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„Bisher nur Einbrüche, Ärger und hohe Kosten“

Hochfinstermünz-Eigentümer irritiert über Warnschreiben

Eine Briefschreiberin warnt vor erheblichen Unfallrisiken bei der geplanten Revitalisierung des Hotels Hochfinstermünz. Der Eigentümer betont hingegen, dass bislang kein Projekt offiziell eingereicht wurde. Ein Baustart sei frühestens im Herbst kommenden Jahres möglich.
24. Feber 2026 | von Herbert Tiefenbacher
„Bisher nur Einbrüche, Ärger und hohe Kosten“
Das Hotel Hochfinstermünz soll schrittweise revitalisiert werden. Foto: Herbert Tiefenbacher
Im Schreiben wird davor gewarnt, dass an dieser für einen Hotel- und Kaffeehausbetrieb „völlig ungeeigneten Stelle“ schwere Unfälle mit Personenschäden drohen könnten. Die Verfasserin beschreibt die dort herrschende, gerade in der Urlaubszeit „extrem starke Autofrequenz“ auf einer der bedeutendsten europäischen Nord-Süd-Verbindungen. Besonders kritisch beurteilt sie die im Plan vorgesehenen Parkplätze auf der gegen­überliegenden Straßenseite. Da das Gebäude „keinerlei Sicherheitsabstand zur Straße“ aufweise, müssten Gäste – „z.T. auch alkoholisiert“ – die stark befahrene Bundesstraße queren, auch in den Abend- und Nachtstunden. Dies würde nicht nur den Verkehrsfluss beeinträchtigen, sondern die ohnehin anspruchsvolle Verkehrssituation zusätzlich verschärfen. Damit richtet sich die Kritik konkret gegen jene Elemente des Vorentwurfs, die nach Ansicht der Verfasserin das Unfallrisiko deutlich erhöhen.

PLÄNE UNGEKLÄRT. Für zusätzliche Irritation sorgt die Herkunft der dem Schreiben beigefügten Pläne. Diese riefen beim Hoteleigentümer Peter Paul Strgar Verwunderung hervor: Das Schreiben wurde ihm von einem Journalisten weitergeleitet; direkt erhalten hat er es nicht. Die Absenderin sei ihm unbekannt. „Es ist mir unerklärlich, wie diese Person in den Besitz dieser Pläne gelangen konnte. Nur sehr wenige Personen hatten Zugang.“ Strgar bestätigte, dass es sich um einen von ihm erstellten Vorentwurf handelt, und lässt die Angelegenheit nun rechtlich prüfen. Auch Nauders’ Bürgermeister Helmut Spöttl zeigte sich skeptisch: „Ich weiß nicht, ob das ernsthaft ist. Ich kenne die Person nicht.“ Seriöse Schreiben enthielten üblicherweise eine Wohnadresse, das sei hier nicht der Fall. Er habe das E-Mail archiviert.

VERKAUF WIRD ÜBERLEGT. Laut Strgar dienen die Unterlagen der Kostenermittlung und Variantenprüfung. „Das Projekt ist weder einge­reicht noch gab es Gespräche mit Behörden.“ Eine Bestandsaufnahme samt Vermessung sei erfolgt, nun müssten weitere Grundlagen geklärt werden. „Das dauert sicher ein Jahr. Ein Baubeginn ist frühestens im Herbst kommenden Jahres möglich – nicht heuer, wie im Schreiben behauptet.“ Bei ausbleibender Genehmigung müsse er einen Verkauf prüfen. „Bisher hatte ich nur Einbrüche, Ärger und hohe Kosten – allein 110.000 Euro fürs Ausräumen – dazu kommen laufende Zinsen.“

STELLUNGNAHMEN. Spöttl verweist auf klar geregelte Verfahren: „Projekte in unmittelbarer Nähe zu einer Bundesstraße unterliegen strengen behördlichen Prüfungen.“ Verkehrssicherheit, Leistungsfähigkeit und technische Normen stünden im Mittelpunkt; Verkehrsgutachten und Stellungnahmen von Sachverständigen seien zwingend vorgesehen. „Diese Verfahren dienen dazu, Gefahrenpotenziale frühzeitig zu erkennen und auszuschließen.“ Das Baubezirksamt Imst bestätigt, dass keine Unterlagen eingereicht wurden. Projekte würden unter anderem auf Verkehrssicherheit und Umweltauswirkungen geprüft. Vom Bundesdenkmalamt lag bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme vor.

SCHRÄGAUFZUG OFFEN. Eine im Vorentwurf vorgesehene Einstiegsstation für einen Schrägaufzug zur Klausenanlage Altfinstermünz sei laut Bürgermeister kein aktuelles Thema. Das Projekt befinde sich in einer sehr frühen Phase. Für eine Umsetzung wäre Grund des Hoteleigentümers erforderlich. Strgar: „Sollte es realisiert werden, stünden Baurecht oder der entsprechende Grund zur Verfügung.“


Anonym aus Sorge
Die Verfasserin des Schreibens ersuchte darum, anonym zu bleiben. Sie wolle keinen Konflikt mit der Gemeinde eingehen und verstehe ihre Nachricht als Hinweis auf mögliche Sicherheitsrisiken. Nach eigenen Angaben verfolge sie keinerlei persönliche oder wirtschaftliche Interessen. Es gehe ihr ausschließlich um die Sorge vor schweren Unfällen auf der stark frequentierten Strecke.

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