Künstlerfreundschaften

Orchester Telfs-Gruppenbild mit Instrumenten. Die Musiker betörten am vergangenen Sonntag im Rathaussaal das Publikum mit exzellenter Orchestermusik. Foto: Lia Buchner

Konzert „Die Großen Drei“ im Rathaussaal

Für die gemeinsame Matinee des Orchesters Telfs mit der Chorwerkstatt lud Fausto Quintabà den Chor „Harmony on Air“ als drittes Ensemble zum Musizieren: „Die großen Drei“ gestalteten einen höchst ansprechenden Sonntagvormittag.

Fausto Quintabà und Andreas Kehlenbeck haben gemeinsam am Salzburger Mozarteum studiert. Beide sind ausgebildete Pianisten, beide leiten heute ein ambitioniertes Amateurensemble: Quintabà das Orchester Telfs, Kehlenbeck den Obersulmer Chor „Harmony on Air“. Und beide verbindet eine langjährige Freundschaft. Was lag also näher, als sich mit der Chorwerkstatt einen weiteren Big Player an Bord zu holen und mit der Matinee „Die Großen Drei“ die Künstlerfreundschaften zu feiern.

SELTEN GEHÖRT. Das fein abgestimmte Programm dieser Matinee verband geschickt Bekanntes mit Unbekanntem. Das Orchester eröffnete etwas verhalten mit Mozarts Ouvertüre zu „La clemenza di Tiro“. Doch schon die folgenden Chorstücke der beiden Vokalensembles ließen mit selten Gehörtem aufhorchen. Ola Gjeilo, der norwegische Star der zeitgenössischen Chorszene, wurde von der Chorwerkstatt unter Viktor Schellhorn wunderbar mystisch interpretiert. Das Volumen vom zartesten piano bis zum fortissimo beeindruckten. „Harmony on Air“ brachte mit Scott Joplin oder John Miles jazzige A-cappella-Klänge – immer sehr präzise, dynamisch und präsent.

FANTASTISCH. Für den ersten Höhepunkt des Vormittags, Mendelssohn-Bartholdys „Drei geistliche Lieder“, kam die Vierte im Bunde auf die Bühne: die Altsolistin Kristina Quintabà, ebenfalls Mozarteum-Absolventin und mit dem Orchesterleiter verheiratet. Mit ihrer wunderbar weichen, warmen Stimmfarbe gab sie den drei Liedern enormen Tiefgang. Der tatsächliche Höhepunkt war dann aber Beethovens „Fantasie op. 80“ für Klavier, Chor und Orchester. Jetzt wechselte Kehlenbeck vom Chorleiterpult an den Flügel, Quintabà übernahm die Gesamtleitung und dirigierte eine – bei aller beethovenschen Kraft – ganz heitere, hell und leicht fließende Fantasie. Das Chorfinale war so schön, dass es gleich nochmal als Zugabe kam.

Von Lia Buchner

„Die großen Drei“: Fausto Quintabà, Viktor Schellhorn, Andreas Kehlenbeck (v.l.). Foto: Lia Buchner
Feine A cappella Performance: „Harmony on Air“ aus Oberslum. Foto: Lia Buchner

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