Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Landeck | Kultur | 5. März 2019 | Bogdan Dujic

Kulturzentrum mit Kultfaktor

Das ehrenamtliche Team der ARGE Kino leistet hervorragende Kulturarbeit (v. hinten rechts): Christian Chemelli, Marco Divan, Mathias und Belinda Schauer, Tatjana Tamanini, Martin Kafka und Mario Pfurtscheller. RS-Fotos: Pfurtscheller
Herbert Oberacher, Leiter des forensisch-toxikologischen Forschungslabors an der Innsbrucker Gerichtsmedizin: „In Tiroler Tourismusregionen werden entgegen landläufiger Meinung weniger oder höchstens gleich viel an Drogen konsumiert wie im urbanen Raum Innsbruck.“ Foto: MUI/D.Heidegger
Bgm. Hans-Peter Bock erwartet, dass nach Erhalt des Genehmigungsbescheides unverzüglich mit dem Bau der Schloss-Galerie begonnen wird. RS-Foto: Tiefenbacher
Das Unterführungs-Projekt an der Prutzer Kreuzung soll im April 2019 einreichfertig für das Wasserrechtsverfahren sein. RS-Foto: Tiefenbacher
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20 Jahre Altes Kino – eine Vision wurde Realität


 

Als Kulturzentrum hat sich das Alte Kino in Landeck -bestens etabliert und ist aus der heimischen Kulturszene nicht mehr wegzudenken. Ein Veranstaltungsort mit dem ganz gewissen „Etwas“, das Kulturschaffende und Kulturgenießer begeistert und in dem seit 20 Jahren ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm geboten wird.

 

Von Irmgard Pfurtscheller

 

Das einst totgesagte Stadtkino wurde 1998 durch Privatinitiative von Christian Chemelli und Gerhard Karlinger erfolgreich wiederbelebt. Vorausgegangen war der Wunsch nach einem Platz, wo Kultur stattfinden kann. Die Initiatoren sahen in der Adaptierung des Stadtkinos zur Kleinkunstbühne eine Chance für Landeck, um damit „einen idealen Ort der Begegnung und ein vitales Zentrum für seine Bürger und vor allem für die Jugend zu schaffen“. Von Anfang an wurde der Extra-Film-Klub Landeck mit dem Obmann Franz Tiefenbrunn ins Boot geholt. Das war die Vision vor 20 Jahren, und mittlerweile hat sich das Alte Kino als national sowie international viel beachtete und geschätzte Kultureinrichtung etabliert. „Für heimische Kulturschaffende bietet es die Möglichkeit, ungezwungen und ohne finanzielles Risiko Ideen zu verwirklichen und auszuprobieren. Kulturförderung im positiven Sinne“, nennt es Schauer. Dem Weitblick des damaligen Bürgermeisters Bertl Stenico ist es zu verdanken, dass in der Gemeindestube ein positives Klima geschaffen wurde, um der Kulturinitiative den Beginn zu ermöglichen.

 

RESPEKTVOLLER UMGANG. Als besonders wichtig erachtet Schauer es, Künstlern und Besuchern eine hohe Qualität zu bieten. Dazu gehören optimale Rahmenbedingungen bezgl. Unterkunft und Verpflegung für die Künstler und ein respektvoller Umgang untereinander. Diese familiäre Atmosphäre wird von den Künstlern sehr geschätzt und da wundert es nicht, dass viele renommierte Kulturschaffende immer wieder das Alte Kino beehren. Wie gefragt das Alte Kino als Veranstaltungszentrum ist, zeigt sich am großen Interesse der Künstler. Allein im ersten Halbjahr hätte es über 600 konkrete Anfragen gegeben, so Schauer. Durchschnittlich werden im Jahr rund 80 Veranstaltungen durchgeführt, mehr als die Hälfte davon mit einheimischen Kulturschaffenden. Rund 60 Bands und knapp 500 Künstler in breitgestreuten Sparten treten pro Jahr im Alten Kino auf. Und dass im Alten Kino auch Kino gemacht wird, dafür sorgt der Extra-Film-Klub mit rund 30 Filmvorstellungen im Jahr.

 

POSITIVES FEEDBACK ALS LOHN. Das bedeutet für das Arge-Team einen sehr intensiven „Nebenjob“, für den es allerdings keine Bezahlung gibt. Weit mehr als 3000 Arbeitsstunden werden im Jahr für das Kulturzentrum geleistet, ehrenamtlich und unentgeltlich. Der größte Brocken fällt dabei sicherlich an Schauer, doch ohne den Rückhalt und der guten Zusammenarbeit mit allen Mitgliedern könnte er das nicht bewerkstelligen, wie er versichert. Erstaunlicherweise wäre aber die Begeisterung und die Motivation beim gesamten Team ungebremst, denn man bekäme auch sehr viel zurück. „Aus jeder Begegnung mit Künstlern und Besuchern und aus den Gesprächen dabei zieht man die Kraft.“ Vom Publikum bekäme man auch ein ganz starkes positives Feedback. Die Leute wüssten es schon zu schätzen, dass sie nicht immer nach Innsbruck fahren müssen, um ein tolles kulturelles Angebot zu nutzen. Das gibt es auch hier vor Ort, im Kulturzentrum Altes Kino. Die positiven Auswirkungen von Kulturzentren im ländlichen Raum erwähnte auch die Schriftstellerin und Bachmann-Preisträgerin Stefanie Sargnagel im Standard. „Während man in Wien vom Kulturangebot ermüdet ist, weiß man diese Refugien für Provinzfreaks, in denen tapfer die Stellung gehalten wird, damit es neben den traditionellen Festen auch etwas anderes gibt, wieder zu schätzen.“ Das Alte Kino in Landeck wurde von der Autorin zu jenen Orten gezählt, „die das Land erträglich machen, aber zu wenig gewürdigt werden“. Die Kulturfreaks in und um Landeck wissen diese kultige Location mit ihrem ganz eigenen Flair bestimmt zu schätzen, was sich anhand der Besucherfrequenz ableiten lässt. Es bleibt zu hoffen, dass die Arge mit Mathias Schauer auch weiterhin die „Fahnen hochhalten“. Besonderen Dank richtet die Arge Kino an die Stadt Landeck für das entgegengebrachte Vertrauen, die gute und zielführende Zusammenarbeit und die Unterstützung über all die Jahre.

 

JUBILÄUMSPROGRAMM. Den 20. Geburtstag feiert das Alte Kino mit einem erstklassigen Veranstaltungsprogramm. „Die Strottern“ am 7. März, das „Paier/Valcic Quartett“ am 23. März, „Lylit & Band“ am 6. April und die Geburtstagsfete geht am 16. März über die Bühne des Alten Kinos. Bei Sekt, Torte, Musiker-Chilli wird man in Erinnerungen schwelgen und auch Ausblicke wagen. Musikalische Geburtstagswünsche sind willkommen.
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