Künstler im Kloster

Das Kapuzinerkloster in Imst, das als historische Station der Kunststraße 2018 seine Tore öffnen wird. RS-Foto: Matt

Kunststraße Imst zieht dieses Jahr bei den Kapuzinern ein

Wo früher zahlreiche Ordensbrüder über Jahrhunderte hinweg ihr Leben in den Dienst des Glaubens stellten, wird nun wieder fleißig gearbeitet. Denn die Imster Kunststraße hat dieses Jahr neben vielen anderen Stationen eine neue Heimat gefunden – im Kapuzinerkloster gegenüber der Alten Sparkasse.

Von Manuel Matt

Sie brauchen kein schmückendes Beiwerk, diese geschichtsträchtigen Gänge im Imster Kapuzinerkloster, ist doch gerade diese schlichte, bescheidene Würde ganz gewiss im Sinne des heiligen Franziskus, dem geistigen Vater der Brüder des Kapuzinerordens. 1674 erstmals bezogen und nach dem Großen Brand in Imst im Jahre 1822 wieder aufgebaut, verbrachten die Ordensbrüder hier ihr selbstgewähltes Leben in Armut und Demut, in Arbeit und Gebet, Studium und Lehre. Rund 350 Jahre dauerte diese Ära an, bis im September 2016 das Kloster schließlich geschlossen wurde. Noch immer ist leise Wehmut in der Stimme von Pater Josef zu erahnen, während er die RUNDSCHAU durch das ehrwürdige Gemäuer führt und leidenschaftlich dessen Geschichte erzählt. Aber da blitzt auch Vorfreude in den Augen des Kapuziners, als drei Männer, darunter mit Muhammad und Mir Hussein zwei Bewohner des Imster Flüchtlingsheims, tatkräftig Platz schaffen – Platz für Kunst. Die Werke von zehn Kunstschaffenden werden hier mit Beginn der diesjährigen Kunststraße einziehen und nicht nur die Gänge zieren, sondern unter anderem auch den Aufgang zum Novizentrakt sowie die Zellen, die mit spartanischer Einrichtung den Mitgliedern des Ordens einst ein Stück Privatsphäre gewährten.

Herbergssuche.

Bei der Suche nach Räumlichkeiten sei man eben auf diesen Ruhepol inmitten der Stadt gekommen, erzählt Barbara Thaler, Kunsthistorikerin und Mitglied des Kunststraßen-Organisationsteams. „Das Kloster bietet sich dafür an, auch aufgrund des großen Platzangebots“, freut sich Thaler, historischen Reiz mit praktischen Vorteilen verbinden zu können. Die Bitte, mit Kunst einziehen zu dürfen, gewährte Diözese und Kapuzinerprovinzial gerne und bereits im Sommer fand die erste Begehung statt. Zusätzlich werden auch die Schneiderei und die Bibliothek der Kapuziner den Besuchern offen stehen – wenn das Kloster schließlich zusammen mit vielen weiteren Stationen der diesjährigen Kunststraße von 1. bis 16. Dezember zum Kunstgenuss einlädt.

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