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Landeck | Kultur | 12. Oktober 2020 | Von Irmgard Pfurtscheller

„Der Engel von Auschwitz“

„Der Engel von Auschwitz“<br />
Schriftstellerin Annemarie Regensburger freute sich sehr, endlich wieder eine Lesung abhalten zu können. RS-Foto: Pfurtscheller
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Landeck  Von Irmgard Pfurtscheller
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Annemarie Regensburger Angela Autsch
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Lesung mit Annemarie Regensburger

In ihrer literarischen Biografie beschreibt die Imster Autorin Annemarie Regensburger das Leben der Trinitarier-Ordensschwester Angela Autsch – die berührende Geschichte einer außergewöhnlichen Frau, die 1944 in Auschwitz zu Tode kam.
Von Irmgard Pfurtscheller

Annemarie Regensburger ist seit 1980 als Schriftstellerin tätig und veröffentlichte zahlreiche Lyrik- und Prosa-Werke, in Mundart und Schriftsprache, u.a. „Gewachsen im Schatten“ und „Der kleine Prinz“ auf tirolerisch. In ihrer literarischen Biografie „Der Engel von Auschwitz“ begibt sich die Autorin auf die Spuren der Nonne Angela Autsch. 2016 hat sich Regensburger das erste Mal in das Leben der Ordensschwes-ter vertieft, die 1900 in Westfalen als Maria Cäcilia Autsch auf die Welt kam. Es folgten intensive Recherchen, die Regensburger ein Jahr später auch nach Mödling führten, wo noch drei Ordensschwestern lebten. Aus der Korrespondenz der Nonne waren rund 80 Briefe erhalten, in die Regensburger Einblick nehmen konnte. Bei der Durchsicht der Briefe sowie weiterer Berichte und Bücher über Auschwitz ist die Autorin „an ihre Grenzen gegangen“.

VERMÄCHTNIS AN EINE AUSSERGEWÖHNLICHE FRAU. 1933 trat Maria Autsch in das Kloster der Trinitarierinnen in Mötz ein und legte fünf Jahre später die ewige Profess ab. Von da an war sie Schwester Angela vom Heiligen Herzen Jesu. Als die Nationalsozialisten 1938 auch das Kloster in Mötz beschlagnahmen wollten, setzte sich Schwester Angela erfolgreich zur Wehr. Trotz Einschüchterungen blieb sie standhaft und hielt mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Wegen „Führerbeleidigung und Wehrkraftzersetzung“ wurde sie 1940 in das KZ Ravensbrück überstellt und kam zwei Jahre später nach Auschwitz. Durch ihren Einsatzbereich im SS-Lazarett hatte sie Zugang zu Essen und Hygieneartikeln‚≠, die sie den Mithäftlingen unter Einsatz ihres Lebens zusteckte und auch Kranke in der Wäschekammer versteckte. Der „Engel von Auschwitz“ starb nach vier Jahren Gefangenschaft am 23. Dezember 1944. In ihrer Biografie zeigt Regensburger mit viel Feingefühl den beeindruckenden Weg einer tiefreligiösen Frau auf, die mutig ihren Weg ging.
Die Lesung im Sophie-Scholl-Haus Landeck fand auf Initiative von Manfred Weiskopf und unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben statt.



 
„Der Engel von Auschwitz“<br />
Andreas Pfenniger von der Aktionsgemeinschaft Sophie-Scholl überreichte der Autorin einen Blumenstrauß (die „Hackenkreuz“-Installation im Hintergrund stammt von Gerald Nitsche). RS-Foto: Pfurtscheller
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