Kurz und knackig

Kritik an der Arbeit der Stadtgemeinde kam bei der Gemeindeversammlung lediglich von einem Zuhörer, ansonsten verlief die Veranstaltung recht einseitig als Vortrag. RS-Foto: Dorn

Gemeindeversammlung Imst als Vortrag des Bürgermeisters

Gemeindeversammlungen kann man entweder regelmäßig einmal im Jahr (wie es eigentlich die Gemeindeordnung vorsehen würde) oder aktuell zu brisanten Themen abhalten. Zumindest im zweiten Fall kann es dabei auch zu mehr oder weniger hitzigen Diskussionen kommen. In Imst dagegen verlief die kürzlich abgehaltene Veranstaltung im Stadtsaal hauptsächlich als Rückblick und Vorschau des Bürgermeisters. Die anschließenden Redebeiträge beschränkten sich in erster Linie auf knappe Verbesserungsvorschläge zu weniger brisanten Themen.

Von Agnes Dorn

11200 Einwohner zählt die Bezirkshauptstadt Imst derzeit, inklusive den Zweitwohnsitzgemeldeten. Rund 9000 Arbeitsplätze gibt es im Stadtgebiet und 4000 Menschen pendeln in die Stadt hinein. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs hat sich die Anzahl der Gebäude verdoppelt, jene der Autos verzehnfacht. In den letzten Jahren wurde einiges in die Kindergärten und Schulen investiert, wobei für die Volksschule Unterstadt die Planungen derzeit gerade am Laufen sind. Über 100 Wohnungen sind in städtischem Besitz und für den Winter wird man über Notschlafstellen nachdenken müssen, so Bürgermeister Stefan Weirather. Auch im sportlichen Bereich sei man bei der Infrastruktur relativ gut aufgestellt und pro Jahr würden 600.000 bis 700.000 Euro in die Sanierung eines Teils des insgesamt 140 Kilometer langen Straßennetzes investiert werden. Vor allem in den Jahren 2017 und 2018 sei viel Geld im Sinne des Bürgerbeteiligungsmodells in die Innenstadt gesteckt worden, um diese als Kernzone wieder attraktiver zu machen. 40 Millionen Euro habe man bisher ins Zentrum und damit auch in die dortigen städtischen Wohnungen investiert, so Weirather. Die seit einigen Jahren veranstaltete Sommerfußgängerzone werde von den Imstern und ihren Gästen je nach Wetter gut angenommen.

Hochwasserschutz.

Nach der heurigen Pause liegt die Planung des Johannesplatzes als nächster Schritt der Innenstadtrevitalisierung schon in der Schublade, wobei diese direkt mit den Gefahrenzonenplänen zusammenhinge, so der Stadtchef, der damit ein mehr als brisantes Thema zunächst kurz streifte, bevor er im Anschluss länger auf den geplanten Hochwasserschutz einging. Denn die diesbezüglichen Verhandlungen ziehen sich bekanntlich schon seit Jahren hin – beziehungsweise seit 2012, als das prognostizierte Gefahrenpotenzial und damit die im Gefahrenzonenplan ausgewiesenen Retentionsflächen von der Gemeinde als zu massiv angeprangert wurden. So wären Gespräche mit rund 500 Grundeigentümern nötig gewesen. Der dann von der Gemeinde in Auftrag gegebene neuerliche Gefahrenzonenplan, bei dem spezifische Daten verwendet werden, liegt derzeit noch in Arbeit und wird von Weirather für Dezember erwartet.

Pflege und Betreuung.

Auch auf den Strukturplan Pflege ging der Stadtchef kurz ein, wobei er betonte, dass Imst bei den bis 2022 geplanten Maßnahmen genau auf den Punkt hingekommen sei. Nicht nur bei der Langzeitpflege, sondern auch bei der Tagesstruktur beziehungsweise dem betreubaren Wohnen sei man zumindest planerisch auf dem richtigen Weg. Probleme gebe es dagegen beim Personal, wo bereits jetzt schon Mangel herrscht. „Der Arbeitsmarkt saugt uns alle Arbeitnehmer ab. Wir bräuchten mehr“, hofft er hier auf einen Wandel. Auf diese Not machte auch die Leiterin des Pflegezentrum Gurgltal und Gemeinderätin Andrea Jäger aufmerksam, die die mobilen Dienste und vor allem auch alternative Unterbringungsmöglichkeiten wie Wohngemeinschaften in naher Zukunft stark forcieren möchte. Grünes Licht für weitere Betreuungseinrichtungen habe man vom Land bereits erhalten und auch die Nachnutzung des Klosters werde derzeit über die Diözese wieder neu diskutiert.

Wohnbau, Lärmschutz, Pendler.

Von Zuschauerseite kam im Anschluss bis auf die beiden Wortmeldungen von Reheis und Jäger nur von zwei Imstern eine Anfrage, wobei sich die eine auf einen speziellen Bebauungsplan bezog und Bürgermeister Weirather diesbezüglich recht scharf kritisiert wurde. Die andere war eine Nachfrage zu Gerüchten über eine geplante Wohngebietserweiterung in Gunglgrün. Diese sei noch nicht im Konzept und könne frühestens in sieben Jahren in Angriff genommen werden, so Weirather. Nur zwei bis oben durchgehende Parzellen wären aktuell für den Wohnungsbau vorgesehen. Zwei weitere kürzere Erörterungen des Dorfchefs betrafen außerdem Lärmschutzmaßnahmen sowie den Pendlerverkehr: Derzeit werde ein Vorschlag zur Lärmeindämmung begutachtet, denn durch den Bau des Interspars hätte man doch 0,5 Dezibel Lärmanstieg in Kauf nehmen müssen. Beim von Altbürgermeister Gerhard Reheis angesprochenen Parkplatzproblem am Bahnhof sei man bereits in die Intensivplanung übergegangen – 250 neue Plätze sollen demnach in der Erweiterung entstehen.

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