„Jetzt geht es um die Umsetzung“

Bei der Pressekonferenz wurde der aktuelle Stand des Radwegeprojektes preisgegeben. RS-Foto: Wechner

Der Radweg im Talkessel soll bald realisiert werden

Bei der Pressekonferenz mit Vertretern der Gemeinden Landeck und Zams sowie dem TVB wurden die neuen Pläne für die Umsetzung des Radweges im Talkessel preisgegeben. Nächstes Jahr soll mit den Arbeiten begonnen werden.

 

Von Markus Wechner

 

Neben Bgm. Wolfgang Jörg und Vize-Bgm. Thomas Hittler aus Landeck sowie Bgm. Siggi Geiger aus Zams waren auch der Obmann des TVB TirolWest, Konrad Geiger, und die Geschäftsführerin des TVB Tirol West, Simone Zangerl, bei der Pressekonferenz anwesend. Die Neuerung in den Projektplänen, weswegen eine Pressekonferenz einberufen wurde, war vor allem die Tatsache, dass der TVB von nun an nicht mehr als Projektträger fungiert. Zunächst wurde jedoch unterstrichen, dass man jetzt in die Umsetzungsphase gehe, die Projektträgerschaft jedoch jeweils an die beiden Gemeinden Landeck und Zams übergeben wurde. Die Radwege werden also von den Gemeinden selbst umgesetzt, obwohl ursprünglich der TVB dafür beauftragt wurde. Dieser sieht sich nun eher im Hintergrund als finanzieller Unterstützer. Ausschlaggebend für diese Änderung waren zusätzliche Projekte, wie beispielsweise eine Erneuerung des Busbahnhofes in Landeck, welche im Zuge der Radwege-Erneuerung von den Verantwortlichen ebenfalls gemacht werden sollten. Hier kam man zu dem Entschluss, dass es von Vorteil wäre, die Gemeinden selbst damit zu beauftragen. Zudem wurde vom TVB angemerkt, dass man mit den bisherigen Planungen von Planer Helmut Kofler vollkommen zufrieden war und die Planung für gut befunden habe. Der endgültige Startschuss für diese Änderung und Neuaufstellung fiel vor zwei Wochen.

 

Die Stimmen zum Projekt. Bgm. Jörg betonte vor allem, dass das Rad fahren an sich immer größere Wichtigkeit erfährt und es von Bedeutung sei, alle Radwege der Täler des Bezirks im Talkessel zusammenfinden zu lassen. Dies sei nicht nur für den Tourismus, sondern vor allem für die Einheimischen von großem Vorteil und auch besonders wichtig. Zudem merkte er an, dass auch der Umbau des Busbahnhofs eine tolle Sache und eine gute Idee wäre, zuerst aber darüber gesprochen werden müsse, wie dies zu finanzieren sei. Insofern sieht sich Bgm. Jörg als Vertreter der Stadtgemeinde Landeck in einer besseren Position für etwaige Verhandlungen über Grund und Boden, da man näher am Kompetenzbereich sei. Die Tatsache, dass die Trägerschaft nun bei den Gemeinden liegt, würde die Umsetzung einfacher gestalten. Darüber hinaus merkte er an, dass die Umsetzung von Radwegen im Stadtgebiet mit den heutigen Anforderungen, was Radtrassen angeht, oft von Schwierigkeiten durchsetzt sei. Vize-Bgm. Thomas Hittler äußerte vor allem, dass an einem Strang gezogen werden müsse und die drei Bereiche TVB, Landeck und Zams als ein „Wir“ auftreten müssen. Er lobte vor allem auch die gute Zusammenarbeit mit dem TVB und die Tatsache, dass man nun eine Lösung gefunden habe, auf welcher Grundlage man auch aufbauen könne. Der Zammer Bgm. Siggi Geiger fand ebenso lobende Worte für den TVB und verwies auf die steigende Frequenz an Radfahrern. Auch der E-Bike-Boom der letzten Jahre sei ein weiterer Grund für die notwendige Anbindung an Radstrecken mit dem Bahnhof. In Spezialfällen, wie beispielsweise in der Nähe der Gemeindegrenzen, brauche es Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Landeck. Auch Geiger betonte, dass diese Radwege nicht nur für den Tourismus, sondern vor allem auch für die Einheimischen von Vorteil seien. Dank sprach er vor allem dem TVB für die Initiierung des Projektes aus, jedoch sei auch seiner Meinung nach die Übergabe der Projektträgerschaft an die Gemeinden von Vorteil.

 

Offene Fragen. In Landeck ist die Evaluierung bereits über die Bühne gegangen, in Zams ist sie noch am Laufen. Für die weitere Umsetzung soll ein Planer von Gemeinderat, Planungs- und Infrastrukturausschuss bestimmt werden. Die bisherig entstandenen Pläne waren die Grundlage für die Evaluierung. Jörg argumentierte, dass alles transparent abgewickelt werde, wenn jedoch alles hinterfragt werde, komme man auch nicht wirklich weiter. „Jetzt geht es um die Umsetzung“, so Jörg. Eine Kostenschätzung existiert zur jetzigen Zeit noch nicht. „Das wird in Zukunft gemacht. Jetzt wird Stück für Stück gearbeitet. Nächstes Jahr soll gestartet werden und dort einzelne Abschnitte sukzessive nach Prioritätenliste abgearbeitet werden“, äußerte sich Vize-Bgm. Hittler. Gefördert werde das Projekt zu 80 Prozent vom Land. Auch Geiger fand weitere Worte und verdeutlichte, dass es sich hierbei um ein mehrjähriges Projekt handle: „Es braucht nun Gespräche und Ablöseverhandlungen“. Der Druck von den umliegenden Tälern werde auch immer größer, da die Zahl an Radfahrern weiter ansteigt und die Anbindung an den Bahnhof gewährleistet werden müsse.

 

Unstimmigkeiten im Vorfeld. Zu Problemen führte in den abgelaufenen Wochen und Monaten durch die Entnahme der Projektträgerschaft des TVB vor allem die Tatsache, dass die ehemals vom TVB beauftragten Planer Helmut Kofler und Projektkoordinator Günter Kramarcsik sich ungerecht behandelt fühlten. Beide waren bereits mehrere Jahre im Auftrag des TVB TirolWest tätig. So wurde der Vorwurf erhoben, dass Vize-Bgm. Thomas Hittler das Projekt über Jahre verzögert habe und den TVB, laut Kramarcsik, so „an die Wand fahren lassen wollte“. Zudem wurde kritisiert, dass die Pläne gut gewesen seien, da überwiegend positive Beurteilungen vorlagen, so auch von Jörg, der die Vorleistungen der beiden lobte. Hittler kritisierte nämlich, dass die beiden Zuständigen am Projekt vorbeigeplant hätten. „Verzögerung hat es nicht gegeben“, rechtfertigte sich Hittler.