Kematen bekräftigt sein „Ja“ zur Bergbahn

Die Zusage zur Mitfinanzierung zum Gondelbau in Oberperfuss spaltet den Kemater Gemeinderat. Schlussendlich überwiegen die Befürworter. Foto: Wolfgang Rives

In einer zweiten Abstimmung beschloss der Gemeinderat neuerlich die Finanzhilfe an Oberperfuss zu übermitteln

Zur Vorgeschichte: Die Gemeinde Oberperfuss plant den Bau einer Einseilumlaufbahn im Bereich Stiglreith – Sulzstich. Einzig die Finanzierung in der Höhe von etwa 4,4 Mio. Euro lässt sich nicht so einfach auf die Beine stellen. Mit der Bitte um eine finanzielle Beteiligung trat die Oberperfer Bürgermeisterin Johanna Obojes-Rubatscher an ihre Amtskollegen der Nachbargemeinden heran. Nach eingehenden Diskussionen entschieden sich die großen Gemeinden Völs, Zirl aber auch Inzing den erhofften Beitrag nicht nach Oberperfuss zu überweisen. Der Kemater Gemeinderat hingegen stimmte in seiner Sitzung vom 29. März klar und deutlich für eine Beteiligung.  Dies aber unter der Prämisse, dass sich sämtliche Umlandgemeinden an der Finanzierung beteiligen. Die Kemater Opposition brachte nun einen Dringlichkeitsantrag über die Neuabstimmung des Beschlusses unter den geänderten Voraussetzungen ein.

„Der Kemater Gemeinderat möge den Beschluss vom 29. März 2017 über Beitragszahlungen an die Bergbahnen Oberperfuss aufgrund der neuen und auch amtsbekannten veränderten Entscheidungsgrundlagen aufheben, die neue Finanzierungssituation zur Liftentwicklung diskutieren und neuerlich über einen allfälligen, von der Gemeinde Kematen zu tragenden Finanzierungsbeitrag in der Höhe von 105.000 Euro abstimmen!“ So der Wortlaut des Antrages, der seitens der Fraktion „Gemeinsam Unabhängig für Kematen“ in Form eines Dringlichkeitsantrages eingebracht wurde. Dem Antrag wurde entsprochen und nach eingehenden Diskussionen zur Abstimmung gebracht. Im zweiten Anlauf entschied sich der Gemeinderat neuerlich, die von der Gemeinde Oberperfuss erwünschte Beteiligung zu gewähren. Mit neun Ja-Stimmen (acht ÖVP, eine SPÖ) und sechs Gegenstimmen fiel die Zustimmung weit weniger klar aus, unter dem Strich bleibt die Zusage der Kemater aber somit aufrecht.

DIE BAHN IST WICHTIG FÜR DIE GESAMTE REGION. „Die Gemeinde Kematen ist und bleibt ein verlässlicher Partner in der Region. Wir sind der Überzeugung, dass mit den zu tätigenden Investitionen nicht nur unser Schiberg erhalten bleibt, es wird auch speziell in den Sommermonaten ein attraktiveres Sport- und Freizeitangebot geben“, so Kematens Vizebürgermeister Klaus Gritsch im Gespräch mit der RUNDSCHAU. „Darüber hinaus dürfen wir auch nicht auf die wirtschaftliche Wertschöpfung in der Region vergessen. Sollte der Bahnbetrieb in Oberperfuss eingestellt werden, gehen die Nächtigungszahlen zurück, weniger Menschen konsumieren in den ansässigen Tourismusbetrieben, die Schischulen verlieren ihre Kundschaft. Folglich gehen auch Arbeitsplätze verloren. Ein wesentlicher Punkt, warum wir unseren Beitrag leisten sollten, ist nicht zuletzt die Aussicht auf den Erhalt der Sportinfrastruktur für unsere Kinder. Allein in Kematen haben wir 200 Kinder mit dem Freizeitticket ausgestattet,  die folglich  regelmäßig die Pisten des Rangger Köpfls befahren“, so Gritsch weiter.

 

ETWAS FEHLT UNS NOCH. Dankbar für das „Ja“ aus Kematen und trotz der fehlenden Unterstützung der genannten Gemeinden will Bürgermeisterin Obojes-Rubatscher unbedingt an den Ausbauplänen festhalten: „Die Absagen der Gemeinden Zirl, Völs und Inzing waren sehr bedauerlich. Auch ein kleinerer Beitrag wäre für uns eine große Hilfe gewesen. So muss nun die Gemeinde selbst noch einmal einen Kredit aufnehmen, um die Finanzierung abzusichern. Ausdrücklich bedanken möchte ich mich bei jenen Gemeinden, die ihre Unterstützung zugesagt haben“, so die Oberperfer Bürgermeisterin, die hinsichtlich der Finanzierung zuversichtlich ist. „Etwas fehlt uns noch. Natürlich wäre es wichtig, dass die Bahn rasch gebaut werden und in Betrieb gehen kann. Die Gemeinde Oberperfuss und die Bergbahnen selbst werden einen erheblichen Teil des benötigten Geldes aufbringen. Des Weiteren der Tourismusverband Innsbruck und seine Feriendörfer, die Vermieter selbst durch die Erhöhung der Ortstaxe, die Kleinschigebietförderung des Landes Tirol und vor allem viele Idealisten, die durch eine stille Beteiligung oder Zuschüsse für den Weiterbestand des Naherholungsgebietes Rangger Köpfl sorgen möchten!“

Von Wolfgang Rives

Kematens Vize-Bgm. Klaus Gritsch setzt auf den Zusammenhalt in der Region. Foto: Wolfgang Rives

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