Kemater müssen für Wasser mehr bezahlen

In Kematen müssen die Haushalte und Betriebe schon bald einen Euro für einen Kubikmeter Wasser bezahlen. Symbolfoto: pixabay.com

Wasserabgabe wird auf einen Euro pro Kubikmeter erhöht – Das sind im Jahr um 22,80 Euro mehr als derzeit

Die Kemater Bevölkerung wird künftig für das Trinkwasser tiefer in die Tasche greifen müssen. Darüber informierte jetzt Bürgermeister Rudolf Häusler die Bevölkerung mit einem so genannten Bürgermeisterbrief. Einen Euro pro Kubikmeter Wasser verrechnet die Gemeinde. Aktuell liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person in Kematen bei rund 40 Kubikmeter pro Jahr. Damit erhöht sich also die jährliche Wasserbenützungsgebühr von derzeit 17,20 Euro auf künftig 40 Euro. Das sind  22,80 Euro im Jahr mehr, den vierteljährlichen Vorschreibungen beträgt die Erhöhung somit 5,70 Euro.

Wie die RUNDSCHAU bereits ausführlich berichtete, gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme mit der Qualität und Quantität des Trinkwassers aus dem Einzugsgebiet der Kemater Alm. Als erste rasche und effektive Sicherungsmaßnahme wurden deshalb eine aufwändige UV-Anlage sowie eine speziell für die Gemeinde Kematen konzipierte Siebanlage eingebaut. Um im Dorf auch in Zukunft eine sichere Versorgung mit Trink-, Nutz- und Löschwasser zu gewährleisten, hat der Gemeinderat entschieden, eine technisch ausgereifte Tiefbrunnenanlage zu errichten und in der Folge die Quellfassungen samt Quellableitungen aus der Kemater Alm grundlegend zu sanieren bzw. neu zu errichten. „Bereits um die vorige Jahrhundertwende wurde eine entsprechende Trinkwasser-versorgungsanlage in Kematen errichtet, Anfang der 1960er Jahre die Quellableitung aus dem Sendertal, Anfang der 1990er Jahre schließlich ein Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 1.440 Kubikmetern gebaut. Mit diesem Hochbehälter konnten wir Bedarfsspitzen abdecken sowie eine sichere Versorgung unserer Gemeinde mit Trink-, Nutz- und Löschwasser gewährleisten. Außerdem haben wir als zusätzliche Sicherheit und als Reserve mit der Gemeinde Axams einen Verbund über fünf Sekundenliter vereinbart, für dessen Inanspruchnahme wir natürlich im Fall des Falles zu bezahlen haben“, informiert Bürgermeister Rudolf Häusler mit dem Bürgermeisterbrief die Bevölkerung und er betont, dass gemäß wasserrechtlichem Bewilligungsbescheid die Gemeinde Kematen ein Wasserrecht für die Ableitung von 24,6 Sekundenliter habe. Laut getroffenen Vereinbarungen gehören davon 2,5 Sekundenliter der Gemeinde Grinzens und 11,5  Sekundenlieter der Marktgemeinde Völs. Für die Gemeinde Kematen verbleiben somit noch 10,6 Sekundenliter. „Ohne den bereits erwähnten Hochbehälter mit dem Volumen von 1.440 Kubikmeter wäre diese Menge für unser Dorf zu wenig“, so Häusler.

TIEFBRUNNENANLAGE.  Auch aus diesem Grund habe sich der Gemeinderat für die Errichtung der Tiefbrunnenanlage ausgesprochen. Damit sei nämlich für Kematen eine unabhängige und eigenständige Trinkwasserversorgung sichergestellt. „Diese gehört dann zu einhundert Prozent unserer Gemeinde und es ist auch klar, dass wir daraus kein Trinkwasser an andere Gemeinden abgeben müssen. Nachdem wir in den vergangenen Jahren bereits intensive Vorarbeiten geleistet haben, wird mit der Errichtung dieser neuen Tiefbrunnenanlage noch heuer begonnen. Sobald diese in Betrieb genommen wird, starten wir mit der umfangreichen Sanierung der Quellfassungen und den entsprechenden Ableitungen in der Kemater Alm. Während dieser umfassenden Arbeiten ist dann die Versorgung unseres Dorfes mit Trink-, Nutz- und Löschwasser über die neue Tiefbrunnenanlage sichergestellt. Danach kommt unser Wasser in ausreichender Qualität und Quantität wie gewohnt aus der Kemater Alm, auftretende Spitzen oder Notfälle werden dann problemlos über die neue Tiefbrunnenanlage abgefedert“, berichtet Häusler.

EIN EURO PRO KUBIKMETER WASSER. Die umfassende Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Kemater Alm und die Errichtung der neuen Tiefbrunnenanlage sind natürlich mit außerordentlich hohen Investitionskosten verbunden. Häusler: „Aus heutiger Sicht liegen diese deutlich über vier Millionen Euro. Nach intensiven Verhandlungen ist sichergestellt, dass die Finanzierung aus Mitteln des Bundes, des Landes sowie aus Eigenmitteln erfolgt. Das ist das eine.Das andere ist die Tatsache, dass die Fördermittel des Bundes den entsprechenden Richtlinien für kommunale Siedlungswasserwirtschaft unterliegen. Diese schreiben eine Mindestgebühr von einem Euro pro Kubikmeter Wasser vor“, begründet der Kemater Dorfchef im Bürgermeisterbrief die anstehende Erhöhung des Kubikmeterpreises für Wasser.  Er lässt die Bürger auch wissen, dass er im Gemeindeamt gerne Fragen der Bürger  beantworte.