Kurz mal bei Xi

Liebe Freunde von Staatsbesuchen!

Das größte Ereignis der jüngsten Tage war außenpolitischer Natur. Bundespräsident Van der Bellen, Kanzler Kurz, die Ministerinnen Köstinger, Schramböck und Kneissl, Minister Hofer und Wirtschaftskammerchef Leitl beehrten mit einer 270-köpfigen Delegation den chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Die Sache war freundschaftlicher Natur. Ein Ping-Pong-Spiel zwischen David und Goliath. Österreich sei ein wichtiger Partner für China, streute der wohl mächtigste Mann der Welt Blumen. Wir präsentierten uns als Operettenstaat. Die kleine Anna Cäcilia Pföß spielte auf einer Geige, auf der einst schon Mozart begnadet zupfte. Anna Cäcilia ist sieben Jahre alt, wie einst Wolferl. Die Botschaften waren symbolträchtige Zeichen an die Chinesen. 1.) Wir Österreicher sind Wunderkinder, 2.) Ein bisschen Kinderarbeit am Rande einer nicht stattgefundenen Menschenrechtsdiskussion kann nie schaden! Der Frau von Xi, Peng Liyuan, gefiel der Klang der jungfräulichen Geigenmusik. Sie selbst war einst auch eine berühmte Sängerin. Und so plauderte man über Möglichkeiten des Gegenbesuches. Peng würde gerne das Neujahrskonzert zum Anlass nehmen. Sie freute sich sehr über die Rose aus dem Hause Swarovski. Nach Karlheinz Grasser erkundigte sie sich nicht. Ehemann Xi bekam neben einem Teeservice der Marke Augarten eine Skijacke der Firma Sportalm und Skier von Fischer. Damit er bei der Olympiade in Peking 2022 eine gute Figur macht. Sollte er weitere Hilfe brauchen, könnte ja Karl Schranz beim Treffen in Wien verraten, wie er das einst Putin beibrachte.

Nicht dabei war Werner Schlager. Der einstige Weltmeister im Tischtennis wäre der einzige gewesen, den die Chinesen wirklich kennen. Ich fieberte stilgerecht mit. Im China-Restaurant. Beim „all you can eat“ ging ich in die Vollen. Süß-saure Suppe, Frühlingsrolle, acht Schätze und natürlich knusprige Ente – die schmeckt wie unser Wiener Schnitzel!

Meinhard Eiter


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