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Landeck | Chronik | 4. Feber 2020 | Bogdan Dujic

Querverbindung Stanzertal-Paznaun?

Querverbindung Stanzertal-Paznaun?
Die Einfahrt in die Gföll-Galerie (Ostseite) – hier wurden (wie auf dem Bild zu sehen) auch Steinschlagnetze angebracht. RS-Foto: Zangerl
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Das Gföll wurde von Experten beleuchtet


 

Eine Tunnelquerverbindung vom Stanzertal ins Paznaun war besonders nach dem Jahrhunderthochwasser 2005 im Gespräch. Gestorben ist das Vorhaben nicht, aber der Obmann des Planungsverbandes Paznaun, die Landesstraßenverwaltung und die Landesgeologie sehen die kritische Stelle Gföll doch sehr unterschiedlich – und haben daher auch nicht dieselben Wünsche.

 

Von Elisabeth Zangerl

 

Fakt ist, dass die Liste gewünschter Tunnel- und Galerieprojekte im Oberland eine sehr lange ist. Projekte, die sicherheitstechnisch nicht dringend erforderlich sind, werden sich verständlicher Weise hinten anreihen müssen. Über eine Querverbindung zwischen dem Stanzertal und dem Paznaun etwa wird schon länger diskutiert – besonders intensiv nach dem Hochwasser 2005. Anton Mattle, Obmann des Planungsverbandes Paznaun, sagt heute: „Die rechte Talseite (Tobadill) ist meines Wissensstandes nach in Bewegung, auf der linken Seite ist das Problem eher der Steinschlag. Auch wenn der größte Teil im Bereich des Gfölls in einer Galerie bzw. einem Tunnel verläuft, wurden wir bereits zweimal von einem Steinschlag überrascht. Zudem wurde die Galerie sogar schon verlängert.“ Eine Querverbindung, wie damals diskutiert zum Beispiel zwischen Flirsch (Bereich Westportal des Strenger Tunnels) und Kappl, wäre daher auch laut Bgm. Anton Mattle die „beste Lösung“, aber: „In der Prioritätenreihung gibt es viele Projekte, die davor eingereiht sind – dieses Projekt haben wir noch im Auge. Schwierig wird hierbei allerdings die Finanzierung“, so Mattle. Die Situation im Gföll werde jedenfalls weiter be-obachtet, das Projekt sei ein „langfris-tiges Thema“.

 

GIBT MASSENBEWEGUNGEN“. Werner Thöny von der Landesgeologie weiß, dass die Gföll-Galerie nicht in „einem Guss“ gebaut wurde, innen gibt es Bereiche, die nicht mit Beton ausgespritzt sind: „Ich weiß, dass in den letzten Jahren hier Felsstücke herausgebrochen sind – damals wurde nicht alles verkleidet.“ Dass es Massenbewegungen gibt, davon ist der Landesgeologe überzeugt: „Die gibt es, jedoch sind keine Beschädigungen an den Bauwerken (der Gföll-Galerie) zu verzeichnen. Das Paznaun weise hohe Auflösungsgrade im Gestein auf: „Das ist aber wie gesagt in vielen Tälern der Fall – es muss aber gesagt sein, dass es hier im Paznaun einen sehr hohen Sicherheitsstandard gibt“, so Werner Thöny. Robert Zach von der Abteilung Verkehr und Straße des Landes erklärt, dass beim Hochwasser 2005 ein Monitoring in der Gföll-Galerie installiert wurde, das anlässlich der Erweiterung von Bedeutung war. „Im Moment ist es in diesem Bereich sehr ruhig, es kann keine akute Gefährdung festgestellt werden – aktuell gibt es im Tiroler Oberland andere Probleme, sozusagen akutere Steinschlaggebiete.“ Und Bruno Mattle von der Firma ILF – diese Firma hat 2005 eine Querverbindung der beiden Täler geplant – antwortet zurückhaltend: „Zu Ihrer Anfrage anlässlich einer Querverbindung zwischen dem Stanzertal und dem Paznaun können wir aktuell keine Stellungnahme abgeben, das es sich um ein laufendes Projekt handelt.“

 

Die westseitige Einfahrt in die Gföll-Galerie. Der Hang auf der rechten Seite ist in Bewegung, das Gebiet links ist von Steinschlägen betroffen. RS-Foto: Zangerl


 

Anton Mattle (Obmann Planungsverband Paznaun): „Dieses Projekt haben wir noch im Auge.“ RS-Foto: Archiv
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