Klein, aber oho

Die Schweinchen sind voller Energie. RS-Foto: Kroner

In Spiss gedeihen Schweine und Erdäpfel

 

In Spiss, der höchstgelegenen Gemeinde in Österreich, rührt sich was – es werden dort wieder Schweine gehalten und sogar Erdäpfel angebaut.

 

Von Daria Kroner

 

Die 114 Einwohner von Spiss pflegen ihr Dorf und lassen es aufblühen. So auch Bgm. Alois Jäger, der sich der Zucht einer seltenen Schweinerasse verschrieben hat. Die Mangalitza ist eine ungarische Schweinerasse und zeichnet sich vor allem durch die hellen, lockigen Borsten und die Unempfindlichkeit gegenüber Hitze oder Kälte aus, was von ihrer Abstammung vom Wildschwein herrührt. Seit Jahrzehnten gab es in Spiss keine Schweine mehr, doch nun grunzen 25, davon 21 Jungtiere, munter in einem Spisser Stall. Die Seltenheit und vor allem die Tatsache, dass die Schweine pflegeleicht sind und auch Gras und Roggen fressen, reizte Bgm. Alois Jäger, sich einen Eber und drei Säue zu besorgen, um sie zu züchten. Nach nicht allzu langer Zeit gab es schon reichlich Nachwuchs und die kleinen wolligen Schweinchen lockten nicht nur die Spisser Bevölkerung in den Stall, sondern auch einige Auswärtige, die von den Ferkeln begeistert waren. Für den Besitzer sind die Schweine jedoch nicht nur Haustiere, sondern auch ein Teil seines Einkommens. Ein Teil der Schweine wird verkauft, während andere geschlachtet werden, denn auch das Fleisch der seltenen Rasse hat einen besonderen Geschmack, es soll einiges schmackhafter als das Fleisch normaler Hausschweine sein. Doch nicht nur was das Vieh anbelangt, zeigt sich der Dorfchef von Spiss engagiert.

 

ERDÄPFELZEIT. Bgm. Alois Jäger züchtet nicht nur seltene Schweine, er pflanzte auch Kartoffeln an – zunächst nur, um auszuprobieren, ob dieses Vorhaben glücken wird. Denn auch Kartoffelacker gab es schon seit Jahren keinen mehr in Spiss und es war zunächst nicht klar, ob die Erdäpfel auch gedeihen würden. Doch bald schon zeigten sich die ersten Sprossen und Alois Jäger rechnet mit einer ertragreichen Ernte. Die Kartoffeln möchte der Bürgermeister vor allem dazu nutzen, um seine Schweine zu füttern, wenn kaum noch Gras wächst. Auch die Mangalitza sind Allesfresser und freuen sich über Leckerbissen wie Erdäpfel oder Bruch. Die Schweine waren u.a. der Anstoß, wieder Erdäpfel in Spiss anzupflanzen. Alois Jäger kümmert sich mit Leidenschaft um das kleine Bergdorf und genießt es, mit weiteren Ideen und Experimenten wie dem Kartoffelacker mehr Leben in das Dorf zu bringen und es eigenständig zu halten.

Auch der Kartoffelacker blüht und gedeiht. RS-Foto: Kroner
In Bgm. Alois Jägers Stall grunzen 25 Schweine. RS-Foto: Archiv

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