Klassische Musik zum Advent in St. Anna

Das Jugendstreichorchester der Landesmusikschule Reutte. RS-Foto: Chauvin

Eine Stunde zum Innehalten

Auch in diesem Jahr schenkte die Landesmusikschule Reutte mit ihren Lehrern und Schülern den Besuchern des Weihnachtsmarktes und den Liebhabern klassischer Musik eineinhalb Stunden zum Ruhigwerden und Innehalten. 

Ein sehr umfangreiches Programm hatte Musikschulleiter Tobias Lämmle zusammengestellt, das von der Barock- bis in die Neuzeit reichte. Samuel Scheidt, Johann Sebastian Bach, Johann Joseph Fux, Johann Pachelbel oder Georg Philip Telemann, Komponisten aus dem 17. Jahrhundert; Joseph Haydn, Robert Schumann gehören dem 18. und 19. Jahrhundert an. Das 20. und 21. Jahrhundert waren vertreten mit Franz von Suppé, Zoltán Kodály, Antonín Dvorák, John Rutter, Howard Goodall und Dieter Schaborak. In der Pfarrkirche St. Anna war fast kein freier Platz mehr, als Monika Alber mit ihrem Jugendstreichorchester den Abend eröffnete. 18 Jugendliche spielten die „Pastorale“ von Arcangelo Corelli (1653-1713) und mit „Stille, stille, stille“ ein Traditional. Das Vokalensemble des Gesangslehrers Henry Springfeld hatte sich für den Abend für „Es ist ein Ros entsprungen“ von Michael Praetorius (1571-1621) entschieden. Mehrmals traten das Hornquartett von Martin Petter, das Blockflötenensemble mit der Leiterin Ursula Rieder-Mantler, das Posaunentrio Schattwald mit Sandor Somogyi, die Flötengruppen von Lydia Huber und die Ziehharmonikaspieler Hannes Neururer mit Jonas Huber und Tobias Abfalter auf. Weiter hörten die Besucher das Streichquartett von Iris Haas, ein Zither-Solo mit Magdalena Pedarnig und das Gitarrenquintett unter Markus v. Wischetzki. Ganz besonders intensiv war für die aufmerksamen Konzertbesucher das „Veni, veni Emmanuel“ von Zoltán Kodály, das vom Chor der Landesmusikschule mit 22 Sängerinnen und Sängern sehr gekonnt in lateinischer Sprache dargeboten wurde. Der zweite Chor, den Albert Frey erst vor kurzer Zeit ins Leben gerufen hat, sang sich gleich in die Herzen der Zuhörer. Das sind nämlich Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren, die aus ganzer Seele singen, weil es ihnen so viel Freude macht. Erst ließ Frey den Kinderchor mit „Es hat sich halt eröffnet“ und „Ihr Kinderlein kommet“ alleine singen und dann bekamen sie von den „Großen“ Verstärkung. Mit den schönen Traditionals, von beiden Chören gesungen, „Wo isch denn im Schnee no a Wegl zu dir“ und „Es wird scho glei dumpa“ ging das besinnliche Adventskonzert zu Ende. Der lange Beifall zum Schluss, zwischen den einzelnen wurde nicht geklatscht, galt allen Mitwirkenden und bewies, dass das Konzert sehr gut angekommen war.

Von Claudia Chauvin

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