Jetzt steht plötzlich auch Telfs ohne Trainer da

Stefan Höller (links) und der sportliche Leiter, Stefan Pult, gehen künftig getrennte Wege. Foto: sportszene.tirol

Stefan Höller erklärte überraschend seinen Rücktritt – Hälfte aller Regionalligisten geht mit neuem Trainer ins Frühjahr

„Trainer sein ist nicht schwer, Trainer bleiben dagegen sehr.“ Das Haltbarkeitsdatum eines Übungsleiters in der Regionalliga Tirol kann aktuell nicht mal mit jener eines Joghurts mithalten. Gleich vier der acht Teams gehen mit einem neuen Coach ins Frühjahr. Nach Wacker II, Imst und Zirl muss sich jetzt auch Telfs auf Trainersuche begeben. Und dies nicht ganz freiwillig.  

Denn Stefan Höller verkündete am Mittwoch vergangener Woche zur Überraschung aller seinen sofortigen Rücktritt. „Das klingt jetzt blöd und abgedroschen, ist aber so: mir geht es zeitlich einfach nicht mehr aus“, ist Höller gerade dabei, seine Master-Arbeit in Sachen Management fertig zu stellen. 

Dass mit Michael Augustin (Karriereende) und Alexander Schaber (verkündete bereits seinen Abschied, ist in Stams und Mieming im Gespräch) zwei Stützen dem Emat den Rücken kehren und zahlreiche weitere Leistungsträger Begehrlichkeiten bei anderen Clubs geweckt haben, nahm für den 36-Jährigen, der zuletzt auch ein Angebot aus dem Profibereich ausschlug, auf seine Entscheidungsfindung keinen Einfluss. „Das hat überhaupt nichts damit zu tun. Unser Konzept für das Frühjahr hat ja ohnehin auf dem Einbau junger Spieler beruht.“ 

Die Zeit in Telfs will der ehemalige Schwaz- und Kufstein-Coach jedenfalls nicht missen. „Es war ja eigentlich nie geplant, dass ich in Telfs Trainer werde. Aber dadurch, dass ich neuerdings hier lebe, hat sich das so ergeben. Und es war eine unglaublich tolle Erfahrung mit einer sensationellen Mannschaft, einem perfekten Umfeld und einem fantastischen Publikum. Und wer weiß: Vielleicht komm ich ja mal wieder zurück. Wenn aber nur als Funktionär.“ 

Ein solcher ist Stefan Pult. Der hat in seiner Funktion des sportlichen Leiters nun die Aufgabe, schnellstmöglich einen Nachfolger zu finden. Stressen will sich dieser dabei aber nicht lassen. „Jetzt hören wir mal in die Mannschaft rein wie die Stimmung ist, und dann werden wir entscheiden. Aber natürlich führen wir alsbald Gespräche mit etwaigen Kandidaten.“ Namen wie Hans Glabonjat oder Martin Hofbauer wollte Pult nicht kommentieren. Auch eine interne Lösung, etwa mit den beiden Routiniers Marcel Schreter und Daniel Osl, will man am Emat nicht ganz ausschließen. „Wir schauen jetzt mal, welche Möglichkeiten sich bieten, werden aber nichts überstürzen.“ 

Fakt ist, dass der Rücktritt von Höller auch für die sportliche Leitung unerwartet kam. „Natürlich kam das für uns sehr überraschend, waren wir nicht darauf vorbereitet. Aber es ist seine Entscheidung und die ist zu respektieren“, so Pult.   

Von Alex Dosch

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