Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
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Klockerpreis für Christine Ljubanovic

Höchst dotierter österreichischer Kunstpreis geht an Zammer Künstlerin

Eine große Auszeichnung erhielt die aus Zams stammende und seit 1972 in Paris lebende und arbeitende Künstlerin Christine Ljubanovic. Sie hat in der weltweiten Künstlerschaft einen ausgezeichneten Ruf, leider ist sie in ihrer Heimat weniger bekannt, streute Lena Ganahl, Kuratorin und Leiterin der Klocker Galerie in Hall, der Oberländer Künstlerin Rosen.
3. Oktober 2023 | von Von Helga-Maria Pircher
Klockerpreis für Christine Ljubanovic
Christine Ljubanovic RS-Foto: Pircher
Von Helga-Maria Pircher

Mit der Zuerkennung des Klocker Kunstpreises wird Ljubanovic auch in Tirol vor den Vorhang geholt, so Ganahl. Prof. Dr. Martin Gostner, Bildhauer und Lehrer an der Kunstakademie in Düsseldorf, hatte Ljubanovic der Jury vorgeschlagen und erntete große Zustimmung. Es ist eine große Freude und Ehre diesen Preis zu bekommen, erklärte Ljubanovic, und es zeigt, dass meine Kunst auch in Tirol geschätzt wird. Das Preisgeld beträgt 20.000 Euro, zusätzlich wird ein Werk der Künstlerin für die Klocker Stiftung angekauft, und über den ganzen Sommer stand die Kunst von Ljubanovic im Zentrum einer Ausstellung im Klocker Museum.

DREI GROSSE WERKSZYKLEN. Prof. Dr. Robert Fleck, er ist Kunsthistoriker sowie Ausstellungsmacher, er lebt wie Ljubanovic in Paris, konnte in einem Künstlergespräch viele interessante Informationen aus dem Leben und Schaffen der Künstlerin erfragen: Ihr Werk besteht aus drei großen Werkszyklen. Jedem einzelnen Schaffenszyklus widmete sie viele Jahre, ihren ganzen Einsatz und zum Teil auch ihre Gesundheit, so die Künstlerin. Für den letzten Zyklus – Farben/Pigmente/Muster/Skalen – reiste sie über zehn Jahre um die Welt und erforscht natürliche Farben, Pigmente, die sie aus der Natur gewinnt, aber auch Muster und Skalen. Von 1983 bis 1993 dokumentierte sie fast alle Drucktechniken weltweit und beschäftigte sich intensiv mit dem Alphabet. Die meiste Zeit verwendete sie für ihre Porträt-Fotografien, denen sie mehr als 30 Jahre widmete.
Die ständigen Reisen in alle Weltgegenden waren nur durch die finanzielle Unterstützung des Österreichischen Kunst- und Kulturministeriums möglich sowie durch das positive Echo, welches sie immer in ihrer Wahlheimat Paris durch die dortige Kunstszene erfahren hatte, erklärte die Künstlerin. Sie lebt für die Kunst, mit Haut und Haaren, und ihr Wohnatelier in Paris – es wird ihr von der Stadt Paris zur Verfügung gestellt – ist mehr Atelier als Wohnung, eher ein Atelier mit Schlafgelegenheit, so Ganahl.

KONTAKT ZU WELTSTARS DER KULTURSZENE. In Paris, der Welthauptstadt der grafischen Kunst, hat sie intensiven Kontakt zu allen Größen der dortigen Szene, sie arbeite z.B. mit dem Grafiker von Pablo Picasso zusammen. Während eines zweijährigen Aufenthalts in New York war Ljubanovic Teil des Teams des Großmeisters der klassischen Moderne, Andy Warhol. Sie hat noch viele Ideen und Pläne, verriet die Künstlerin abschließend, man wird sehen, was sich noch verwirklichen lässt. Im Zentrum der Ausstellung steht der letzte Werkzyklus – Farben/Pigmente/Muster/Skalen, es sind zusätzlich noch Fotoarbeiten ausgestellt. Die Dauerausstellung mit Werken aus der Sammlung Klocker wurde von Ljubanovic gemeinsam mit Ganahl kuratiert. Die sehenswerte Ausstellung im Museum Klocker (Hall, Unterer Stadtplatz 5) ist von Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr noch bis 5. November zu besichtigen.
Klockerpreis für Christine Ljubanovic
Porträts der „Schwarzen Mander“ RS-Foto: Pircher
Klockerpreis für Christine Ljubanovic
Muster RS-Foto: Pircher
Klockerpreis für Christine Ljubanovic
Skalen RS-Foto: Pircher

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