Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Landeck | Chronik | 16. Juli 2019 | Daniel Haueis

„Welche Formulare muss ich ausfüllen?“

Präsentierten das Pilotprojekt Care Management in Landeck: BH Markus Maaß, LH Günther Platter, Koordinatorin Manuela Juen, Koordinatorin Sonja Theiner, LR Bernhard Tilg, „Care Management Tirol“-Koordinatorin Gabi Schiessling und Eva Schulc (Leiterin des Interreg Projekts „Case- und Care Management in der Region Landeck“) Foto: Land Tirol/Sax
Symbolische Übergabe einer Seilscheibe zum Wechsel in der Geschäftsführung: Franz Wackernell, Beate Rubatscher-Larcher und Seilbahnpionier Eugen Larcher (v.l.) Foto: Kaunertaler Gletscher
Manuela Juen (stehend) und Sonja Theiner. RS-Foto: Haueis
Anna Elisabeth Hasenauer, Ewald Wöll, Bernhard Guggenbichler (stehend v.l.), Claudia Siegele, Martin Kurz und Manuela Pfeifer (sitzend v.l.) stehen für eine Erfolgsgeschichte: die psychiatrische Abteilung in St. Vinzenz, die zeitgemäß arbeitet und an den Bedürfnissen der Patienten ausgerichtet ist. RS-Foto: Haueis
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Alle Fragen in puncto Pflege werden in Landeck nun zentral beantwortet


 

Das Serviceangebot für Menschen im Bezirk Landeck, die für einen Angehörigen Pflege, Betreuung u.ä. benötigen, wird auf ein ganz neues Niveau gehoben: Im ehemaligen Gesundheitsamt stehen nun mit Sonja Theiner und Manuela Juen zwei Fachleute zur Verfügung, die offene Fragen beantworten. Und sie vernetzen im Rahmen dieses Pilotprojekts „Care Management Tirol“ die bestehenden Einrichtungen.

 

Von Daniel Haueis

 

An wen wende ich mich, wenn mein Vater pflegebedürftig wird? Welche Formulare muss ich ausfüllen, wenn ich einen Pflegegeldantrag stellen will? Wer bietet Heimhilfe an? In Zusammenhang mit Pflege und Betreuung gibt es viele Fragen, die in der Situation so manchen (über-)fordern. Aber es gibt auch ein umfangreiches Angebot – von Sozial- und Gesundheitssprengeln über Seniorenzentren bis hin zu Pflegevereinen oder Selbsthilfegruppen. Und genau bei diesen zwei Punkten setzt das nun in Landeck begonnene Pilotprojekt „Care Management Tirol“ von Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg an: Sonja Theiner und Manuela Juen bieten Betroffenen im ehemaligen Gesundheitsamt -(Innstraße 15) kompetente Auskunft. Telefonisch sind sie unter 050508-5435 zu erreichen, persönlich am Donnerstag von 10 bis 11.30 Uhr, am Dienstag und Donnerstag nachmittags nach Vereinbarung. (Angehenden) pflegenden Angehörigen soll bestmögliche Unterstützung geboten werden – und zwar niederschwellig und kostenlos.

 

KOORDINIEREN. Die beiden „Kordinatorinnen für Pflege und Betreuung Landeck“ helfen aber nicht nur im konkreten Einzelfall weiter, sondern sind zudem für die Vernetzung der bestehenden Einrichtungen zuständig. So werden Angebote der Sprengel, der Pflegevereine, der Altersheime, des Entlassungsmanagements des Krankenhauses St. Vinzenz etc. erfasst, koordiniert und so leichter zugänglich gemacht. Bei komplexen Fällen soll das „Care Management“ zudem für die Institutionen unterstützend wirken. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass es im Bezirk Landeck viele hervorramgende Pflege- und Betreuungseinrichtungen gibt“, betont Manuela Juen, „trotzdem bin ich überzeugt, dass wir in Zusammenarbeit mit den bestehenden Strukturen sehr viel Gutes weiterbringen können.“ In dieselbe Kerbe schlägt Sonja Theiner: „Wir wollen niemanden ersetzen, sondern sehen uns als Zusatzangebot, um eine noch bessere Vernetzung und Weiterentwicklung der Pflege erreichen zu können.“ Ziel des Projekts, das bis 2022 in ganz Tirol umgesetzt sein soll, ist es, die Qualität der Pflege zu verbessern, Strukturen zu optimieren und Angebote zu koordinieren, auch die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung und die Arbeitszufriedenheit etwa der Sprengelmitarbeiterinnen zu erhöhen.

Angesiedelt ist „Care Management Tirol“, das bereits im Strukturplan Pflege verankert ist, beim Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol. Dessen Wichtigkeit wurde bei der Präsentation im ehemaligen Gesundheitsamt Landeck durch die Anwesenheit zahlreicher Verantwortlicher unterstrichen – von LH Günther Platter und LR Bernhard Tilg über Gabi Schiessling (Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol) bis hin zu UMIT-Professorin Eva Schulc (die das Pilotprojekt wissenschaftlich begleitet) und BH Markus Maaß.

 

Manuela Juen (stehend) und Sonja Theiner. RS-Foto: Haueis


Sonja Theiner

Sonja Theiner, aus Zams stammend und nun in Roppen, hat die Stationsgehilfen-Ausbildung im AZW, die Pflegehelferaufschulung und die Ausbildung zur Diplomkrankenschwester absolviert. Gearbeitet hat sie im Heim St. Josef am Inn und im LKH Hochzirl, zuletzt im Entlassungsmanagement Pflege LKH Hochzirl.

 

Manuela Juen

Mag. iur. Manuela Juen aus See hat an der Universität Innsbruck Rechtswissenschaften studiert. Sie hat zudem die Ausbildung zur Pflegehelferin an der GuKPS Zams in Kooperation mit der LLA Imst absolviert, auch den Lehrgang Case Management im Sozial- und Gesundheitswesen. Tätig war sie in der Mobilen Sozialarbeit beim Sozial- und Gesundheitssprengel Landeck-Zams-Fließ-Schönwies, mitbegründet und mitgearbeitet hat sie in einer Selbsthilfegruppe im Gesundheitsbereich.
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