Königlich-Bayerisch

Viele interessante Episoden, rund um die Aufenthalte der Königlich-Bayerischen Familie im Außerfern, hat die Autorin in ihrem Buch festgehalten. RS-Foto: Claus

Die Bayerische Königsfamilie im Außerfern

Mit ihrem neuesten Buch „Die Bayerische Königsfamilie im Außerfern“, das Autorin Elisabeth Wintergerst in der Reuttener Bücherei vorstellte, stößt sie – mit einem Blick auf die Privatsphäre zu vielen unbekannten Begebenheiten der im Außerfern hoch verehrten Königsfamilie – eine Türe auf.

Von Uwe Claus

Wie Wintergerst in ihrer Einleitung schreibt, geht es in diesem Buch nicht um politische Erfolge oder gewonnene Kriege. „Ich zeige die königliche Familie in ihrer Menschlichkeit, ihren Gefühlen und ihrer Besonderheit.““ Sie habe bei der Recherche zu diesem Buch die Königsfamilie kennengelernt. In Kurzbiografien zu König Maximilian II. (1811–1864), Königin Marie Friederike von Bayern (1825–1889) und ihren Söhnen Ludwig (1845–1886) und Otto (1848–1916) beschreibt sie in kurzen Abschnitten deren Werdegang, ihr Leben und später ihre Berührungspunkte mit dem Außerfern. Mit ihrem historischen Streifzug durch die Ortschaften im Außerfern erzählt sie besondere Geschichten, die sich dort in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zutrugen – natürlich lauter Begebenheiten, die im Zusammenhang mit der Königsfamilie standen. Wie zum Beispiel in Häselgehr, wo sie einem Knecht beim Mähen half und im dortigen Gasthof „Sonne“ gern „gestockte Milch mit Schwarzbrot“ aß. Oder der Besuch einer Religionsprüfung an der Schule in Holzgau. Oft weilte die Königin an ihrem Lieblingsort Elbigenalp; dort konvertierte sie nach vielen Gesprächen mit dem dortigen Benefiziat Lechleitner 1874 zum katholischen Glauben. Diese und andere Episoden im Zusammenhang mit der Herrscherfamilie in fast allen Orten des Außerferns finden in dem Buch Platz. So soll nach der Überlieferung König Ludwig II. in Häselgehr „Die gebratenen Erdäpfel wie Leckerbissen und mit größtem Appetit gegessen haben – und ohne sie zu schälen“. Die besondere Verbindung zum Außerfern wurde auch durch eine Begebenheit in Breitenwang deutlich: zur Abwendung einer großen Hungersnot wurde 1847 ein Bittgesuch an das Bayerische Königshaus um Lieferung von 24 Scheffeln Roggen, zwölf Scheffeln Weizen und vielen Scheffeln Gerste von ihr positiv beschieden.
Das 120-seitige Buch in Hardcover-Version, Format DIN A4, ist reich bebildert und enthält viele historische Aufnahmen. Es ist im Verlag Percht Media erschienen. Es kann über Elisabeth Wintergerst, Telefon 0049 8362 37895 oder per Mail unter lechfall@ web.de bestellt werden.

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