Ist die Maut die Lösung?

Bgm. Heiner Ginther fordert zur Fernpassmaut auch die Bemautung der Hahntennjochstrecke. Foto: Gemeinde Elmen

Befürworter werten diesbezügliche Überlegungen als positiven Ansatz

Dass das Außerfern ein großes Verkehrsproblem hat, ist schon lange und hinlänglich bekannt. Dass nach Lösungen für dieses Problem gesucht wird, auch. Mautpläne, die jetzt wieder verstärkt in den Fokus gestellt werden, verleihen dem Thema eine neue Dynamik.

LH-Stv. Josef Geisler nennt die Pläne bezüglich einer Bemautung der Fernpassstrecke in der Überprüfungsphase befindlich. Teure Sanierungsmaßnahmen, die in absehbarer Zeit beim Lermoosertunnel anstehen, werden als gewichtiges Argument ins Feld geführt. Gelder, die durch die Maut eingenommen würden, könnten hier die Finanzierung unterstützen. „Es ist alles noch am Anfang. Absprachen laufen zwar schon, Termine für notwendige Beschlüsse oder Entscheidungen kann ich aber keine nennen“, erklärte LTP Sonja Ledl-Rossmann im Gespräch mit der RUNDSCHAU und fügte hinzu: „Das Thema wird weiter verfolgt. Verschiedene Ansätze müssen überprüft, Gespräche mit der heimischen Wirtschaft und den Touristikern geführt werden. Auch zur Mautbefreiung der Außerferner Bevölkerung muss es genaue Regelungen geben.“

Hahntennjoch.

Heiner Ginther, Obmann des Planungsverbands Lechtal und Bürgermeister von Elmen, brachte einen weiteren Gedanken in die Diskussion mit ein. Er befürwortet grundsätzlich die Überprüfung der Bemautung der Fernpassstrecke. „Weitere Hindernisse – wie Dosierung und Bemautung, und damit die Strecke unattraktiver zu machen – sind sicher der bessere Weg als ein weiterer Ausbau. Als PV Obmann ist es mir aber enorm wichtig, dass in diesem Zuge auch die Hahntennjochstraße in diese Überlegungen miteinbezogen wird. Es kann nicht sein, dass im Sommer besonders sparsame Touristen den „billigen Umweg“ übers Hahntennjoch als Ausweiche wählen“, so eine Stellungnahme Heiner Ginthers. Im Gespräch mit der RUNDSCHAU hält der Elmer Bürgermeister fest: „Die Überprüfungen zur Fernpassmaut laufen gerade, das ist auch gut so. Was mir Sorgen bereitet, ist, dass das Hahntennjoch zur Ausweichstrecke werden könnte. Dann haben wir zum Motorradverkehr, der uns schon über die Maßen belastet, auch noch den Ausweichverkehr. Denn, wer durch das Außerfern im Sommer Richtung Sankt Anton, Ischgl oder weiter nach Italien fahren und die Fernpassmaut sparen möchte, nimmt den Weg über das Tannheimer Tal ins Lechtal und von dort weiter über das Hahntennjoch und Imst.“
Verstärkter „Ausweichverkehr“ wäre also vorprogrammiert und darunter würden die Bezirke Reutte und Imst gleichermaßen, in der Folge auch der Bezirk Landeck, leiden.
Über eine Bemautung des Hahntennjochstraße war schon früher diskutiert, das Thema aber nie weiterverfolgt worden. „Jetzt habe ich LH-Stv. Josef Geisler bereits in Kenntnis gesetzt, er weiß Bescheid. Und jetzt werde ich mich dafür einsetzen, dass die Hahntennjochstrecke in die Gespräche auf jeden Fall einbezogen wird.“ Eine Bemautung der Fernpassstraße muss gleichzeitig auch eine Bemautung der Hahntennjochstraße bedeuten, so die Forderung Heiner Ginthers.

Regulativ.

Es muss etwas geschehen, darüber sind sich alle einig. Die Bemautung der Durchzugsstrecken scheint ein sinnvoller Ansatz zu sein, der jedoch nicht nur als Geldquelle, sondern vielmehr als Regulativ für den Verkehr dient.