Krisenmanager, Umsetzer & Gemeindearbeiter

Landtagsvizepräsident Anton Mattle, Gemeindevorstand Norbert Tschiderer, VBgm. Michael Zangerl, Martha und Anton Mallaun und Gemeindevorstand Lucia Schmid (v. l.) RS-Foto: Zangerl

See: Bgm. Anton Mallaun wurde Ehrenbürgerschaft verliehen

 

Exakt 11119 Tag leitete Anton Mallaun die Geschicke seiner Heimatgemeinde See, bis er feierlich zum Ehrenbürger ernannt wurde. Seit 13. September ist der seit mehr als 30 Jahren dienende Bürgermeister nun der einzig lebende Ehrenbürger. Im Laufe der drei Jahrzehnte wurden etliche Großprojekte realisiert, es mussten auch zwei größere Katastrophen bewältigt werden.

 

Von Elisabeth Zangerl

 

Am 4. April 1989 wurde Anton Mallaun zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde See, damals vom Gemeinderat, gewählt – seither übt er diese Funktion ohne Unterbrechung aus und gilt als einer der längstdienenden Bürgermeister des Landes, wie auch Landeshauptmann Günther Platter in seiner Grußvideo-botschaft wissen ließ. „Ehre, wem Ehre gebührt“ war der Titel, den die Initiatoren rund um Vbgm. Michael Zangerl für diese feierliche Verleihung der Ehrenbürgerschaft gewählt haben. „Diese außergewöhnliche Leistung möchten wir würdigen“, so Zangerl, der zudem erklärte: „Bei Anton Mallaun gibt es keine Spur von Amtsmüdigkeit.“ Etliche Großprojekte fallen in Mallauns Wirkungszeitraum, in dem sich das Budget von 0,5 auf 3,5 Millionen Euro erhöht hat: „Die Geschichte der Gemeinde und der Bergbahnen sind untrennbar miteinander verbunden“, sagte der Vizebürgermeis-ter; 1992 wurde die Volksschule See neu gebaut. Auch der Bau des Gemeindesaals und eine „Hochzeit mit Fiss“ kamen zur Sprache – bereits 1994 wurde ein Zusammenschluss mit Fiss in Betracht gezogen.

 

DER KRISENMANAGER. Die Jahrhunderthochwasserkatastrophe 2005 und auch das Murenereignis 2015 waren prägende Einschnitte: „Entscheidungen mussten schnell getroffen werden, bei denen man einen kühlen Kopf bewahren musste – Toni hat sich als Katastrophenmanager hervorragend bewährt“, sagte sein Stellvertreter. Eines seiner wichtigsten Projekte war der Badesee, für den Mallaun bereits seit den 80er-Jahren (damals als TVB-Obmann) kämpfte. „Der Badesee hat sich zu einem Treffpunkt für See entwickelt – er belebt und fördert das Zusammenleben“, so Zangerl und erklärt schmunzelnd weiter: „Und manche, auch Bgm. Mallaun sagen, der Badesee hat in See für mehr Nachwuchs gesorgt.“ Weitere Projekte waren: Der Um/Zubau von Mietwohnungen im Gemeindesaal-Gebäude, der Neubau der Kinderkrippe u.v.m. Bgm. Mallaun setzt(e) aber stets auf eine kostensparende Gemeindeverwaltung – selbst Gemeindearbeiter gibt es in See keinen eigens angestellten. „Toni lebt die Sparsamkeit selbst vor“, so Zangerl, der auch lobte, dass Bgm. Mallaun und seine Gattin Martha sich um die Blumen an öffentlichen Plätzen kümmern. „Martha ist zudem zusätzlich so etwas wie sein persönlicher Terminkalender – wir danken ihr für ihre wohlwollende Unterstützung bei der Gemeindeführung.“

 

DAS ALLGEMEINWOHL IM MITTELPUNKT“. Landtagsvizepräsident Anton Mattle überbrachte Grußworte von LH Günther Platter, der übrigens in Zams am selben Tag zum Bürgermeister gewählt wurde wie Mallaun. Mit acht Bürgermeis-tern im Paznaun hat Mallaun zusammengearbeitet, auch mit fünf Landeshauptmännern, vier Bundespräsidenten und neun Bundeskanzlern. „Du hast dich 30 Jahre für das öffentliche Interesse eingesetzt, das Allgemeinwohl stand für dich immer im Mittelpunkt“, lobte Mattle seinen Namensvetter, und: „Du warst unter anderem auch Krisenmanager, Projektumsetzer, Gemeindearbeiter, Baupolier u.v.m.“ „Toni ist ein bisschen für seine unkonventionelle Herangehensweise bekannt“, sagte Mattle. Abschließend gratulierten auch Sebastian Kurz, LH Günther Platter und BH Markus Maaß, der an diesem Tag seinen 60. Geburtstag feierte, dem neuen Seer Ehrenbürger, der sich selbst im Anschluss einfach sprachlos und sehr dankbar zeigte. Umrahmt wurde die Ehrenbürgerfeier von örtlichen Vereinen, darunter Musikkapelle, Schützenkompanie, Freiwillige Feuerwehr, Trachtenverein, Fußballclub, Theaterverein, Bauernvereinen oder Kirchenchor, der die anschließende Feier im Gemeindesaal musikalisch umrahmt hat.

 

Beinahe das ganze Dorf war am 13. September zu Ehren des neuen Ehrenbürgers Anton Mallaun auf den Beinen. RS-Foto: Zangerl
Der neue Ehrenbürger und Bürgermeister Anton Mallaun mit Gattin Martha RS-Foto: Zangerl

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