„Lästiger“ Reastalbach abgesichert

Die Verbauung des Reastalbachs hat mehrere Väter: V.l. Bürgermeister Peter Daum, Projektplaner Florian Riedl, Initiator Altbürgermeister Helmut Kirchmair, der erste Planer Anton Gwercher, Gebietsbauleiter Josef Plank, Bezirkshauptmannstellvertreter Wolfgang Nairz und Förster Johannes Waldhart. RS-Foto: Agnes Dorn

Reastalverbauung in Oberhofen mit einem Festakt feierlich gesegnet

Die Bauarbeiten am Reastalbach sind heuer auch im unteren Teil abgeschlossen worden, und nachdem der erste Termin für die Einweihung im August aufgrund äußerst starker Regenfälle ins Wasser gefallen war, wurde die offizielle Feier nun am Sonntag nachgeholt. Mit dem umfassenden Verbauungsprojekt ist der Reastalbach nun auf größere Ereignisse vorbereitet, wie die Zuständigen von Wildbachverbauung und Gemeinde Oberhofen versichern.

Zwar ist der Reastalbach nicht als besonders gefährlicher Wildbach einzustufen, aber trotzdem mussten beim letzten Gefahrenzonenbericht immerhin 35 Häuser, eineinhalb Kilometer Gemeindestraßen und rund sechs Hektar landwirtschaftlicher Grund in der roten beziehungsweise gelbe Zone vermerkt werden. „Bei der Revision des Gefahrenzonenplans in den nächsten Jahren wird man die Gebiete im Unterlauf sicher aus der Roten Zone herausnehmen können“, verspricht WLV Projektplaner Florian Riedl den anwesenden Anrainern beim Segnungs-Festakt  und auch Gebietsbauleiter Josef Plank beruhigt mit einer Einschränkung: „Irgendwann wird ein Ereignis kommen, das auch dieses Bauwerk an seine Grenze bringen wird“. Doch eben nur an die Grenze, denn die zu erwartenden Muren sollte die Verbauung nun problemlos halten können. „Der Reastalbach sei eigentlich nicht der gefährlichste, aber ein sehr lästiger Bach“, wie Plank beschreibt. So löste vor 15 Jahren an zwei aufeinander folgenden Tagen Hagelniederschlag eine Mure aus, die zu beträchtlichen Schäden an den angrenzenden Häusern geführt hat, wie sich Bürgermeister Peter Daum und sein Amtsvorgänger Helmut Kirchmair mit Schrecken erinnern.

BAUARBEITEN. In den kommenden Jahren wurden daher 500 Kubikmeter Beton in mehreren Baustufen innerhalb der Verbauungsmaßnahmen am Reastalbach verarbeitet, wobei man heute davon durch die Aufschüttungen und Bepflanzungen nur mehr einen Teil sieht. Die großen Holz- und Geröllteile, die durch eine Mure den Berg herunterkommen könnten, sollen nun durch zwei Murrückhaltenetze abgefangen werden. Wasser und sogenanntes Feingeschiebe wird hier noch durchgelassen und im darunter befindlichen Retentionsbecken aufgefangen. 6.000 Kubikmeter Schlamm könnten hier aufgenommen werden. Das Material des Beckens musste beim Aushub auf eine eigens angerichtete Deponie gebracht werden, da es zur Aufschüttung des Damms als ungeeignet eingestuft wurde. Aufgeschüttet wurde dann mit zugeliefertem Material, durch das nun ein Meter breiter Durchlauf in den unteren, naturnah gestalteten Teil des Reastalbachs führt. Eine Drossel reduziert in der Folge nun die Wassermenge, wodurch es auch bei stärkerem Murenabgang zu keinen Schäden mehr kommen dürfte. Durch geotechnische Schwierigkeiten verzögerten sich die Bauarbeiten, wobei man finanziell sogar 215.000 Euro unter dem ursprünglichen Kostenvorschlag abschließen konnte. Insgesamt wurde von den 1,7 Millionen Euro Gesamtkosten vom Bund 52 Prozent, vom Land 31 Prozent und von der Gemeinde 27 Prozent finanziert, wobei die Kommune 311.000 Euro durch eine Bedarfszuweisung abdecken konnte.

Von Agnes Dorn

Pater Severin Mayrhofer vom Franziskanerkloster in Telfs nahm die Segnung der von Florian Riedl geplanten Schutzmaßnahmen vor. RS-Foto: Agnes Dorn

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