Kleinkraftwerk Flath startet im nächsten Jahr

Das Wasser des Flathbaches wird vor der Trinkwassernutzung in einer Kleinkraftwerksanlage energetisch genutzt. RS-Foto: Tiefenbacher

Kombi-Projekt am Flathbach geht auf Raten in Betrieb

 

Das Kleinwasserkraftwerksprojekt am Flathbach des Wasserverbandes Tobadill-Pians, eine Kombination von Wasserversorgung und Stromgewinnung, geht auf Raten in Betrieb: Die neue Wasserdruckleitung hat ihren Dienst bereits begonnen, das Kleinkraftwerk soll im ersten Quartal 2019 komplett fertiggestellt sein.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Nach einer äußerst langen Anlaufzeit – die ersten Planungen für das gemeinsame Projekt stammen aus dem Jahre 2011 – wird nun das kombinierte Projekt realisiert. Im Juni 2018 wurde dafür die wasser-, forst- und naturschutzrechtliche Bewilligung erteilt. Mit den Bauarbeiten wurde am 20. August 2018 begonnen. Ausgangspunkt der Idee für ein kombiniertes Projekt waren das hohe Alter und die Wichtigkeit der Ableitung der Flathquellen bis zum Hochbehälter Tobadill. Diese ist rund 60 Jahre alt. Die Überdeckung war teilweise zu gering und die alten Stahlmuffenrohre wiesen undichte Muffen auf. Dies hat verstärkt zu Rohrbrüchen geführt. Dies machte eine Erneuerung unaufschiebbar notwendig. Diese Wasserversorgungsanlage versorgt den Ort Tobadill am Plateau und ca. 65 Prozent von Pians am Talboden.

 

MEHRFACHEN NUTZEN. Die Tobadiller und Pianner Dorfparlamentarier waren sich 2014 einig, dass man sich den Mehrfach-Nutzen dieses Projektes nicht entgehen lassen sollte: Mit der Erneuerung der Ableitung der Flathquellen ist nicht nur die Wasserversorgung für die erwähnten Bereiche für die nächs-ten Jahrzehnte gesichert. Es wird dabei durch die Installation eines Kleinwasserkraftwerkes ein doppelter Nutzen aus dieser Ableitung und der dazugehörigen 1713 Meter langen Druckrohrleitung gezogen. Diese sind bereits fertiggestellt. Die erneuerte Ableitung ist schon in Betrieb. Beim Kleinwasserkraftwerk ist es noch nicht so weit. Der Generator und die Turbine können heuer nicht mehr geliefert werden. „Die Einstellungsarbeiten und die Fertigstellung werden somit, je nach Witterung und Schneelage, im Jänner oder im Frühjahr 2019 erfolgen können“, so der Tobadiller Dorfchef Martin Auer.

 

KÜNFTIGER ERLÖS. Die Kleinkraftwerksanlage wird in den Hochbehälter Tobadill eingebaut. Das Wasser der Flathquellen wird in dieser Anlage vor der Trinkwassernutzung energetisch genutzt. Ein hygienisch einwandfreies Trinkwasser wird durch entsprechende UV-Anlagen sichergestellt. Das nicht genutzte Über- und Restwasser wird in den Flathbach zurückgeführt. Dieses Kleinkraftwerk liefert im Jahr eine Strommenge in der Größenordnung von rund 840000 kWh. Damit kann der Strombedarf für 240 mittlere Haushalte gedeckt werden. Die Gesamtkosten des Projektes liegen bei 1,1 Millionen Euro. Woher kommt das Geld? Der Wasserverband Flath nimmt dafür einen Kredit von 770.000 Euro auf. Den Rest von 330.000 Euro teilen sich die Gemeinde Tobadill und die Gemeinde Pians im Verhältnis 50:50. Nach einer Amortisationszeit von rund 15 Jahren soll sich der jährliche Ertrag auf 70.000 Euro belaufen. Auch beim künftigen Erlös gilt das Prinzip Halbe-Halbe. Eines sollte in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden: Die ehemaligen Bürgermeister von Tobadill (Franz Kathrein) und Pians (Peter Rauchegger) haben das kombinierte Projekt federführend eingeleitet und auf eine für beide Seiten akzeptable Lösung hingearbeitet.

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