Keine Wolfszone im Außerfern

Für Wölfe ist Österreich zu klein. Foto: pixabay

Österreich ist zu klein für Wölfe

Kürzlich präsentierte das „Kuratorium Wald“ potenzielle Wolfszonen für Österreich. Dabei wurde für Tirol das gesamte Gebiet von Osttirol sowie Reutte als mögliches Wolfsgebiet definiert. Diese Zonen eignen sich angeblich besonders gut, da sie außerhalb von Siedlungsgebieten und der Kulturlandschaft sind, so argumentierte das Kuratorium Wald.

„Als ich die Wolfszonen für Österreich sah, traute ich meinen Augen nicht. Ganz Osttirol soll Wolfsgebiet werden, ebenso das Außerfern“, sagt der Tiroler ÖVP-Abgeordnete Hermann Gahr. Auch der Bezirksbauernobmann von Reutte, Christian Angerer, ist entschieden gegen diesen Vorschlag: „Diese Gebiete sind völlig ungeeignet für Wölfe, da es hier intensive landwirtschaftliche sowie touristische Nutzung gibt. Ich lehne diesen Vorschlag entschieden ab. Es braucht eine Gesamtlösung für ganz Österreich und es kann vor allem nicht sein, dass einzelne Bezirke wie Reutte und Osttirol ungefragt zum Handkuss kommen.“
Wenn man die mögliche Habitatkarte für den Wolf in Österreich betrachtet, wurden nur die Städte als ungeeignet eingestuft, als schlecht geeignet wurden Ballungsgebiete definiert, der Rest Österreichs ist weniger geeignet oder als Wolfsgebiet ausgewiesen.

Österreich ist ungeeignet.

„Bei dieser Habitatskarte wurde vollkommen die landwirtschaftliche Nutzung vergessen, gerade in den potenziellen Wolfsgebieten gibt es intensive Almwirtschaft und diese Regionen sind extrem wichtig für den Tourismus. Eine Koexistenz von Landwirtschaft, Tourismus und Wölfen ist nicht möglich“, so Angerer. „Generell muss man sich die Frage stellen, ob es in Österreich überhaupt einen Lebensraum für den Wolf gibt. Unser Land ist dicht besiedelt und zeichnet sich durch die flächendeckende Landwirtschaft aus, sollte der Wolf sich so schnell weiter ausbreiten, ist unsere Almwirtschaft in Gefahr“, betont Gahr.
Laut dem Kuratorium Wald ist in Österreich Platz für fünf Wolfsrudel; diese Hochrechnung stammt aus den uns vorliegenden Wolfszahlen in Deutschland und Finnland. „Diese Zahlen sind jenseits jeglicher Realität, in Österreich ist sicherlich kein Platz für fünf Wolfsrudel. Zur Zeit gibt es eben ein Rudel in Niederösterreich sowie zahlreiche einzelne Wölfe, die durch Österreich streifen. Bereits diese Tiere richten enormen Schaden in der Landwirtschaft an“, erklärt der Tiroler-Abgeordnete.

Schutz der Nutz- und Haustiere vergessen.

In der Diskussion rund um die Wiederansiedelung der Wölfe wird vollkommen der Schutz unserer Nutz- und Haustiere vergessen. Seit Jahrzehnten gibt es ein friedliches Zusammenleben, das wird durch die Wölfe jetzt komplett zerstört. Tier- und Umweltschutzorganisationen setzen sich intensiv für den Schutz der Wölfe ein, vergessen aber den Schutz unserer Nutz- und Haustiere. Auch Schafe, Kälber und Ziegen haben Tierschutz verdient, diese Weidetiere sind den Wölfen hilflos ausgeliefert. Denn wir wissen aus Erfahrung, dass der Herdenschutz, vor allem im Berggebiet nicht funktioniert“, so Gahr und Angerer abschließend.