Lärmschutz scheitert am Geld

Die Anrainer an der B 177 werden wohl noch länger mit dem Verkehrslärm leben müssen. Foto: Gerd Harthauser

Zirl wird noch länger mit Verkehrslärm leben müssen

Seit Jahren kämpft die Marktgemeinde Zirl gegen den Verkehrslärm an, der von der B177 Seefelder Straße verursacht wird. Ein jetzt im Rahmen einer lärmtechnischen Untersuchung vorgelegtes Lärmgutachten klärt die betroffenen Bürger zwar umfassend auf über allerlei Unterschiede, Begriffe und Definitionen aus dem Bereich Schall und Lärm. Die erhoffte Verbesserung der Situation ist jedoch weiterhin nicht in Sicht: Es fehlt am Geld.

DI Dr. Christian Molzer, Leiter der Abt. Verkehr und Straßen des Landes Tirol, trug das vom Land in Auftrag gegebene Gutachten Montag vergangener Woche im Rahmen einer Bürgerversammlung im überschaubar gefüllten großen Saal des Veranstaltungszentrums B4 vor. Molzer stellte klar, dass bei den Messungen der aktuell gültige Grenzwert von 50 Dezibel lediglich in Ausnahmefällen geringfügig überschritten werde, weil seit der Errichtung der Lärmschutzmauer entweder der Grenzwert verringert worden sei oder es sich um Neubauten nach Errichtung der Mauer handle. Im Klartext bedeutet dies:  Die aktuelle Situation erfüllt die bestehenden Schutzziele.

Aus diesem Grund, so LH-Stv. Ingrid Felipe in einer Presseaussendung vor wenigen Tagen, seien weitere kostenintensive Maßnahmen zur Lärmreduzierung in Zirl auch nicht begründbar. Allerdings verweist sie gleichzeitig auf das Angebot des Landes, bei einem Neubau oder einer Erhöhung der Lärmschutzwände die Hälfte der dafür veranschlagten Kosten von etwa einer Million Euro zu übernehmen. Möglicherweise aber wohlwissend, dass Zirl zumindest derzeit nicht in der Lage ist, die andere Hälfte zu übernehmen.

Vorschläge aus den Reihen der Versammlung reichten von einer Geschwindigkeitsreduktion auf 60 oder 80 km/h über einen neuen Fahrbahnbelag (Flüsterasphalt) bis zur „großen Lösung“ einer kompletten Einhausung des Straßenabschnitts. Die Vorstellungen der Anrainer und die Flüssigkeit des Verkehrs bilden idealerweise eine Sozialpartnerschaft, so Molzer, seien aber häufig, wie in Zirl, auch Grundlagen für ein ausgeprägtes Spannungsfeld.    Auch Fritz Gurgiser (Transitforum) meldete sich zu Wort. Letztendlich sei es gar nicht so wichtig, wie eine Lärmreduzierung erreicht werde, meinte er, wichtig sei, dass die Gesundheit der Bürger an erster Stelle stehe, denn jedes Dezibel mehr schade der Gesundheit.  Geld genug sei da, nur der politische Wille fehle. Aber, kündigte er unter dem Beifall der Anwesenden an, „wir werden das Land auch weiterhin quälen!“

Von Gerd Harthauser

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