Landeck wird mitbangen

Christine Schranz: Es ist etwas ganz Besonderes bei einer Heim-WM am Start zu sein. RS-Foto: Archiv

Christine Schranz hält bei der Kletterweltmeisterschaft die Fahnen des Bezirks hoch

 

38 österreichische Kletterer werden bei der Weltmeisterschaft in Innsbruck von 6. bis 16. September mit von der Partie sein – 16 -davon aus Tirol. Mit Christine Schranz ist in der Disziplin Vorstieg auch eine -Athletin vom ÖAV Landeck dabei. Der RUNDSCHAU gab die -29-jährige Oberländerin vor Beginn der Wettkämpfe noch einen -detaillierten -Einblick in ihre Vorbereitung und Ziele.

 

Von Albert Unterpirker

 

RS: Christine, wie fühlt man sich so nach einer Einberufung in den WM-Kader?

Christine Schranz: Ich bin glücklich darüber, dass sich dasTraining ausgezahlt hat und ich mich für die WM qualifizieren konnte.

RS: Kam diese Nominierung überraschend für dich?

Christine Schranz: Nein, aber die WM war ein großer Ansporn für mich, dass ich nach meiner Schulterverletzung in der letzten Saison wieder schnell und bestmöglich an meine vorherige Form anschließen wollte.

RS: Wie schätzt du derzeit deine Form ein – auch hinsichtlich der abgelaufenen Bewerbe bzw. Einsätze über den Sommer hinweg?

Christine Schranz: Ich finde, ich habe das Bestmögliche seit meiner Verletzung herausgeholt und hart an mir gearbeitet. Ich bin recht zufrieden mit meiner derzeitigen Form und konnte mich seit den letzten Bewerben im Training steigern. In den ersten Bewerben hatte ich Schwierigkeiten wieder in den Wettkampf zu finden, da mein letzter Bewerb doch einige Zeit zurück lag. Aber von Wettkampf zu Wettkampf wurde es zum Glück immer besser. Beim letzten Bewerb in Arco konnte ich wieder ins Finale klettern – was ein großer Erfolg für mich war.

RS: Wie wohl fühlst du dich bezüglich der Atmosphäre in Innsbruck bzw. wo wirst du deine Einsätze haben: Im Kletterzentrum, der Olympiaworld und/oder am Marktplatz? Wie kommst du mit diesen Orten zurecht?

Christine Schranz: Es ist etwas ganz Besonderes bei einer Heim-WM am Start zu sein. Aber natürlich möchte man gerade hier dann sein Bestes zeigen und stellt sich so selbst mehr unter Druck. Ich werde bei der Qualifikation, die im Kletterzentrum Innsbruck stattfindet, versuchen mein Bestes zu zeigen, um mich somit für das Semifinale in der Olympiaworld zu qualifizieren.

RS: Verspürst du Druck? Spornen dich große Zuschauermengen noch mehr an, noch mehr zu geben?

Christine Schranz: Einen gewissen Druck verspüre ich vor jedem Wettbewerb. Grundsätzlich probiere ich Menschenmengen eher auszublenden und mich auf das Klettern zu konzentrieren, aber natürlich motiviert es mich vor einem begeisterten Publikum zu klettern.

RS: Wie schaut deine Vorbereitung in den letzten Tagen aus?

Christine Schranz: In den letzten Tagen werde ich es eher ruhig angehen lassen, die Regeneration steht im Vordergrund, um beim Wettkampf dann die bestmögliche Form abrufen zu können.

RS: Spürst du schon ein Kribbeln, wenn du an deinen Start denkst?

Christine Schranz: Ich glaube, es wäre schlecht, wenn ich kein Kribbeln bei diesem Gedanken verspüren würde … (schmunzelt).

RS: Sind auch deine Eltern/Verwandten/Freunde bei deinem Auftritt dabei?

Christine Schranz: Ja, es werden mich meine Familie und Freunde vor Ort unterstützen und anfeuern, was gerade dieses Event ja auch so besonders macht.

RS: Welchen Stellenwert hat diese WM-Teilnahme in Tirol für dich?

Christine Schranz: Es ist einfach lässig, wenn ein solches Event in der Heimatstadt durchgeführt wird und dem Klettersport somit mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Generell ist jede WM etwas Besonderes und hat einen hohen Stellenwert.

RS: Was wäre das schönste Erlebnis für dich bei dieser WM bzw. mit welchem Verlauf wärst du rückblickend zufrieden?

Christine Schranz: Für mich wäre es schön, wenn ich meine Bestleistung abrufen kann und ich einfach mit meinem Klettern zufrieden sein kann. Ein Final-einzug wäre ein großer Erfolg für mich.

RS: Vor der WM ist nach der WM: Wie schaut die restliche Jahres- und Zukunftsplanung aus?

Christine Schranz: Nach der WM werde ich an den letzten drei Weltcups – einem in Kranj (SLO) und zwei weiteren in China – an den Start gehen. Weiters ist noch ein Trainingslager in Tokio geplant. Für nächstes Jahr habe ich geplant, mein derzeitiges Studium als Physiotherapeutin abzuschließen – alle weiteren Pläne stehen derzeit noch in den Sternen.

RS: Danke für das Interview.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.