Kult um Stars & Asse

Liebe Freunde des Sports!

Wir Österreicher lieben die Bewegung. Manche sogar die aktive Form. Laufen. Wandern. Gymnastik. Viele bevorzugen den Sitzsport. Vor dem Fernseher. Fußball. Skifahren. Skispringen. Oder Tennis. Wir verehren unsere Athleten. Egal, ob die wieder erstarkten Kicker unseres Nationalteams. Oder die Abfahrtsläufer und Artisten zwischen den Slalomstangen. Natürlich die Überflieger auf den Sprungschanzen. Überall, wo unsere Sportler ins Rennen gehen, sind wir live dabei. Fiebern mit. Und sehnen Siege und Medaillen herbei. Drücken die Daumen für die Unsrigen. Großereignisse im Sport sind nationale Ereignisse. Länderspiele oder die Skirennen am Hahnenkamm in Kitzbühel haben Feiertagscharakter. So wie das Springen am Bergisel. Dank dem ORF sind wir hautnah am Geschehen. Quasi mittendrin statt nur dabei. Schon im Vorfeld werden wir emotional hochgeschaukelt. Moderatoren und Kommentatoren verheißen Top-Leistungen unserer Sportler. Stars und Asse werden sie genannt. Was die Betroffenen selbst schwer unter Druck setzt. Legenden wie Karl Schranz, Hermann Maier, Benjamin Raich, Niki Lauda, Thomas Muster oder Hans Krankl haben uns viel Jubel beschert. Jetzt erwarten wir ähnliche Heldentaten von Michael Matt oder Marco Schwarz. Doch die liefern leider nicht. Es gibt Erfolgreichere. Franzosen, Norweger und Italiener. Sogar die Eidgenossen aus der Schweiz fahren uns um die Ohren. Und Deutsche stehen am Podest! Diese Durststrecke ist selbst mit Bier kaum zu ertragen. Trotz Dominik Thiem oder Stefan Kraft fehlt Marcel Hirscher an allen Ecken und Enden. Er hat aufgehört. Vielleicht auch, weil er sich nach zweiten Plätzen die blöden Fragen unserer ORF-Reporter ersparen wollte. Und nur so als Ass und Star in Erinnerung bleibt.

Meinhard Eiter