LandArt und Kunst im Einkaufswagen

Nicht „Tanz der Vampire“, sondern „Tanz der Einhörner“ auf der Kirchwiese in Reutte. RS-Fotos: Claus

Zwei sehr spezielle Kunstprojekte der Kulturzeit

„The Show must go on“ – die 29. Kulturzeit der Außerferner Kulturinitiative „Huanza“ präsentierte auch am vergangenen Wochenende unter ihrem Motto „Charivari“ zwei ungewöhnliche und nicht alltägliche Kunstprojekte.

Von Uwe Claus

Die „Pfadfinderlilie“ aus Naturmaterialien auf einer Kiesbank im Lech.

Das erste war „LandArt“, bei dem sich die Pfadfinder Reutte mit Kunst in der Natur in Lechaschau und in unmittelbarer Nähe am Lech an die Arbeit gemacht hatten. Unter der Anleitung von Pfadfinder-Gruppenleiter Aaron van Eyck verwendeten sie ausschließlich Naturmaterialien, um ihre Kunstwerke zu installieren. 14 junge Pfadfinder schufen am Gemeindehaus einen künstlichen Lech, der sich durch das Lechkies schlängelte. Daneben präsentierte sich eine nach beiden Seiten offene Schnecke, bei der auf buntem Ahornlaub Kastanien vom nebenstehenden Kastanienbaum kunstvoll wieder zusammen mit Lechkies drapiert wurden. Auf Kiesinseln im Lech schufen die Pfadfinder nicht nur ihr Erkennungszeichen, eine „Pfadfinderlilie“, sondern dazu noch mehrere kleine Kunstwerke. Dabei waren Kreativität und Fantasie keine Grenzen gesetzt, waren doch die Materialien hierfür – wie Sand-Kies-Treibholz usw. – massenhaft vorhanden. Eine tolle Idee, die von „Huanza“ angestoßen, kunstvoll von den Pfadfindern umgesetzt wurde.

Aus Wohlstandsmüll wurden Kunstwerke geschaffen.

Ein buntes Treiben auf der Kirchwiese, ausgelöst von den Schülerinnen und Schülern der Volksschule Reutte, der NMS Untermarkt sowie des BRG Reutte, war das zweite Event an diesem Samstag. Eröffnet wurde der bunte Reigen mit einem kunstvollen „Tanz der Einhörner“. Mit der Installation „Kunst im Einkaufswagen“ machten sie dem Motto „Charivari – Durcheinander“ alle Ehre. Ein buntes Sammelsurium an Ideen zeigten sie im Einkaufswagerl. Vergängliches, vermischt mit Aktuellem, kunstvoll drapiert, präsentierten sie den zahlreichen Gästen. Müll in allen Variationen: Plastikflaschen, Pflanzenbecher aus Plastik, Aluminiumdeckel, Milchtüten, Bonbon- und Schokoladenpapier – dies alles wurde zu kunstvollen Werken zusammengestellt. Dazwischen ein grüner Einkaufswagen mit großen Augen, ein Wurzelbaum, kunstvoll mit Schmuckelementen behängt und eine bunt bemalte und kunstvoll verzierte „Riesenwurzel“. Alles in allem ein Dokument der Vielfalt, zum Teil auch Zeichen unserer Wegwerfgesellschaft, jedoch liebevoll verpackt und als Kunst präsentiert. Ein großer Dank gebührt dabei den Lehrerinnen der diversen Schulen, die dieses Projekt begleitet haben.
Übrigens steht als nächstes ein kulturelles Ereignis mit dem bekannten Schlagzeuger und Musikpädagogen Harald Rüschenbaum an, der mit seiner faszinierenden Gruppe kreativer Musiker in der „Kellerei“ am Samstag, dem 22. September, um 20 Uhr auftritt. Ein musikalisches Geschehen, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

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