Inzing stellt die Weichen für Tempo 30

Die Engstelle im Bereich der Kreuzung Kohlstatt/Salzstraße könnte bewusst noch enger gemacht werden. Dadurch ist ein vorsichtigeres Einfahren notwendig - die Verkehrssicherheit würde steigen. Foto: Rives

Flächendeckende Geschwindigkeitsbegrenzung soll für erhöhte Verkehrssicherheit sorgen

Am vorletzten Montag lud Inzings Bürgermeister Josef Walch zur öffentlichen Gemeindeversammlung, um den Bürgern ein ausgearbeitetes Verkehrssicherheitskonzept zu präsentieren. An seiner Seite vervollständigten noch Renata Wieser (Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr) und Verkehrsplaner Christian Hamerle das Podium. Letzterer stellte in einem ausführlichen Vortrag die Vorgangsweise bei der Konzepterstellung dar. Im Wesentlichen bestand seine Aufgabe während der vergangenen eineinhalb Jahre darin, die Verkehrssituation in Inzing zu analysieren, Konflikte zu erkennen und Maßnahmen zur Problemlösung zu erarbeiten.

In einem aufwändigen Verfahren wurden seitens des Verkehrs- und Infrastrukturplaners zahlreiche Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen an insgesamt 13 Standorten im Gemeindegebiet durchgeführt. Zudem wurde eine umfassende Befragung von 185 Schulkindern in der Ausarbeitung berücksichtigt. Es stellte sich heraus, dass unter anderem der Knotenpunkt Salzstraße/Kohlstatt mit der baulichen Engstelle konfliktbehaftet ist. Darüber hinaus wurde die oftmals überhöhte Geschwindigkeit der Autofahrer als Hauptgefahrenquelle festgestellt. Abschließend wurde auch das Fehlen von Gehsteigen bzw. deren geringe Breite, die oft nicht eindeutige Ersichtlichkeit von Zufahrten und die sogenannte „weiche Trennung“ zwischen Straßen und Gehsteigen als Konfliktpunkt ausgemacht.

FLÄCHENDECKEND TEMPO 30 IN INZING KOMMT. Christian Hamerle spricht sich als Sofortmaßnahme für eine flächendeckende Tempo 30 – Beschränkung im gesamten Ortsgebiet (einschließlich der L11) aus. Außerdem könnte als begleitende Maßnahme eine künstliche Engstelle geschaffen werden, bei der Straße und Gehsteig einer klaren Trennung unterliegen. Der ohnehin schon geltende Rechtsvorrang (Haifischzähne) in Inzing soll beibehalten werden. Bürgermeister Josef Walch befürwortet die Pläne von Tempo 30 ganz klar. „Wir wollen den 30er bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 12. Juli beschließen. Wie lange die behördliche Genehmigung braucht, kann ich nicht genau sagen. Ich schätze aber, dass die Verordnung im Herbst in Kraft treten wird“, so Walch.

DISKUSSION ÜBER AUSUFERNDEN SCHWERVERKEHR IM ORT. Im Anschluss an die Präsentation des Verkehrssicherheitskonzeptes meldeten sich die Bürger zu Wort. Für Ärger sorgt das hohe Verkehrsaufkommen in der Gemeinde. Besonders der Schwerverkehr im Zentrum sorgt für Unmut. Laut Erhebungen liegt der Schwerverkehrsanteil bei nur fünf bis zehn Prozent, diese Angaben konnten die Bürger kaum glauben. Im subjektiven Gefühl ist der Anteil von durchbrausenden LKW´s deutlich höher, so der einhellige Tenor. Zudem befürchten die Inzinger durch die Ansiedelung eines großen Versandhandelsunternehmens in Polling eine weitere Zunahme des Schwerverkehrs in ihrer Gemeinde. Darauf wollte der Bürgermeister nicht eingehen. „Heute kümmern wir uns in erster Linie um Inzing“, so Walch. Als Fazit der Gemeindeversammlung bleibt die baldige Verwirklichung der Zielsetzungen übrig. Flächendeckende Geschwindigkeitsreduktion auf Tempo 30, die Verbesserung der Wahrnehmbarkeit von Grundstückszufahrten und eventuell die Herbeiführung einer künstlichen Engstelle an der L11. „Letzteres ist derzeit nur eine angedachte Lösung, die neben anderen erst noch mit dem Land und den Anrainern abgestimmt werden muss und schließlich auch noch vom Gemeinderat beschlossen werden müsste“, so Walch.

Von Wolfgang Rives

Gemeinderätin Renata Wieser, Christian Hamerle und Bürgermeister Josef Walch (v.l.) informierten über das Verkehrssicherheitskonzept. Foto: Rives
Der Mehrzwecksaal der Gemeinde war gut gefüllt. Insgesamt findet sich breite Zustimmung für Tempo 30. Kritisiert wird die Zunahme des LKW-Verkehrs im Ort. Foto: Rives

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