Kleine Stadt, große Wirkung

Gebündelte Kräfte zugunsten der Jugend: Die Verantwortlichen präsentieren sichtlich stolz das Plakat zur nahenden „Mini-Stadt“ am 29. und 30. Juni. RS-Foto: Matt

Größeres Budget, mehr Partner, mehr Jobs – Pläne zur Imster „Mini-Stadt“ für das Jahr 2018 vorgestellt

Auch dieses Jahr werden es wieder zwei Tage sein, an denen in Imst die Kinder das Kommando übernehmen und den innerstädtischen Kern flugs zu ihrer „Mini-Stadt“ umkrempeln werden. Geplant sind für heuer unter anderem eine Ausweitung des Berufsangebots, gleich bleibt die Zielgruppe und der Grundgedanke hinter der „Mini-Stadt“.

Von Manuel Matt

Morgens Bäcker und Kellner, am Nachmittag dann vielleicht Polizist und Stadtplaner – was wie ein abenteuerlicher Lebensentwurf anmutet, ist für Bewohner der „Mini-Stadt“ ein völlig normaler Arbeitstag. 40 Berufe soll der kompakte Wirtschaftskosmos heuer umfassen, der Kindern und Jugendlichen zu Beginn der Imster Sommerfußgängerzone am 29. und 30 Juni einen spielerischen Einblick in das moderne Erwerbsleben, dessen Regeln und mögliche Formen bieten soll. Ausgedacht hat sich diese ungewöhnliche Freiluft-Wirtschaftslektion der Ökozentrum-Obmann Gottfried Mair, dessen Vision im vergangenen Jahr von rund 200 Schülern erstmals mit Leben erfüllt wurde.

Behutsame Evolution.

Dieses Jahr werden es wohl noch mehr werden – und was bereits im Vorjahr glänzend funktioniert hat, soll in der zweiten Auflage noch besser, noch professioneller ablaufen. Diesem Ziel entsprechend, hat das Organisationsteam – bestehend aus Ökozentrum, „Miteinand in Imst“, dem Verein „Freiraum“, dem Imster Integrationsbüro sowie dem Jugend-, Umwelt- und Familienausschuss der Stadt Imst – allerlei Bewährtes optimiert, neue Partner gefunden und sich freilich allerlei Neues einfallen lassen. So sorgt etwa eine neue Internetpräsenz (www.mini-stadt-imst.at) mit App-Charakter für Information und Orientierung im innerstädtischen Berufsdschungel, während eine erstmals angebotene „Chill-Zone“ hinter der Johanneskirche zur Pause zwischen den Arbeitseinheiten einlädt und die Logistikabläufe erleichtert. Beim Berufsangebot darf in diesem Jahr ein beachtliches Plus von 30 Prozent verzeichnet werden. Dahinter stehen nicht etwa fiktive Arbeitgeber, sondern tatsächliche Betriebe aus der Region, denen das ebenso echte Arbeitsmarktservice (AMS) fleißige Schnupperarbeitskräfte samt eigenem Kompetenzkompass vermittelt. Mit an Bord sind unter anderem auch der Imst Tourismus, die Wirtschaftskammer und erstmals auch die Arbeiterkammer, die als Sponsor fungiert, als Partner aber auch ein wachsames Auge auf die Lohnzettel und Arbeitsbedingungen der „Mini-Stadt“-Erwerbstätigen wirft. Die Selbstständigkeit als Alternative zum Angestelltenverhältnis zeigt ebenso zum ersten Mal ein Pilotprojekt auf, das die einzelnen Schritte zum „Start-up“-Unternehmen nachzeichnet. Auch die mediale Berichterstattung wird selbst in die Hand genommen. Im eigens eingerichteten Medienzentrum im Jugendzentrum arbeiten kreative Köpfe unter der wohlwollenden Leitung von „Freiraum“-Obmann Clemens Perktold an Zeitungs- und Filmbeiträgen und lernen zudem in Workshops von Pressefotografen.

Kreislauf.

So verschieden wie die Tätigkeiten, so unterschiedlich ist heuer auch die Dauer einer Arbeitseinheit, die 60, 90 oder 150 Minuten umfasst. Auch der Lohn fällt je nach getaner Arbeit dem echten Leben entsprechend unterschiedlich aus und wird in „Gurgl-Talern“ auf das eigene Bank-Konto überwiesen. Akzeptiert wird die Währung mit dem pfiffigen Namen im stadteigenen Shop, der von „Miteinand in Imst“ betrieben wird und verschiedenste Waren des täglichen Lebens bereithält. Das spiegle den realen Produktionsablauf wider, unterstreichen die Verantwortlichen – schließlich erhalten Angestellte auch in der realen Welt nicht etwa das gefertigte Produkt, sondern eine Entlohnung für die getane Arbeit. Überdies wird der Fleiß und die Disziplin der Heranwachsenden, die beide Eigenschaften bereits bei der Premiere zur Schau gestellt haben, mit Konzerten der Landesmusikschule Imst und Discjockey „MRSL“ in der „Chill-Zone“ belohnt.

Dabei sein.

Änderungen und Anpassungen hin oder her, die Zielgruppe bleibt ebenso wie der Grundgedanke unverändert, lässt Gottfried Mair wissen – so wird das Projekt auch direkt in den Schulen den Klassen vorgestellt. Die Anmeldung zur diesjährigen „Mini-Stadt“ ist von 3. bis 17. Mai möglich und beinhaltet Mittagessen, Haftpflicht- (Stadt Imst) und Unfallversicherung (getragen von der Sparkasse Imst). Die Plätze dürften jedenfalls begehrt sein, ist die Teilnahme pro Tag doch auf maximal 120 Kinder begrenzt.