Kommt das Sexformular?

Liebe Freunde des gewaltfreien Miteinanders!

Die weltweite „#MeToo“-Debatte hat monatelang die Medien beherrscht. Jetzt reagiert die Politik. Mit neuen Gesetzen. Schweden zum Beispiel verschärft ab sofort sein Sexualstrafrecht deutlich. Dort wurde jetzt ein Gesetz abgesegnet, das Sex ohne ausdrückliche Zustimmung unter Strafe stellt. „Sex sollte freiwillig sein. Alles andere ist Missbrauch“, stellt Schwedens Justizminister klar.
So weit. So gut. So klar. Paragrafen sind das eine. Der tägliche Umgang mit rechtlichen Vorgaben das andere. Die im Zuge der Liebe plötzlich aufkommende Lust ist ein hormoneller Prozess. Gerät Blut in Wallung, folgt nicht selten Erregung. Plötzlich und überfallsartig. Im Idealfall ist dieser biochemische Prozess beidseitig von Frohlocken begleitet. In diesem Moment könnte die Erfüllung der gesetzlichen Pflicht störend sein. Statt ein gestöhntes „Ich liebe dich!“ fände ich in dieser Situation ein „Hier, unterschreibe bitte schnell das Zustimmungsformular!“ dermaßen abtörnend, dass sich die Fleischeslust schlagartig in Hunger und/oder Durst verwandeln könnte.
Wir in Österreich haben es diesbezüglich gut. Hierzulande wird die Willensbekundung in einem gesonderten Paragrafen des Strafgesetzbuches geregelt. In Paragraf 205a zur „Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung“ heißt es seit 2016, dass Sex mit einer Person „gegen deren Willen, unter Ausnützung einer Zwangslage oder nach vorangegangener Einschüchterung“ mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren zu bestrafen ist.
Wo liegt für uns der Ausweg? Natürlich am Nachtkästchen. Es muss nicht gleich ein Formular oder gar das Strafrechtsbuch sein. Vielleicht wäre ja das Ausstellen eines beiderseits unterschriebenen Zehner-Blocks ein Ausweg. Einer für sie in rosa. Und einer für ihn in himmelblau. Beidseitiges Abreißen gilt als Ja. So ein Spielchen wäre dann fast schon wieder romantisch. Oder halt zumindest würdig und recht!

Meinhard Eiter

 

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