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Landeck | Kultur | 12. Juli 2022 | Von Alfred Plankensteiner

In den Fängen des Bösen

In den Fängen des Bösen<br />
Maria ist Moggs Fängen entronnen und Andreas hat Jakob niedergerungen. Naht nun doch noch ein „Happy End“? RS-Foto: Plankensteiner
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Landeck  Von Alfred Plankensteiner
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Heimatbühne Schönwies
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Beeindruckender „Höllenritt“ der Heimatbühne Schönwies

Sind die besten Theatervereine des Landes zu nennen, kommt man spätestens seit der Aufführung von „Honig im Kopf“ an der Heimatbühne Schönwies nicht mehr vorbei. Dies zeigte sich auch bei der Freilichtbühnen-Premiere von „Höllenritt“, im Original „Sharon‘s Grave“ und aus der Feder von John B. Keane. Übersetzt und umgeschrieben wurde es von Felix Mitterer, für die Heimatbühne Schönwies hat es Obfrau Ingrid Schöpf adaptiert.
Von Alfred Plankensteiner

Zur Vorgeschichte: Sharon war eine irische Prinzessin. Sie war wunderschön und sollte einen Prinzen, in den sie sich verliebt hatte, heiraten. Kammerzofe Shiofra aber war sehr eifersüchtig auf ihre Herrin – sie vergiftete Shiofra die Krieger, und als die Prinzessin auf ihr Pferd gestiegen war, flüsterte sie diesem etwas ins Ohr. Das Pferd bäumte sich auf und stürzte mit der Prinzessin über eine Klippe. Sharon konnte den Gürtel der Attentäterin greifen und diese mit sich in den Abgrund ziehen. Seit dieser Zeit hört man nächtens das Wehklagen der Prinzessin. Eine Erlösung ist erst möglich, wenn zwei Männer, der eine guten, reinen Herzens, der andere zutiefst böse, über dieselbe Klippe stürzen.

FÜR KOST UND LOGIS. Josef (Erwin Gabl) – er lebt mit seiner Schwester Maria (Verena Tilg) und ihrem todkranken Vater auf einem Bauerngut – glaubt fest an die Sage von Sharon und Shiofra: Er hört die Rufe der so hinterlistig gemeuchelten Prinzessin, oft erzählt er die Geschichte vom Fluch und der Erlösung. Die Leute im Dorf sagen, Josef sei nicht ganz richtig im Kopf. Maria aber liebt ihn, ist er doch das Einzige, was ihr nach ihrem Vater geblieben ist – und Josef liebt sie, wie ein Kind seine Mutter liebt. Eines Tages verschlägt es den Dachdeckergesellen Andreas (David Schöpf) auf den Hof. Er hofft, hier Arbeit zu finden, aber stattdessen findet er ein Haus vor, in dem Schwermut und Trauer Quartier genommen haben. Er bleibt trotzdem und hilft Maria gegen Kost und Logis, wo es ihm nur möglich ist. Mit ein Grund für das Elend sind die Neffen von Marias Vater, Markus/Mogg (Matthias Pfenninger) und sein Bruder Jakob (Christian Gabl). Mogg ist bucklig und lahm, kann nicht gehen, und Jakob, seinem Bruder sehr gefügig und untertan, trägt ihn auf seinem Rücken da hin, wo er es haben will. Von Dankbarkeit und Demut aber keine Spur, im Gegenteil: Mogg ist durch und durch böse und verbittert und alle haben Angst vor seinen giftigen Worten. Im Angesicht des Todes von Marias Vater hat er nur Spott und Verachtung für alle übrig und Maria versucht er dazu zu überreden, ihm den Hof zu überlassen. Er glaubt nämlich, so trotz seiner Behinderung eine Frau für sich gewinnen zu können.

NOCH BIS ENDE JULI. Geprobt wurde das Stück, das bereits vor rund drei Jahren zur Aufführung kommen sollte, seit Mitte April. „Wir trafen uns zwei- bis dreimal pro Woche“, ließt Obfrau Ingrid Schöpf wissen. Ein erheblicher Aufwand für die Schauspieltruppe, aber der Aufwand hat sich mehr als gelohnt – das Stück ist sehenswert, die schauspielerische Leistung wie erwartet bemerkenswert. Wer sich fragt, wie der „Höllenritt“ wohl weitergeht, ob Maria Moggs Drängen schließlich nachgibt, welche Rolle die „Hexe“ Walburga (Tanja Gabl), Nachbarin Mena (Rosa Auer) und Lehrerin Theresa (Margreth Peham) spielen und warum Josef am Ende anstelle von Jakob Mogg auf seinen Rücken nimmt, wird an dieser Stelle nicht verraten. Gelegenheit, dies selbst herauszufinden, besteht noch am 15., 16., 22., 23., 30. und 31. Juli jeweils um 20.30 Uhr bei der Freilichtbühne gegenüber dem Gemeindesaal Schönwies (bei Schlechtwetter im Gemeindesaal). Karten können unter der Nummer 0664/1610390 reserviert werden.
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Mogg lässt sich von seinem Bruder Jakob in Marias Haus tragen und eröffnet ihr, dass er auf den baldigen Tod ihres Vaters hofft. RS-Foto: Plankensteiner
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„Hexe“ Walburga kann zwar Maria Angst einjagen, Josef aber fürchtet sich nicht, vor ihrem faulen Zauber. RS-Foto: Plankensteiner
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Wie am Vorabend der Götterdämmerung erwarten Andreas, Maria und Josef nichts Gutes. RS-Foto: Plankensteiner
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