Kampfhunde bissen Yorkshire-Terrier zu Tode

„Luckys“ Grab im Garten von Patrick K. und Stefanie H. Der Yorkshire Terrier wurde von zwei Pitbulls angegriffen und durch Bisse getötet. RS-Foto: Schnöll

„Lucky“ hatte bei Attacke in Roppen keine Überlebenschance – Bürger sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder

In Roppen haben sich vor etwa einem Monat beim Gassigang zwei „Kampfhunde“ vom Frauchen losgerissen, danach fielen sie einen Yorkshire-Terrier an, der durch etliche Bisse so schwer verletzt wurde, dass er trotz einer Notoperation verendet ist. Es war offenbar nicht der erste Vorfall, bereits vor etwas mehr als einem halben Jahr hat ein anderer kleiner Hund einen Angriff der beiden aggressiven Vierbeiner nur knapp überlebt. Viele Dorfbewohner haben inzwischen Bürgermeister Ingo Mayr aufgefordert, etwas gegen den gefährlichen Zustand zu unternehmen. Der Dorfchef wartet derzeit noch ein Gutachten ab…

Von Gebi G. Schnöll

Der schreckliche Vorfall ereignete sich am Mittwoch, dem 16. Oktober, auf einem Gemeindeweg in Roppen. Stefanie H., die in der Nähe des Weges bei ihrem Lebensgefährten Patrick K. lebt, ist gegen 9 Uhr vormittags mit ihrem Yorkshire-Terrier „Lucky“ und dem Zwergspitz „Chiko“ zu einem Gassigang aufgebrochen. Nur wenige Meter von ihrer Wohnung entfernt kam ihr eine Frau mit einem Pitbull und noch einem zweiten Kampfhund an einer Doppelleine entgegen. „Als die beiden Hunde meine Tiere sahen, haben sie sich von der Frau losgerissen und sind sofort auf meine Tiere losgegangen. Irgendwie konnte ich ,Chiko‘ schnappen und bin mit ihm nach Hause gerannt, für ,Lucky‘ konnte ich nichts tun, er ist nach einigen Minuten mit schweren Bissverletzungen von selbst nach Hause gekommen“, schildert Stefanie gegenüber der RUNDSCHAU. Obwohl eine alarmierte Streife der Polizeiinspektion Oetz die junge Frau mit dem schwerverletzten Hund sofort zu einem Tierarzt brachte, hatte „Lucky“ keine Überlebenschance. Er ist einige Tage nach der Notoperation an den Folgen der tiefen Bisswunden verendet. Laut Polizei soll auch der Pitbull Verletzungen davongetragen haben.

Sorge um die Sicherheit

Die beiden Kampfhunde  waren vor dem Angriff auf den Yorkshire-Terrier bereits amtsbekannt. Heuer im März gab es einen Vorfall, bei dem ein kleiner Hund nur knapp dem Tod entronnen ist. Schon damals wurde von Bürgermeister Ingo Mayr der Amtsveterinär der Bezirkshauptmannschaft Imst, Gerold Auer, mit einer Begutachtung der beiden Kampfhunde beauftragt. Zu einer Maulkorbpflicht kam es allerdings nicht. „Weil es normal ist, dass sich manchmal Hunde gegenseitig angreifen“, wie Auer auf Anfrage erklärt. Im Ortsgebiet, in welchem die Frau mit den beiden „Kampfhunden“ lebt, sieht man das allerdings anders. Man sorgt sich um die vielen Kinder, die dort täglich im Freien spielen. „Nach dem neuerlichen Vorfall sitze ich irgendwie in der Zwickmühle. Viele Ortsteilbewohner verlangen von mir, dass ich gegen die beiden Hunde etwas unternehme. Vorerst sind mir aber die Hände gebunden. Ich habe nun noch bei einem anderen Veterinär ein zweites Gutachten in Auftrag gegeben und warte nun ab, wie das Ergebnis ausfällt. Sollte der Gutachter feststellen, dass Gefahr im Verzug ist und eine Maulkorbpflicht sinnvoll erscheint, werde ich eine solche auch verordnen“, so der Roppener Dorfchef.

Gesetzesnovelle

Im Novemberlandtag wird das Landes-Polizeigesetz für Hundehalter nachgeschärft. Wer künftig mit einem Hund an öffentlichen Orten innerhalb von Wohnsiedlungen oder Ortskernen unterwegs ist, hat diesen an der Leine oder mit Maulkorb zu führen. Bei größeren Menschenansammlungen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und auf Spielplätzen gilt auf jeden Fall die Maulkorbpflicht. Für Bürgermeister Ingo Mayr wäre das nachgeschärfte Gesetz eine Handhabe, ohne Gutachter für die beiden Pitbulls eine Maulkorbpflicht zu verordnen. Für den toten Yorkshire-Terrier „Lucky“ kommt die Gesetzesnovelle leider zu spät.

Obwohl der Tierarzt die verletzten Organe und die tiefen Bisswunden sofort notversorgte, hatte „Lucky“ keine Überlebenschance. Foto: privat