Zuleitungen und Quellfassungen, die Verbindungsleitung, die Löschwasser- und die Schieberkammer haben rund 320.000 Euro gekostet. Land Tirol und Bund leisten Zuschüsse, es ist sinnvoll investiertes Geld. Ein Dankeschön an die Nachbargemeinde Inzing, die uns nun an ihrem Überwasser teilhaben lässt!“

Eine 600 Meter lange Verbindungsleitung sichert nun in Hatting den Bedarf an Trink- und Löschwasser ab. RS-Fotos: Schnöll