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Landeck | Chronik | 23. November 2020 | Daniel Haueis

Undramatische Zunahme

Undramatische Zunahme<br />
Landecks Alpinpolizei-Chef Andreas Falkeis: mehr Unfälle beim Wandern und Bergsteigen, noch höhere Steigerungen im Mountainbike-Bereich Foto: Alpinpolizei
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141 Verletzte und vier Todesopfer in den Landecker Bergen

Andreas Falkeis, Leiter des Alpindienstes des Bezirks-polizeikommandos Landeck, muss von einer Zunahme an Berg-unfällen in diesen Sommer berichten. Wanderer und Bergsteiger verunglücken am öftesten, Mountainbiker könnten sie in der -Unfallstatistik aber bald „überholen“.
Von Daniel Haueis

Von 1. Mai bis 31. Oktober hat die Alpine Einsatzgruppe Landeck 166 Ereignisse im Bezirk registriert – es waren 198 Menschen beteiligt, 141 wurden verletzt, davon 65 schwer, vier sind verstorben. AbtInsp Andreas Falkeis, Leiter des Alpindienstes des Bezirkspolizeikommandos Landeck, berichtet von einer Zunahme der Unfälle beim Wandern und Bergsteigen – insgesamt waren es 70. Mit 68 Unfällen sind ihnen die Mountainbiker aber auf den Fersen: „Eine starke Zunahme“, sagt Falkeis, wobei Downhill und Trails eine besondere Rolle spielen. „Der Trend wird sich vermutlich fortsetzen, da mit dem E-Bike ein großer Aufschwung im MTB-Bereich da ist“, stellt sich der Landecker Alpinpolizei-Leiter auf mehr verunglückte Biker ein. Alpines Klettern bzw. Klettergärten führten diesen Sommer zu sieben Unfällen, je vier betreffen Flugunfälle (Gleitschirme) und Hochtouren. „Wir hatten die letzten Jahre immer eine Zunahme der Unfälle. Sommer wie Winter. Die Zunahme ist heuer im Bezirk aber nicht besonders dramatisch“, sagt Falkeis – wobei „Corona“ auch im Bezirk verstärkt für „Alpintouristen“ gesorgt hat. Sie waren aber eher in den unteren bis mittleren Lagen (Almen, Skigebiete, Wanderwege) unterwegs – in den Hochlagen (Gletscher, Hochtouren u.ä.) war keine Zunahme festzustellen. Dort passierten überhaupt relativ wenige Unfälle.

BUNDESWEIT. Bundesweit ist die Zunahme größer in Landeck: Das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit hat im Sommer 2020 eine Steigerung alpiner Unfälle um 32 Prozent registriert. Es gab 2527 verletzte Bergsportler und 122 Alpintote in Österreichs Bergen – es ereigneten sich 3204 Unfälle, die von der Alpinpolizei aufgenommen wurden. Die Hälfte der Verunfallten waren Wanderer, wobei Sturz, Stolpern und Ausgleiten mit 75% die Hauptunfallursachen beim Bergwandern sind. Bei den tödlichen Unfällen dominiert weiterhin das Herz-Kreislauf-Versagen mit 34% als Ursache; 26% der Personen stürzten ab, 22% stolperten, stürzten oder glitten aus. Bei den unverletzt geborgenen Personen stellten Verirren und Versteigen mit 39% sowie Erschöpfung mit 16% den Hauptgrund für das Absetzen eines Notrufs dar. Nach Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen seien die Einsatzzahlen „in die Höhe geschnellt“, sagt Bruno Berloffa von der Bergrettung in Tirol. Peter Paal, Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit und damit Nachfolger von Karl Gabl aus St. Anton, setzt auf Prävention durch Ausbildung und Aufklärung: „Die Prävention muss in Österreich beginnen und dies bereits in jungen Jahren.“
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