Konkreter Nutzen

Peter Heimerl mit den Abgeordneten Gertraud Salzmann und Liesi Pfurtscheller (v.l.) RS-Foto: Haueis

„Landecker Studium“ setzt auch auf Praxisbezug

 

In Landeck wird ein Wirtschaftsstudium mit Praxisbezug angeboten – derzeit laufen 13 „Echtprojekte“ mit Institutionen und Unternehmen aus der Region. Auch die Bachelorarbeiten -haben vielfach konkreten Bezug zum Oberland.

 

Von Daniel Haueis

 

Priv.-Doz. Dr. Peter Heimerl von der UMIT ist mit Univ.-Prof. Gottfried Tappeiner von der Uni Innsbruck personell das „Herzstück“ des Wirtschaftsstudiums mit Schwerpunkt Gesundheits- und Sporttourismus in Landeck. Und er setzt auf Praxisbezug: Gerade den Tourismus als nicht sonderlich wissenschaftsaffinen Wirtschaftszweig müsse man „bei konkreten Problemen abholen“. Da bieten sich z.B. Arbeitgeber-Attraktivität, Nachfolge oder Nachhaltigkeit als Themen an – die in Landeck Studierenden arbeiten mit Unternehmen aus der Region daran. Konkreter Nutzen sollte auch aus den Bachelorarbeiten gezogen werden können – es gab z.B. eine Fallstudie zur Mitarbeiter-Mobilität, neue Geschäftsmodelle der Bergbahnen für den (Sommer-)Tourismus wurden ebenso ausgelotet wie die ökonomischen Effekte von Schutzgebieten oder die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen von Skigebietszusammenschlüssen. Themen waren aber auch Jugendabwanderung im ländlichen Raum, die Rolle der Tourismusgesinnung oder empathische Führung in Unternehmen. Heimerl spricht auch Probleme an: „Overtourism steht vor der Tür“ – bei je 2,5 Millionen Nächtigungen in Sölden und Serfaus-Fiss-Ladis oder 1,5 Millionen in Ischgl müsse man „aufpassen, dass die Bewohner nicht vor den Touristen flüchten“. Diesbezüglich läuft ein Projekt, in dem mit einer Universität in Neuseeland kooperiert wird; insgesamt gibt’s derzeit 13 „Echtprojekte“ mit Tourismusverbänden, Hotels u.ä. Zusammengefasst: „Touristiker sollen von Projekten profitieren, Studenten von der Praxis und Wissenschaft“.

 

MASTERSTUDIUM SOLL IM HERBST FOLGEN. 230 Studierende gibt’s derzeit in Landeck; 40 Prozent der Studierenden stammen aus Nordtirol, 30% aus Deutschland, 20% aus Südtirol und 10% aus dem restlichen Österreich. Bei zwei Sponsionsterminen wurden bisher 110 zu Absolventen – das sind 60 Prozent (der jeweils 70 bis 100 Studienanfänger pro Jahr), die planmäßig abgeschlossen haben. 20 Prozent sind noch „unterwegs“, die Drop-out-Rate betrug bei den ers-ten beiden Jahrgängen 20 Prozent. Das anschließende Masterstudium „Nachhaltige Regional- und Destinationsentwicklung“ befindet sich in der Genehmigungsphase: „Ich bin optimistisch, dass im Herbst gestartet wird“, sagt Heimerl, der der Entscheidung der Akkreditierungsbehörde aber natürlich nicht vorgreifen will. Seit das Wohn- & Studentenhaus in der Herzog-Friedrich-Straße (Rainalter) eröffnet wurde, sei die Kritik an den Wohnmöglichkeiten verstummt, weiß Heimerl.

Von den Qualitäten der Soft- und Hardware des Studiums in Landeck haben sich Mitte April auch NR Liesi Pfurtscheller und NR MMMag.Gertraud Salzmann überzeugt. Sie betonten u.a. die Leistungen der Bundesregierung für die Tourismuswirtschaft.